- 21.10.2011, 11:48:13
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SOS Mitmensch: FPÖ will Österreich wirtschaftlich ins 15. Jahrhundert zurück schicken!
ÖkonominInnen zerpflücken den FPÖ-Slogan "Unser Geld für unsere Leut"
Wien (OTS) - "Sie richten mit diesem Budget Österreich zugrunde!",
so die Worte von FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache in Richtung
Finanzministerin Fekter während der Budgetdebatte. Doch wie sieht es
mit den Wirtschaftsvorschlägen der FPÖ aus? ÖkonomInnen haben für SOS
Mitmensch die FPÖ-Forderung "Unser Geld für unsere Leut" unter die
Lupe genommen und sind zu einem klaren Schluss gekommen: die
Umsetzung der FPÖ-Forderung führt zu einem markanten
Wohlstandsverlust für alle.
Die IHS-Ökonomin Karin Schönpflug belegt anhand von Berechnungen,
dass "Unser Geld für unsere Leut" zur Folge hätte, dass es weniger
Wachstum, einen Einbruch des Konsums, einen Rückfall von
Investitionen, geringere Beschäftigung, geringere Löhne, ein Absinken
der Produktivität, steigende Sozialbeiträge und höhere Steuersätze
für alle Einkommensschichten zur Folge hätte. Eine radikale Umsetzung
der FPÖ-Forderung würde gar zu einem kompletten Zusammenbruch des
Wirtschaftssystems führen, so Schönpflug. Schönpflug weiter: "Zu
sagen, wir schotten uns ab, ist völlig absurd und wirtschaftlich grob
fahrlässig."
Aus Sicht des Wirtschaftshistorikers Fritz Weber sind Prozesse,
die zu Isolation führen, historisch betrachtet immer mit enormen
Wohlstandsverlusten verbunden gewesen. Dies war etwa in den 1930iger
Jahren der Fall als der internationale Austausch um zwei Drittel
zurückgegangen ist, ebenso im 15. und 16. Jahrhundert als es Länder
gab, die Exportverbote erlassen haben. Weber betont, dass der
wirtschaftliche Aufstieg Österreichs im Gefolge des Marshall-Plans
nach dem Zweiten Weltkrieg sehr eng damit zusammen hängt, dass man
sich eben nicht eingebunkert hat, sondern den wirtschaftlichen
Anschluss an Europa gesucht hat. Und Weber fügt an: "Ideen wie 'Unser
Geld für unsere Leut' können nur in Zeiten großer ökonomischer und
geistiger Verirrungen vorkommen. Die FPÖ verabschiedet sich damit von
Wirtschaftsliberalität. Ihre Forderung kommt der Forderung nach einem
Selbstembargo für Österreich gleich."
Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch dazu: "Die FPÖ will
die Grenzen für Geld dicht machen. Sie will auch die Grenzen für
Solidarität dicht machen. Und sie will innerhalb Österreichs
wirtschaftliche und soziale Mauern aufbauen. Das hätte katastrophale
soziale und gesellschaftliche Auswirkungen und würde, wie nun
ÖkonomInnen belegen, auch einen dramatischen Wohlstandsverlust für
alle bedeuten, auch für die, die Strache "unsere Leut" nennt. Es kein
Zufall, dass sich die FPÖ bisher davor gedrückt hat, die Konsequenzen
ihrer Forderungen auf den Tisch zu legen. Denn es zeigt sich, dass
das Gesellschaftsmodell der FPÖ auf allen Ebenen versagt, auch auf
wirtschaftlicher Ebene."
Rückfragehinweis:
Alexander Pollak
SOS Mitmensch
0664 512 09 25
[email protected]
www.sosmitmensch.at
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