Jank: Österreich intensiviert Wirtschaftsbeziehungen zu Serbien

WK-Wien Präsidentin Jank trifft serbischen Minister zu Beratungen - Österreichisches Know-how gefragt - EU-Beitritt Serbiens als große ökonomische Chance für beide Länder

Wien (OTS) - Im Rahmen eines zweitägigen Besuchs in Belgrad nützte Österreichs Wirtschaftsvertreterin WK Wien-Präsidentin Brigitte Jank die Gelegenheit, in Gesprächen mit Wirtschaftsminister Nebojsa Ciric und Bildungs-Staatssekretär Radivoje Mitrovic die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Serbien zu vertiefen.

Minister dankt Österreich für Unterstützung bei EU-Annäherung Erst vor kurzem hat die Europäische Kommission Serbien den Status eines Beitrittskandidaten in Aussicht gestellt, der im Dezember offiziell bestätigt werden soll. Ein Erfolg auch für Österreich, das sich maßgeblich für die Aufnahme des Balkanlandes einsetzt. "Österreich ist immer ein wichtiger Unterstützer Serbiens auf seinem Weg in die Europäische Union gewesen", sagte Wirtschaftsminister Ciric, der sich bei Präsidentin Jank persönlich für die Fürsprache Österreichs bedankte. Präsidentin Jank unterstrich ihrerseits die wirtschaftliche Bedeutung der serbisch-österreichischen Beziehungen:
"Serbien entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Wirtschaftspartner für Österreich. Rund 400 österreichische Unternehmen sind bereits mit eigenen Niederlassungen in Serbien vertreten und machen Österreich zum größten ausländischen Investor in Serbien. Die Beitrittsperspektive Serbiens eröffnet zusätzliche Chancen und bedeutet einen weiteren Wirtschafts-Boost für beide Länder." Neue Möglichkeiten und Kooperationen dürfen sich vor allem Wiens Wirtschaftstreibende erwarten. Nicht zuletzt dank der in Wien lebenden serbisch-stämmigen Unternehmer und Bürger, die eine wichtige Brücke zu ihrem Herkunftsland bilden und knapp ein Fünftel der in Wien lebenden Menschen mit migrantischem Hintergrund ausmachen.
Als Ergebnis des Gesprächs kamen Ciric und Jank überein, dass es das große aber bisher nur teilweise gehobene Potential für grenzüberschreitende Firmenkooperationen auszuschöpfen gelte - vor allem in den für Serbien so wichtigen Bereichen Lebensmittelverarbeitung und in der KFZ-Zulieferindustrie. Ciric und Jank verwiesen vor allem auf die umfangreichen Fördermöglichkeiten und Steuererleichterungen, mit denen Serbien ausländische Investoren anziehen möchte. Zusätzlich punkte Serbien mit einem One-Stop-Konzept für Gründer und mit einer neuen Regelung, die die Umsetzung von Private-Public-Partnerschaften erleichtert.

Hoher Aufholbedarf im Umwelt- und Infrastrukturbereich Österreichische Unternehmen punkten in Serbien vor allem mit Beratungsleistungen im Tourismus und bei Projekten zu Energieeffizienz, Straßenbau, Wasser- und Abwassertechnik. Im Infrastruktur- und Umweltbereich hat Serbien aber noch einen großen Aufholbedarf. So sind alleine für Projekte zur Abwasserentsorgung und -aufbereitung in den Städten bis ins Jahr 2019 Investitionen in Höhe von fünf Mrd. Euro eingeplant. Ciric: "Wir werden in den kommenden Jahren eine Reihe neuer Gesetze im Umweltbereich erlassen und damit die Grundlage für neue Investitionen und Geschäftschancen legen." Geschäftschancen, die vor allem für österreichische Unternehmen interessant sind. "Wir wollen als erste dabei sein, wenn Serbien seine Abwasser- und Umweltsysteme erneuert. Unsere Betriebe verfügen über international anerkanntes Know how auf diesem Gebiet und exportieren ihr Wissen und ihre Technologien bereits sehr erfolgreich", so Jank, die erst vergangenes Jahr in China den Boden für österreichische Umwelttechnologien bereitet hat.

Serbien droht Fachkräftemangel
Kritisch sieht Ciric jedoch die Situation des serbischen Fachkräfteangebotes. Er geht davon aus, dass die Wirtschaft seines Landes in Zukunft den Bedarf an qualifizierten Fachkräften nicht mehr decken kann. Ciric: "Die EU-Beitrittsperspektive kurbelt unsere Wirtschaft an. Ohne entsprechend ausgebildete Mitarbeiter würde diese Entwicklung rasch an Dynamik verlieren." Eine Einschätzung, die Präsidentin Jank teilt: "Top-ausgebildetes Personal gehört zu den wichtigsten Vorteilen eines Wirtschaftsstandortes. Die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften ist für österreichische Investoren in Serbien von besonderer Bedeutung." Der serbische Wirtschaftsminister informierte sich im Rahmen der Gespräche bei Präsidentin Jank daher auch über das heimische System der dualen Ausbildung für Lehrlinge, das international als Vorzeigeprojekt im Bereich der Fachkräfteausbildung gilt.

Exportschlager Tourismusausbildung
Um Fragen der Zusammenarbeit im Ausbildungsbereich ging es auch bei dem Gespräch zwischen Bildungs-Staatssekretär Radivoje Mitrovic und Präsidentin Brigitte Jank. Mitrovic hob hervor, dass Serbien in den kommenden Jahren massiv in die touristische Infrastruktur investieren werde. Dabei sei das Know how Österreichs, das in der Tourismusausbildung führend ist, für Serbien von besonderer Bedeutung. Ohne entsprechend ausgebildete Mitarbeiter könnten viele Projekte nicht erfolgreich umgesetzt werden. "Österreich verfügt über eine Reihe weltweit anerkannter Fortbildungseinrichtungen im Bereich Tourismus. Dieses Know how werden wir Serbien zur Verfügung stellen und unsere Position als Top-Ausbildungsstandort für Touristiker festigen", sagte Jank.

Schwerpunkt Know-how-Transfer
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Serbien-Reise fand an der Belgrader Universität statt: Die Außenwirtschaft Österreich organisierte eine Leistungsschau über den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Österreich. Heimische Bildungsinstitutionen präsentierten dabei serbischen Kooperationspartnern, Ministerien und Universitäten ihre Leitungen; darunter die International Business School Austria, die Modul University Vienna, IMC University of Applied Sciences Krems, die Modul Tourismusschulen, der Österreichische Austauschdienst und das WIFI. "Gerade in Serbien ist österreichisches Know-how sehr gefragt. Mit der Leistungsschau wollen wir länderübergreifende Kooperationen schaffen und den Wissenstransfer im Bildungsbereich ankurbeln", so Jank.

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