- 25.10.2011, 15:50:17
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Evangelische Kirche beschließt organisatorische Reform
Organisationsentwicklung abgeschlossen - Stärkung der Synode - Neues "Kirchenpresbyterium"
Leibnitz (OTS/epdÖ) - Die Evangelische Kirche hat am Dienstag,
25. Oktober, auf ihrer bei Leibnitz tagenden Generalsynode mit
überwältigender Mehrheit eine Strukturreform beschlossen. Damit kommt
ein mehrjähriger Prozess der Organisationsentwicklung, dem sich die
Evangelische Kirche A.B. gestellt hatte, zum Abschluss. "Die Gestalt
und die Verfassung der Kirche sind immer an ihrem Auftrag neu
auszurichten, es gilt das Luther-Wort 'ecclesia semper reformanda'",
betont der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker. Dies sei
durch die nun beschlossene Verfassungsreform "sehr gut gelungen", das
Zusammenwirken aller Ebenen werde dadurch gestärkt.
Neu eingeführt wird das so genannte "Kirchenpresbyterium", der
bisherige Synodalausschuss fällt weg. Dem Kirchenpresbyterium gehören
alle SuperintendentInnen, die SuperintendentialkuratorInnen als
weltliche VertreterInnen der Diözesen, die Mitglieder des
Oberkirchenrates und der Synodenpräsident an. Gleichzeitig gehen
bisherige Aufgaben des Synodalausschusses - wie etwa die
Budgetverantwortung - direkt an die Synode.
"Die Reform bringt ein neues Gefüge", erklärt der juristische
Oberkirchenrat Raoul Kneucker, der maßgeblich an der Entwicklung der
neuen Struktur beteiligt war. Die Synode sei gestärkt und zum
"zentralen Beschlussforum" geworden, insbesondere durch die
Verantwortung für das Budget, den Rechnungsabschluss oder die
Entlastung der anderen Organe in finanziellen Angelegenheiten. Mit
dem "Kirchenpresbyterium" wurde auf exekutiver Ebene ein neues
Gremium geschaffen, "das für die Entwicklung der Kirche angesichts
der künftigen Herausforderungen die Verantwortung trägt".
"Bewundernswert", so Kneucker, sei, dass diese Reformschritte "nicht
erst in Katastrophen geschehen und sich eine öffentliche Organisation
dieser Größe ein solches Planungsinstrument schafft". Nun gebe es
eine "klare Arbeitsteilung auf exekutiver Ebene", der operative
administrative Bereich werde vom Oberkirchenrat wahrgenommen, während
die strategische Verantwortung beim neuen "Kirchenpresbyterium"
liege.
Erfreut, dass der "intensive und mehrjährige" Prozess der
Organisationsentwicklung jetzt auf der Ebene der Superintendenzen und
der Landeskirche abgeschlossen werden konnte, zeigte sich
Synodenpräsident Peter Krömer. Bereits im Vorjahr hätten die
Ergebnisse der Organisationsentwicklung auf der Ebene der Gemeinden
zu positiven Veränderungen geführt. Nun erhofft sich Krömer, dass
durch die stärkere Befassung der Synode mit finanziellen Fragen diese
"bis in die Gemeinden durchgehen". Zweifellos werde die neue
Struktur, die ab Jänner 2012 umgesetzt wird, "ein anderes
Zusammenspiel" zwischen den Ausschüssen der Synode und der
Kirchenleitung bringen, im "Kirchenpresbyterium" könnten nun auch
langfristige Planungen erfolgen.
Von Anfang an intensiv am Prozess der Organisationsentwicklung
beteiligt war der steirische Superintendent Hermann Miklas. "Ich bin
begeistert", erzählt der Superintendent und professionell
ausgebildete Organisationsentwickler, "dass dieser lange Prozess der
Strukturreform entgegen allen Prognosen von unten nach oben möglich
war". Die intensive Beteiligung der Pfarrgemeinden habe entscheidend
zu diesem Ergebnis beigetragen. Das neue "Kirchenpresbyterium" sieht
Miklas auch als Stärkung der diözesanen Ebene, da die
Verantwortlichen der Diözesen nun stärker in kirchenleitende
Thematiken und strategische Zukunftsfragen wie etwa den Stellenplan
eingebunden seien. Miklas: "Ich freue mich, dass es in Zeiten, in
denen in der Politik ein echter Reformstau herrscht, in unserer
Kirche möglich war, von unten nach oben einen Reformprozess
durchzuziehen und zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen."
Fotos zur Synode (Download in Druckqualität) auf:
www.evang.at/themen/fotos
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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