AK Wien Vollversammlung 5: Invaliditätspension verhindern

Wien (OTS) - Die Vollversammlung der AK Wien fordert verstärkte Anstrengungen, um Krankheit und Invalidität zu verhindern und auch gesundheitliche beeinträchtigten Menschen weiter die Möglichkeit zur Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen.

Obwohl die Zahl der Invaliditätspensionen zuletzt leicht gesunken ist besteht in diesem Bereich ein erhebliches Potenzial zur Anhebung des Pensionszugangsalters. Durch Maßnahmen zur Vermeidung von Invalidität könnte das faktische Pensionsalter um ein Jahr angehoben werden. Die Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit ist auch im Hinblick auf die Alterssicherung unverzichtbar. Versicherte müssen nachhaltig in die Lage versetzt werden, bis zum Regelpensionsalter und darüber einer pensionswirksamen Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Bei den Invaliditätspensionen sind in den vergangenen Jahren die Zugangszahlen aufgrund psychischer Erkrankungen deutlich angestiegen. Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Langzeitarbeitslosigkeit und psychischer Erkrankung. Auffällig ist die Konzentration dieser Erkrankungen auf bestimmte Branchen.

Es ist daher notwendig, verstärkt Maßnahmen zu ergreifen, um einerseits Krankheit und Invalidität zu vermeiden und andererseits gesundheitlich beeinträchtigte erwerbstätige und arbeitslose Personen wieder in den Erwerbsprozess einzugliedern. Bei der Verfolgung dieser präventiven Ansätze ist es wichtig, dass Versicherte bei schweren Erkrankungen von den Sozialversicherungsträgern und dem AMS kontinuierlich und aktivierend betreut werden. Nur so können sie bedarfsgerecht mit den benötigten Leistungen versorgt werden.

Die Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien fordert daher:

+ Die organisatorischen Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um trägerübergreifend (SV-Träger, AMS) Versicherte mit schweren Erkrankungen und Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit rechtzeitig betreuen zu können.
+ Die von Unterstützungs- und Betreuungspflichten der zuständigen Träger muss gesetzlich verankert werden.
+ Ein frühes und umfassendes Disease-Management vor allem auch bei psychischen Erkrankungen muss geschaffen werden. Es muss Behandlungsmöglichkeiten ohne finanzielle Barrieren geben.
+ Um Pensionsanträge zu vermeiden muss es im Bedarfsfall bei einem mehr als 40 Tage dauernden Krankenstand eine Zuweisung an "Fit2Work" als Case-Management geben.
+ Um Folgeanträge zu vermeiden, müssen Personen, die aus der Gesundheitsstraße zurück zum AMS kommen betreut und gegebenenfalls umgeschult werden können.

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