• 25.10.2011, 12:11:51
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Todesurteil Schwangerschaft: Digitale Geburtshilfe aus Ghana gewinnt UN-Jugendpreis

Online-Angebot "Maternal Mortality Portal" wird in Graz ausgezeichnet

Salzburg (OTS) - In Ghana sterben bei 100.000 Geburten 350 Frauen.
In Österreich sind es im direkten Vergleich fünf Frauen, in
Deutschland sieben. Damit ist das Risiko in Ghana ein Kind zu
gebären, zwischen 50 und 70 Mal höher als in Deutschland und
Österreich. Die digitale Plattform Maternal Mortality Portal ist eine
Reaktion auf die hohe Müttersterblichkeit in Ghana. Sie hält
Fachwissen für Geburtshelfer bereit und will mit medizinischer
Aufklärung die Gesundheitsversorgung von Müttern und Säuglingen
verbessern. Die jungen Gründer von Maternal Mortality Portal erhalten
am 12. November in Graz vor Vertretern der Vereinten Nationen,
Regierungen und der Privatwirtschaft den UN-Jugendpreis "World Summit
Youth Award".

In Zusammenarbeit mit der Weltbank liefert Maternal Mortality
Portal Daten zu Müttersterblichkeit in 207 Ländern. Auf
Länderprofilen erfahren die Nutzer wie hoch die Lebenserwartung von
Neugeborenen ist, ob medizinisches Personal die Geburten begleitet
und wie viele Frauen die Schwangerschaft nicht überleben. Per
Mausklick können sie Länder und Kontinente direkt miteinander
vergleichen, ohne Daten aus unterschiedlichen Quellen recherchieren
zu müssen. Die Seite zeigt, dass werdende Mütter in Afghanistan am
stärksten gefährdet sind: Nur 24 Prozent der Afghaninnen werden bei
der Niederkunft von geschultem Personal versorgt. Jede elfte stirbt
bei der Entbindung.

Künftig soll das Portal auch Hinweise zu Schwangerschaftsrisiken
liefern und aufzeigen, was Geburtshelfer vor und nach der Entbindung
dringend beachten sollten. Gründer Alexander Titiloye Ojo (29) möchte
aufklären und so Leben retten: "Ich bin als Einzelkind aufgewachsen,
weil meine Mutter vier Geschwister bei der Geburt verloren hat. Sie
starben, weil es weit und breit keine Ärzte gab."

Ein Hauptgrund, weshalb viele Frauen die Schwangerschaft nicht
überlebten, seien einfach zu behandelnde Blutungen, sagt Ojo.
Ländliche Gebiete in Afrika sind oft abgeschnitten von medizinischer
Versorgung. So kann es Tage dauern, bis die nächste Klinik erreicht
ist - zu lang, um Frauen im Kindbett vorm Verbluten zu bewahren.

Alexander Ojo und sein Team erhalten am 12. November in Graz den
internationalen Multimediapreis World Summit Youth Award (WSYA) 2011
in der Kategorie "Fight Poverty, Hunger and Disease". Die steirische
Landesrätin Elisabeth Grossmann übergibt die Auszeichnung neben
Maternal Mortality Portal an 17 weitere Digitalprojekte junger
Produzenten.

Zwischen 10. und 13. November sind die 18 Gewinnerteams und 15
Zweitplatzierten auf dem WSYA Gewinner-Festival in Graz. Dort
präsentieren sie ihre digitalen Projekte vor Mitgliedern der UNO,
Regierungsvertretern, NGOs und der Privatwirtschaft. Das World Summit
Multimedia Festival findet erstmals in Österreich statt und bietet
vier Tage Workshops, Diskussionsrunden und Festivitäten.

Weltweit haben sich über 700 junge Entwickler und Designer mit
Websites, Handy-Apps und neuen Medienformaten in sechs Kategorien für
den WSYA 2011 beworben. Der WSYA ist aus dem UN-Weltgipfel zur
Informationsgesellschaft (WSIS) hervorgegangen und möchte junge
Menschen dafür gewinnen, die Millennium-Entwicklungsziele aktiv
umzusetzen.

Alle Infos und Anmeldungen zum Event auf www.youthaward.org

Über den World Summit Youth Award (WSYA)

Der WSYA zeichnet best-practice Beispiele in e-Content und Neuen
Medien von jungen Menschen bis zu 30 Jahren aus. Er bietet Menschen
aus allen UN-Mitgliedstaaten eine Plattform, um Armut und Hunger,
Krankheiten sowie die Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen,
Bildung und kulturelle Vielfalt zu fördern und die Umwelt zu
schützen. Der WSYA findet in diesem Jahr nach 2005, 2009 und 2010 zum
vierten Mal und erstmals in Österreich statt. Er ist offizieller
Beitrag zum UN World Summit on the Information Society (WSIS) und
seinem Aktionsplan zur Erreichung der Entwicklungsziele bis zum Jahr
2015. Der WSYA wird organisiert vom International Center for New
Media (ICNM) mit Sitz in Salzburg. Unterstützt wird der WSYA durch
die UN Global Alliance for ICT & Development (UN GAID), die John S.
and James L. Knight Foundation, die Internet Society (ISOC), INTEL,
die telfree Group, die Fundacao para as Comunicacoes Móveis (FCM) und
die Layla Fakhro Foundation.

Weitere Informationen unter:
www.youthaward.org | www.facebook.com/youthaward |
http://twitter.com/youthaward

Rückfragehinweis:
Dr. Andrea Thuma,
Anna Gauto,
International Center for New Media (ICNM)
Tel: +43 662 630408 40
E-Mail: [email protected], [email protected]

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