- 02.11.2011, 14:41:51
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SPÖ Oberösterreich: Gesundheit ist keine Privatsache
Das solidarische Gesundheitssystem stärken - Ernährungsprävention ausbauen
Linz (OTS) - "Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, das beste
Gesundheitssystem für alle Menschen zu garantieren. Unsere Grundwerte
Gleichheit und Gerechtigkeit sind in der Gesundheitspolitik dann
verwirklicht, wenn alle den gleichen Zugang zu medizinischer
Versorgung und Pflegeangeboten haben. Das solidarische Prinzip im
Gesundheitssystem muss weiter ausgebaut werden. Wir müssen dafür
sorgen, dass unser Gesundheitssystem weiter zu den besten der Welt
gehört!", sind sich SPÖ-Landesvorsitzender Josef Ackerl,
Gesundheitsminister Alois Stöger und SP-Gesundheitssprecherin Dr.in
Julia Röper-Kelmayr einig. "Die Versorgungssicherheit mit
medizinischen Leistungen muss auch außerhalb des Zentralraums
garantiert sein. Alle Menschen müssen unabhängig von ihrem Wohnort
Zugang zu qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung haben. Ein
Ausbau der Gruppenpraxen ist daher ein Gebot der Stunde". Für die
SPOÖ ist klar, dass die Erhaltung der Gesundheit keine Privatsache,
sondern eine öffentliche Aufgabe ist. Dies war auch ein dezidierter
Wunsch in den vielen Rückmeldungen im Zuge des
morgen.rot-Diskussionsprozesses.
Gesunde Ernährung bringt Lebensjahre
"Wenn die Ernährung verbessert wird, können viele Lebensjahre an
Gesundheit dazugewonnen werden", ist für Gesundheitsminister Stöger
klar.
Viele Studien zeigen, dass Erkrankungen in Zusammenhang mit falscher
Ernährung und mangelnder Bewegung immer weiter Zunehmen. "In diesem
Feld ist in den vergangenen Jahrzehnten leider zu wenig passiert.
Durch meinen Nationalen Aktionsplan Ernährung möchte ich eine
Trendwende einleiten", so der Gesundheitsminister weiter, "wir müssen
die Herzen und Köpfe der Menschen erreichen. Bewusstseinsbildung ist
von zentraler Bedeutung, die gesunde Wahl muss die leichtere werden".
Dazu braucht es gezielte Information für die Bevölkerung, aber auch
institutionelle Ansätze. Beispielweise sollen die Schulkantinen
gezielt verbessert werden. Durch Aufklärung und Unterstützung der
BetreiberInnen von Schulbuffets durch eigene mobile BeraterInnenteams
soll das Speisen und Getränkeangebot gezielt und rasch verbessert
werden.
Neben bestehender Spitzenmedizin Prävention ausbauen
Mehr Gewicht legen die SPÖ Oberösterreich und der Gesundheitsminister
auf Prävention und Vorsorge. Neben dem bestehenden ausgezeichneten
Zugang zu Spitzenmedizin müssen die Bereiche Prävention und
Gesundheitsförderung ausgebaut werden, um Krankheiten vorzubeugen und
so die Grundlagen für ein gesundes Leben für möglichst viele Menschen
zu schaffen. "Auch in der Prävention bauen wir das Angebot immer
weiter aus", betont Gesundheitsminister Alois Stöger, "beispielsweise
werden im kommenden Jahr die Miningokokken- und Pneumokokkenimpfungen
in das Kinderimpfprogramm aufgenommen."
Auch bewegungsaktivierende Maßnahmen und eine Ausweitung des Angebots
für Breitensport sollen als Präventionsmaßnahmen mehr in den Fokus
gerückt werden.
Zwischen Armut, Arbeitslosigkeit, Bildungsniveau und dem
Gesundheitszustand besteht nachweisbar ein enger Zusammenhang.
Menschen aus benachteiligten Gruppen sind öfter und länger krank.
Gesundheitsförderung muss deshalb als gesellschaftspolitischer
Auftrag verstanden werden.
Arme Menschenernähren sich oft weniger ausgewogen, machen weniger
Sport und leben in schlechteren Wohnung und Häuser.
Gesundheitsförderung ist für uns deshalb auch Abbau von sozialen
Ungleichheiten. Der gesundheitsfördernde Aspekt muss bei jeder
politischen Entscheidung mitgedacht werden".
Arbeit darf nicht krank machen
Wichtiger Schwerpunkt der SPOÖ ist auch der Ausbau der betrieblichen
Gesundheitsförderung. Die Initiativen des Fonds Gesundes Österreich
und der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse sind ein gutes
Beispiel für weitere Projekte im Bereich der betrieblichen
Gesundheitsförderung. Viele Krankheiten entstehen im Betrieb,
Vorsorge vor Ort hat immer die größte Wirkung.
Keine 2-Klassen-Medizin und keine neuen Selbstbehalte!
"Jeder Mensch muss den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung
auf höchstem Niveau unabhängig von seinem Einkommen haben. Medizin
darf keine käufliche Ware sein. Es darf keine Zwei-Klassen-Medizin
und keine neuen Selbstbehalte geben", bringt Röper-Kelmayr die
Position der SPÖ Oberösterreich für ein gesundes Oberösterreich auf
den Punkt. Die Forderungen haben sich auch vor allem beim
morgen.rot-Diskussionsprozess zur Parteierneuerung
herauskristallisiert und bilden die Arbeitsschwerpunkte der
Landes-SPÖ für die nächsten Jahre.
Die beste Pflege für alle
"Wir wollen auch die beste Pflege für alle und die Möglichkeit
schaffen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu
können. Und dafür brauchen wir eine solidarische Finanzierung durch
die ganze Gesellschaft", so Landesparteichef und Sozialreferent
LH-Stv. Josef Ackerl. Es geht der SPÖ Oberösterreich um die freie
Wahl der Betroffenen zwischen der Betreuung zu Hause, in betreuten
Wohnungen, SeniorInnen- oder Pflegeheimen.
Der bis 2014 fixierte Pflegefonds soll und kann nur eine
Übergangslösung für die enormen Finanzierungsprobleme in der
Altenpflege und -betreuung sein. Bis zum nächsten Finanzausgleich
soll ja in der bereits laufenden Strukturarbeitsgruppe Pflege
(zwischen Bund, Ländern und NGOs) ein nachhaltiges
Finanzierungsmodell gefunden werden. "Entscheidend ist, dass diese
neue Finanzierungslösung über das Volumen des Pflegefonds deutlich
hinaus eine essentielle Entlastung der Länder und Gemeinden - vor
allem der Gemeinden - bringt und sie darf nicht auf Kosten der
ArbeitnehmerInnen erfolgen " fordert LH-Stv. Ackerl. Zudem ist darauf
zu achten, dass es zwischen dem Bund und den Ländern zu keine
"doppelten Zuständigkeiten" kommt. Es muss ein einfaches,
transparentes und unbürokratisches Finanzierungsmodell gefunden
werden.
Wichtig ist auch die Zusammenarbeit zwischen Gesundheit und Sozialem.
Ein großer Teil der Gesundheitsversorgung hängt eng mit der Betreuung
alter und pflegebedürftiger Menschen zusammen. Diese Personen und
ihre Angehörigen leiden aus vielen Gründen besonders darunter, wenn
Schnittstellen zwischen Heim, Arzt und Spital nicht optimal gelöst
sind. Es ist daher ein guter Übergang vom Gesundheitssystem ins
Pflegesystem und umgekehrt notwendig, welches durch ein optimales
Nahtstellenmanagement gelöst werden soll. In Oberösterreich wird
derzeit an der Ausweitung des Pilotprojektes "Nahtstellenmanagement"
für ganz Oberösterreich gearbeitet.
Aber auch die Vorbeugung in der Gesundheit spielt eine enorm wichtige
Rolle. Durch Prävention ist es möglich, dass Menschen später ins
Pflegesystem eintreten müssen. Oft brauchen diese Menschen eine
weniger intensive Pflegeleistung und können länger über Mobiler
Dienste oder Hauskrankenpflege in ihrer gewohnten Umgebung versorgt
werden.
"Gesundheit ist eine öffentliche Aufgabe"
"Der hohe Standard des österreichischen Gesundheitswesens ist durch
das gesellschaftliche Bekenntnis zu Solidarität begründet, die
gesellschaftliche Verantwortung versteht sich durch die Tatsache,
dass die Erhaltung der Gesundheit kein privater Wert, sondern eine
öffentliche Aufgabe ist", steht für die Gesundheitssprecherin der SPÖ
Oberösterreich, die Landtagsabgeordnete und Ärztin Julia
Röper-Kelmayr, fest.
Gleichheit im Gesundheitssystem herzustellen, so die Ärztin im AKH
Linz, bedeutet auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu
berücksichtigen. Frauen sind von anderen gesundheitlichen Risiken
betroffen, haben andere Krankheitssymptome und reagieren anders auf
manche Medikamente als Männer. Die Gender Medizin setzt sich nicht
nur mit den biologischen Unterschieden auseinander (zB. Organe,
Hormone), sondern berücksichtigt und erforscht auch die durch soziale
Rollen erworbenen Unterschiede. Die Krankheiten sind zwar oft die
Gleichen, die Ursachen und Symptomatiken sind aber unterschiedlich.
Und diese Unterschiede gilt es auch in der medizinischen Praxis
stärker zu berücksichtigen.
Ein eigener Lehrstuhl für Gender Medizin!
Ein weiterer Aspekt um Gleichheit im Gesundheitssystem zu
verwirklichen, ist die Versorgung mit Gesundheitsleistungen. Diese
kann aber nur dann erreicht werden, wenn wir genug gut ausgebildete
Ärzte und Ärztinnen haben. Aus diesem Grund setzt sich die SPÖ
Oberösterreich für die Einrichtung einer Medizinischen Universität in
Oberösterreich ein. "Zusätzlich fordern wir die Errichtung eines
Lehrstuhles für Gender Medizin, damit gezielt Schwerpunkte im
wissenschaftlichem und praktischen Gebiet gesetzt werden können und
hier Aufholarbeit geleistet wird", so Julia Röper-Kelmayr.
Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich, Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:gerald.hoechtler@spoe.at
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