Abgeltung der gesetzlichen kollektivvertraglichen Erhöhungen nicht mehr finanzierbar!!!

Wien (OTS) - Nach der am 28. Oktober 2011 stattgefundenen Betriebsvollversammlung des Theaters in der Josefstadt äußern die Betriebsräte der Technik sowie der Künstler und Verwaltung schwere Besorgnis über das Subventionsgebaren von Bund und Stadt Wien.

Stiftungsvorsitzender Hr. DI. Rhomberg, Direktor Föttinger und Hr. Mag. Götz informierten auf Bitte der Betriebsräte die Mitarbeiter des Hauses über die seit einem Jahr dauernde zähe Entwicklung der Subventionsverhandlungen. Laut Darstellung der Geschäftsführung sei momentan noch keine Gefahr in Verzug, das Theater habe ein stabiles Finanzgebaren, doch könne das Theater die Zahlungsverpflichtung der zu erwartenden, vorsichtig mit ca. 2 % prognostizierten gesetzlich geregelten Kollektivvertragserhöhungen ohne Hilfe der Subventionsgeber nicht finanzieren. "Es handelt sich ab 2012 um zusätzliche 350.000 Euro pro Jahr. Diese sind aus dem laufenden Budget nicht zu finanzieren" informierte Stiftungspräsident DI G. Rhomberg die geschockte Belegschaft.

Die Betriebsräte sehen die Stiftungsgründer, also Land und Bund, als Arbeitgeber und rufen diese hiermit zu ihrer absoluten Obsorgepflicht auf, den Geschäftsführern genügend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit diese die gesetzlich vorgeschriebenen Lohnanpassungen an die Belegschaft auch leisten können.
Das Theater in der Josefstadt erwirtschaftet mit 2 Bühnen und 420 Mitarbeitern außergewöhnliche 41% Eigendeckung. Wir meinen, dass unsere künstlerischen Erfolge, die sehr gute Akzeptanz beim Publikum, die tadellose Finanzgebarung der Geschäftsführung und die in den letzten Jahren bei den Löhnen durchgesetzten Einsparungen diese Unterstützung verdienen.

Jedoch die Subventionsgeber wollen die Argumente und Berechnungen der Josefstadtleitung, scheint es, nicht anerkennen. Eine von der Stadt Wien zugesagte Euro 380.000.- Subvention ab dem Jahr 2013 wird die kollektivvertragliche Erhöhung, die nichts anderes als die Indexanpassung der Löhne ist, nicht abdecken können, zumal sich die Summe jährlich wiederholt bzw. sogar um die neue Indexanpassung erhöht. Das Volumen macht in Summe vorveranschlagte Euro 2,1 Millionen für den Zeitraum 2013/14/15 aus.

Dabei hat Dr. Mailath-Pokorny (in einer Aussendung von 2010) selbst argumentiert, dass Kultur sich lohne. Jeder in die Kultur investierte Euro käme über Umwegrentabilität 2,3 fach zurück. Im Fall des Theaters in der Josefstadt würde diese Rechnung (laut dem renommierten IHS) so lauten: Das Theater in der Josefstadt erwirtschaftet über die Umwegrentabilität ca. Euro 12,5 Mio. bei einem derzeitigen Subventionsstand von ca. Euro 13,5 Mio. (von Stadt und Bund) pro Jahr.

Wir Betriebsräte appellieren im Namen der Belegschaft und unseres Theaters an die Eigentümer und zuständigen Kulturpolitiker allen voran Frau Dr. Schmid und Herrn Dr. Mailath-Pokorny den kulturpolitischen Stillstand aufzuheben, Ressourcen für die kollektivvertraglichen Erhöhungen zu verhandeln und Subventionsprobleme nicht auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuspielen.

Der Betriebsrat Künstler & Verwaltung, Claudio Hiller sowie der Betriebsrat der Technik, Richard Weissborn.

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Claudio Hiller
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