Neue Eisbärenanlage für Schönbrunn: Tierquälerei auf Kosten des Steuerzahlers?

Österreichischer Tierschutzverein fordert einen sofortigen Stopp der Finanzierung

Wien (OTS) - Trotz 12 Millionen Euro Umsatzerlösen jährlich (2008/2009) lässt sich der Tiergarten Schönbrunn in Wien sein neues Eisbären-Gefängnis für 9 Millionen Euro über das Wirtschaftsministerium vom Steuerzahler finanzieren. Nach Ansicht des Österreichischen Tierschutzvereins kann keine noch so neue, große oder naturnahe Eisbärenanlage dieser Großbärenart jemals gerecht werden. Andere neue Anlagen wie in den deutschen Zoos Hannover, Karlsruhe oder Gelsenkirchen führten bei den dortigen Eisbären dennoch zu Verhaltensstörungen, die mit Leiden einhergehen. Ein Neubau im Tiergarten Schönbrunn sei daher eine erhebliche Verschwendung von Steuergeldern aber auch eine Tierquälerei auf Kosten des Steuerzahlers. Der Österreichische Tierschutzverein fordert daher heute das Wirtschaftsministerium auf, die Überweisung zu stoppen und sich auch für ein Auslaufen der Eisbärenhaltung in Wien stark zu machen, zumal auch die EU schon vor Jahren empfohlen hat, keine Eisbären mehr in Zoos zu halten.

"Ich bin mir sicher, dass jedem österreichischen Steuerzahler sofort ein wichtiges soziales Projekt einfällt, das Gelder für seine dringende Umsetzung benötigt. Millionen Euro an Steuergeldern für eine immerwährende tierquälerische Haltung zu verschwenden, während laufend Sozialleistungen gekürzt werden, ist ein politischer Skandal", so der Vorsitzende des Österreichischen Tierschutzvereines Erich Goschler.

Die Schweiz hat aus Tierschutzgründen ihre Eisbärenhaltung auslaufen lassen. Ein Neubau in Wien führt zu keinen artgerechten Haltungsbedingungen für diese größte Bärenart. Das ausgeprägte Wanderverhalten des Eisbären erstreckt sich in Freiheit auf hunderte Kilometer, keine noch so teure oder vermeintlich naturnahe Anlage kann dies jemals bieten. Die Tiergartenleitung führt auch in diesem Fall ihre Politik der Besuchertäuschung weiter, um mit leidenden Tieren ihre Kassen zu füllen.

Rückfragen & Kontakt:

Erich Goschler
Präsident
Österreichischer Tierschutzverein
Tel.: 0662 / 84 32 55-14

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TSV0001