• 03.11.2011, 08:10:46
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GLOBAL 2000: Stopp für Klimaschutzgelder an Kohlekraftwerke

Studie von CDM-Watch zeigt Handel mit "dreckigen" Verschmutzungszertifikaten auf

Wien (OTS) - Über den internationalen Handel mit
Verschmutzungszertifikaten werden zunehmend bedenkliche Informationen
bekannt: So werden über den internationalen Kohlenstoff-Markt
Milliarden an Klimaschutzgeldern zur Verfügung gestellt, die
zunehmend zur Finanzierung von Kohlekraftwerke beitragen. Heute
veröffentlicht CDM-Watch, eine Organisation mit Sitz in Brüssel, eine
Studie, die zeigt, dass auf diese Weise Gutschriften im Wert von bis
zu 451 Millionen Tonnen CO2 in den Markt gespült werden könnten. "Was
wie ein schlechter Witz klingt, ist leider bittere Realität. Über den
internationalen Handel mit CO2-Zertifikaten werden auch Klimakiller
wie Kohlekraftwerke finanziert," ist Johannes Wahlmüller,
Klimasprecher von GLOBAL 2000 empört.
Eva Filzmoser von CDM-Watch kritisiert, dass trotz offensichtlicher
Mängel nicht gehandelt wird: "ExpertInnen weisen schon seit geraumer
Zeit auf das Problem mit Kohlekraftwerken im UN-Klimaschutzprogramm
hin, trotzdem werden einfach weiter Klimaschutzgelder für neue
Kohleprojekte genehmigt. Wir fordern die Verantwortlichen auf, jetzt
endlich zu handeln!" Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht
Umweltminister Berlakovich gefordert: "Europas Umweltminister können
gemeinsam ein Verbot für Klimaschutzgelder an Kohle-Projekte
einleiten. Minister Berlakovich kann gleich beim nächsten Umweltrat
den Anstoß dazu geben", erklärt Wahlmüller.

Jede Woche beantragen neue Kohlekraftwerke Klimaschutzgelder, derzeit
haben 45 Kohlekraftwerke Klimaschutzgelder aus dem
Klimaschutzprogramm der UNO beantragt. Sechs dieser Anträge wurden
bereits genehmigt. Allein in diese sechs Anlagen werden
Klimaschutzgelder aus dem UN-Klimaschutzprogramm "CDM" in Höhe von
600 Millionen Euro sowohl von Privatunternehmen als auch von
EU-Regierungen fließen. Möglich werden die Millionenzuschüsse, weil
die Projektwerber angeben, ohne die Klimaschutzgelder Kraftwerke mit
noch schlechterem Wirkungsgrad und höheren Emissionen bauen zu
'müssen'. "Das ist natürlich eine Ausrede, in Wahrheit wird ein
Schlupfloch benutzt, um an Subventionen in Millionenhöhe zu kommen,"
klärt Wahlmüller auf. Gleichzeitig werden über diese Projekte
CO2-Gutschriften lukriert, die sich Unternehmen und ganze Staaten
anrechnen lassen können. "So werden nicht nur klimaschädliche
Kohlekraftwerke subventioniert, sondern auch noch massenhaft
CO2-Gutschriften generiert, die sich Unternehmen und Staaten für
eigene Zielverfehlungen anrechnen lassen können - das ist pervers",
ist Wahlmüller entsetzt.

In Österreich sind zwar noch keine Fälle bekannt geworden, in denen
der Staat oder Unternehmen CO2-Zertifikate aus solch eindeutig
klimaschädlichen Projekten bezogen haben, dennoch wollen
UmweltschützerInnen jetzt Taten sehen: "Bevor auch in Österreich
Fälle bekannt werden, muss sich Umweltminister Berlakovich gleich für
ein Verbot von diesen Zertifikaten einsetzen. Letztes Jahr wurden
bereits fragwürdige Projekte aus dem internationalen
Kohlenstoff-Markt verbannt, das muss jetzt auch mit Kohle-Projekten
gelingen", fordert der GLOBAL 2000-Klimasprecher abschließend.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at

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