SPÖ Oberösterreich: Gesundheit ist keine Privatsache

Das solidarische Gesundheitssystem stärken - Ernährungsprävention ausbauen

Linz (OTS) - "Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, das beste Gesundheitssystem für alle Menschen zu garantieren. Unsere Grundwerte Gleichheit und Gerechtigkeit sind in der Gesundheitspolitik dann verwirklicht, wenn alle den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung und Pflegeangeboten haben. Das solidarische Prinzip im Gesundheitssystem muss weiter ausgebaut werden. Wir müssen dafür sorgen, dass unser Gesundheitssystem weiter zu den besten der Welt gehört!", sind sich SPÖ-Landesvorsitzender Josef Ackerl, Gesundheitsminister Alois Stöger und SP-Gesundheitssprecherin Dr.in Julia Röper-Kelmayr einig. "Die Versorgungssicherheit mit medizinischen Leistungen muss auch außerhalb des Zentralraums garantiert sein. Alle Menschen müssen unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung haben. Ein Ausbau der Gruppenpraxen ist daher ein Gebot der Stunde". Für die SPOÖ ist klar, dass die Erhaltung der Gesundheit keine Privatsache, sondern eine öffentliche Aufgabe ist. Dies war auch ein dezidierter Wunsch in den vielen Rückmeldungen im Zuge des morgen.rot-Diskussionsprozesses.

Gesunde Ernährung bringt Lebensjahre

"Wenn die Ernährung verbessert wird, können viele Lebensjahre an Gesundheit dazugewonnen werden", ist für Gesundheitsminister Stöger klar.
Viele Studien zeigen, dass Erkrankungen in Zusammenhang mit falscher Ernährung und mangelnder Bewegung immer weiter Zunehmen. "In diesem Feld ist in den vergangenen Jahrzehnten leider zu wenig passiert. Durch meinen Nationalen Aktionsplan Ernährung möchte ich eine Trendwende einleiten", so der Gesundheitsminister weiter, "wir müssen die Herzen und Köpfe der Menschen erreichen. Bewusstseinsbildung ist von zentraler Bedeutung, die gesunde Wahl muss die leichtere werden". Dazu braucht es gezielte Information für die Bevölkerung, aber auch institutionelle Ansätze. Beispielweise sollen die Schulkantinen gezielt verbessert werden. Durch Aufklärung und Unterstützung der BetreiberInnen von Schulbuffets durch eigene mobile BeraterInnenteams soll das Speisen und Getränkeangebot gezielt und rasch verbessert werden.

Neben bestehender Spitzenmedizin Prävention ausbauen

Mehr Gewicht legen die SPÖ Oberösterreich und der Gesundheitsminister auf Prävention und Vorsorge. Neben dem bestehenden ausgezeichneten Zugang zu Spitzenmedizin müssen die Bereiche Prävention und Gesundheitsförderung ausgebaut werden, um Krankheiten vorzubeugen und so die Grundlagen für ein gesundes Leben für möglichst viele Menschen zu schaffen. "Auch in der Prävention bauen wir das Angebot immer weiter aus", betont Gesundheitsminister Alois Stöger, "beispielsweise werden im kommenden Jahr die Miningokokken- und Pneumokokkenimpfungen in das Kinderimpfprogramm aufgenommen."
Auch bewegungsaktivierende Maßnahmen und eine Ausweitung des Angebots für Breitensport sollen als Präventionsmaßnahmen mehr in den Fokus gerückt werden.
Zwischen Armut, Arbeitslosigkeit, Bildungsniveau und dem Gesundheitszustand besteht nachweisbar ein enger Zusammenhang. Menschen aus benachteiligten Gruppen sind öfter und länger krank. Gesundheitsförderung muss deshalb als gesellschaftspolitischer Auftrag verstanden werden.
Arme Menschenernähren sich oft weniger ausgewogen, machen weniger Sport und leben in schlechteren Wohnung und Häuser. Gesundheitsförderung ist für uns deshalb auch Abbau von sozialen Ungleichheiten. Der gesundheitsfördernde Aspekt muss bei jeder politischen Entscheidung mitgedacht werden".

Arbeit darf nicht krank machen

Wichtiger Schwerpunkt der SPOÖ ist auch der Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Initiativen des Fonds Gesundes Österreich und der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse sind ein gutes Beispiel für weitere Projekte im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Viele Krankheiten entstehen im Betrieb, Vorsorge vor Ort hat immer die größte Wirkung.

Keine 2-Klassen-Medizin und keine neuen Selbstbehalte!

"Jeder Mensch muss den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung auf höchstem Niveau unabhängig von seinem Einkommen haben. Medizin darf keine käufliche Ware sein. Es darf keine Zwei-Klassen-Medizin und keine neuen Selbstbehalte geben", bringt Röper-Kelmayr die Position der SPÖ Oberösterreich für ein gesundes Oberösterreich auf den Punkt. Die Forderungen haben sich auch vor allem beim morgen.rot-Diskussionsprozess zur Parteierneuerung herauskristallisiert und bilden die Arbeitsschwerpunkte der Landes-SPÖ für die nächsten Jahre.

Die beste Pflege für alle

"Wir wollen auch die beste Pflege für alle und die Möglichkeit schaffen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Und dafür brauchen wir eine solidarische Finanzierung durch die ganze Gesellschaft", so Landesparteichef und Sozialreferent LH-Stv. Josef Ackerl. Es geht der SPÖ Oberösterreich um die freie Wahl der Betroffenen zwischen der Betreuung zu Hause, in betreuten Wohnungen, SeniorInnen- oder Pflegeheimen.

Der bis 2014 fixierte Pflegefonds soll und kann nur eine Übergangslösung für die enormen Finanzierungsprobleme in der Altenpflege und -betreuung sein. Bis zum nächsten Finanzausgleich soll ja in der bereits laufenden Strukturarbeitsgruppe Pflege (zwischen Bund, Ländern und NGOs) ein nachhaltiges Finanzierungsmodell gefunden werden. "Entscheidend ist, dass diese neue Finanzierungslösung über das Volumen des Pflegefonds deutlich hinaus eine essentielle Entlastung der Länder und Gemeinden - vor allem der Gemeinden - bringt und sie darf nicht auf Kosten der ArbeitnehmerInnen erfolgen " fordert LH-Stv. Ackerl. Zudem ist darauf zu achten, dass es zwischen dem Bund und den Ländern zu keine "doppelten Zuständigkeiten" kommt. Es muss ein einfaches, transparentes und unbürokratisches Finanzierungsmodell gefunden werden.
Wichtig ist auch die Zusammenarbeit zwischen Gesundheit und Sozialem. Ein großer Teil der Gesundheitsversorgung hängt eng mit der Betreuung alter und pflegebedürftiger Menschen zusammen. Diese Personen und ihre Angehörigen leiden aus vielen Gründen besonders darunter, wenn Schnittstellen zwischen Heim, Arzt und Spital nicht optimal gelöst sind. Es ist daher ein guter Übergang vom Gesundheitssystem ins Pflegesystem und umgekehrt notwendig, welches durch ein optimales Nahtstellenmanagement gelöst werden soll. In Oberösterreich wird derzeit an der Ausweitung des Pilotprojektes "Nahtstellenmanagement" für ganz Oberösterreich gearbeitet.
Aber auch die Vorbeugung in der Gesundheit spielt eine enorm wichtige Rolle. Durch Prävention ist es möglich, dass Menschen später ins Pflegesystem eintreten müssen. Oft brauchen diese Menschen eine weniger intensive Pflegeleistung und können länger über Mobiler Dienste oder Hauskrankenpflege in ihrer gewohnten Umgebung versorgt werden.
"Gesundheit ist eine öffentliche Aufgabe"

"Der hohe Standard des österreichischen Gesundheitswesens ist durch das gesellschaftliche Bekenntnis zu Solidarität begründet, die gesellschaftliche Verantwortung versteht sich durch die Tatsache, dass die Erhaltung der Gesundheit kein privater Wert, sondern eine öffentliche Aufgabe ist", steht für die Gesundheitssprecherin der SPÖ Oberösterreich, die Landtagsabgeordnete und Ärztin Julia Röper-Kelmayr, fest.

Gleichheit im Gesundheitssystem herzustellen, so die Ärztin im AKH Linz, bedeutet auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu berücksichtigen. Frauen sind von anderen gesundheitlichen Risiken betroffen, haben andere Krankheitssymptome und reagieren anders auf manche Medikamente als Männer. Die Gender Medizin setzt sich nicht nur mit den biologischen Unterschieden auseinander (zB. Organe, Hormone), sondern berücksichtigt und erforscht auch die durch soziale Rollen erworbenen Unterschiede. Die Krankheiten sind zwar oft die Gleichen, die Ursachen und Symptomatiken sind aber unterschiedlich. Und diese Unterschiede gilt es auch in der medizinischen Praxis stärker zu berücksichtigen.

Ein eigener Lehrstuhl für Gender Medizin!

Ein weiterer Aspekt um Gleichheit im Gesundheitssystem zu verwirklichen, ist die Versorgung mit Gesundheitsleistungen. Diese kann aber nur dann erreicht werden, wenn wir genug gut ausgebildete Ärzte und Ärztinnen haben. Aus diesem Grund setzt sich die SPÖ Oberösterreich für die Einrichtung einer Medizinischen Universität in Oberösterreich ein. "Zusätzlich fordern wir die Errichtung eines Lehrstuhles für Gender Medizin, damit gezielt Schwerpunkte im wissenschaftlichem und praktischen Gebiet gesetzt werden können und hier Aufholarbeit geleistet wird", so Julia Röper-Kelmayr.

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