• 21.10.2011, 12:51:48
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Experten: IT-Standort Österreich muss sich besser verkaufen

Software- und IT-Branche schafft in Österreich direkt rund 100.000 Arbeitsplätze - Branche muss ihre Vorzüge hervorstreichen - "Wenn man stehen bleibt, fällt man zurück

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2394
Im Bild v.l.n.r. Christoph Schmid (Hewlett Packard), Max Höfferer (VÖSI), Manfred Moormann (A1), Thomas Stern (Moderation, Braintrust), Christian Adelsberger (evolaris), Jürgen Horak (NextiraOne) und Harald Leitenmüller (Microsoft)

Wien (OTS) - Der heimische IKT-Standort ist - trotz viel Gejammer
- generell ganz gut aufgestellt. In manchen Bereichen, etwa dem
Bildungswesen oder der Vermarktung, gibt es aber deutlichen
Verbesserungsbedarf, waren sich Experten bei einer Podiumsdiskussion
der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien einig.

"Wir schlagen uns massiv unter Wert, jammern uns zu Tode und sind
außerhalb Österreichs nicht sichtbar. Dennoch bin ich optimistisch:
Die Zeit zum Aufzeigen ist für die Branche perfekt", erklärte Harald
Leitenmüller von Microsoft Österreich. Die IT müsse den Stellenwert
in der Öffentlichkeit bekommen, den sie habe. Auch um der neuen
Generation schmackhaft zu machen, in der Branche zu arbeiten.
Schließlich gebe es teilweise bereits einen "talent war".

Für eine Ausbildungsoffensive, um die Jugend stärker für die
Branche begeistern und innovative Firmen wie Talente - Stichwort
Braindrain - im Land halten zu können, plädierte auch Max Höfferer
vom Verband Österreichischer Software Industrie. Alleine die
Software- und IT-Branche - also ohne den Telekomsektor - schaffe in
Österreich direkt rund 100.000 Arbeitsplätze und erziele eine hohe
Wertschöpfung. "Grund genug - vor allem für die Politik - die Branche
als 'Jobmotor' wahrzunehmen. Wünschenswert wären auch Investitionen
in Software und IT 'Made in.at'", so Höfferer.

Bedingungen für Investitionen verbessern

"Man kann die Politik nicht um Investitionen in die Branche
bitten, das ist der falsche Ansatz. Sehr wohl notwendig sind aber
investitionsfreundliche Regularien", sagte Manfred Moormann von der
A1 Telekom Austria. "Grundsätzlich ist es bei uns nicht so schlecht.
Wenn Vertreter der Industrie unsere Industrie schlecht reden, tun sie
dem Land und der Industrie nichts Gutes", erklärte Moormann.
Österreich werde in Europa mittelfristig eine wichtige Rolle spielen,
"wenn wir uns öffnen".

"Die Wahrnehmung unserer Branche ist zu gering. Da stehen wir noch
vor großen Herausforderungen", strich Christoph Schmid von Hewlett
Packard (HP) Österreich hervor. Notwendig sei, das Verständnis für IT
zu verbessern und den Nutzen hervorzuheben. In der Ausbildung fehle
beispielsweise Praxisnähe, deshalb engagiere sich HP an Schulen und
im universitären Bereich. "Generell wird lebenslanges Lernen zur
Notwendigkeit, weil sich die Branche rasant weiter entwickelt. Wir
müssen bedenken, dass man zurückfällt, wenn man stehen bleibt", so
Schmid.

Schulen müssen mehr IT-Wissen vermitteln

Neben den Fachqualitäten seien bei den Mitarbeitern vor allem
"social skills" gefragt, da sich der IT-Bereich in Richtung
Consulting entwickle, meinte Jürgen Horak von NextiraOne. Österreich
habe diesbezüglich noch viel aufzuholen. "Um in puncto Standortwahl
weltweit nicht den Anschluss zu verlieren bedarf es konkreter
Maßnahmen wie zusätzliche Ausbildungslehrgänge, Forcierung des
IT-Wissens in Schulen, Erhöhung des Frauenanteils und Investitionen
in Infrastruktur und Innovation", so Horak.

"Wir brauchen Leitpersonen bzw. Idole. Denn das Fehlen von
Vorbildern führt schon in der Wahl des Studienzweigs zu einer
Untergewichtung technischer Fächer", erklärte Christian Adelsberger
von der evolaris next level GmbH. Konkrete Informationen in der Phase
des Wechsels von der Schule zur Universität könnten diesem Trend
entgegenwirken. "Was dem heimischen Standort außerdem gut tun würde,
wäre das Scheitern von Unternehmen zuzulassen. Auf dem Humus der
verstorbenen Betriebe könnten tolle neue Firmen entstehen", sagte
Adelsberger.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2394

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Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at

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