"Fall Paulina": Jetzt beging ihr Peiniger in der Haft Suizid.

NEWS-exklusiv: Der Abschiedsbrief des Mörders.

Wien (OTS) - Am 5. Juli 2011 wurde in Bad Ischl eine 14-Jährige Schülerin ermordet. Ihr Stiefvater, Klaus K., und dessen Sohn Konstantin, 19, haben das Verbrechen längst gestanden. Nun erhängte sich der Haupttäter in seiner Zelle in der Justizanstalt Wels. Vor seinem Freitod hat der 48-jährige Mann (wie NEWS in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet) an seinen Anwalt Andreas Mauhart einen langen Abschiedsbrief geschrieben, der NEWS exklusiv vorliegt. Auszüge daraus: "Ich habe aus meinem Sohn, aus einem fröhlichen Teenager, einen Verbrecher gemacht. Ich habe Konstantin immer (vor dieser Sache) erklärt, dass man nichts Unrechtes tun darf und das Gesetz achten muss. Und jetzt habe ich sein Leben, bevor es richtig losging, ausgelöscht."

Vor etwa einem Monat habe er seinen Sohn beim Spazieren im Gefängnishof gesehen: "Er ist in einer Ecke gestanden mit gesenktem Kopf, voller Angst. Er sah zu mir zum Fenster rauf, mit starrem Blick, als ob er fragen würde: ,Warum'. Keine Nacht kann ich diesen Blick vergessen, er reißt mich aus dem Schlaf, selbst am Tag verfolgt er mich."

Verteidiger Andreas Mauhart hat Klaus K. unzählige Male im Gefängnis besucht. Was erzählte der 48-Jährige bei diesen Visiten über sich und seine Tat? "Er erklärte mir", so der Anwalt, "dass bereits seit vielen Jahren immer wieder ,böse Stimmen' die Herrschaft über ihn übernommen hätten; zunächst nur für nur Minuten, später für Stunden, schlussendlich sogar für ganze Tage." Am Morgen des Verbrechens an Paulina soll ihm "eine weibliche Stimme" den Tod des Mädchens befohlen haben.

Konstantin K. ist, als er die Nachricht vom Suizid seines Vaters erfuhr, zusammengebrochen. Er wird nun in der Haft umfassend psychologisch betreut, da befürchtet wird, dass auch er sich etwas antun könnte. Vater und Sohn wurden bereits vor Wochen von Gerichtspsychiater Reinhard Haller untersucht; die Gutachten über den Geisteszustand der beiden sollen demnächst der Justiz vorliegen. Der Prozess ist für Anfang 2012 geplant.

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