• 20.10.2011, 09:01:38
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Arzneimittelversandhandel nach und in Österreich: Die Liberalisierung auf Schleichwegen? - BILD

Bild aus Broschüre zu Arzneimittelversandhandel

Wien (OTS) - Am 29. und 30. November 2011 veranstaltet IIR
Österreich die Fachkonferenz "Arzneimittelversandhandel nach und in
Österreich", auf der das in der Branche so heiß umstrittene Thema von
allen Seiten und Standpunkten beleuchtet wird.

Arzneimittelversandhandel nach Österreich - ein umstrittenes Thema

Der Versand von Arzneimitteln ist in Österreich zwar strikt
verboten, da er jedoch in anderen europäischen Ländern erlaubt ist,
gelangen Arzneimittel sehr wohl auf dem Postweg nach Österreich. "Das
Verbot des Versandhandels mit Arzneimitteln ist EU-rechtswidrig. Ich
weiß, da trete ich jetzt in einen österreichischen Fettnapf",
beurteilt Dr. Ruth E. Hütthaler-Brandauer, Rechtsanwältin und
Referentin auf der IIR Fachkonferenz, die österreichische Rechtslage.
Klaus Gritschneder, Vorstand und Generalsekretär des Europäischen
Verbands der Versandapotheken ist der Meinung: "Der Versandhandel mit
Arzneimitteln hat sich in den letzten 10 Jahren in Europa fest
etabliert und hat eine hohe Akzeptanz bei den Kunden. Das Ende des
Wachstums ist noch nicht in Sicht."

Versandapotheke "Zur Rose" kooperiert mit "dm Österreich"

Durch die Kooperation zwischen der Schweizer
Versandapotheken-Marke "Zur Rose" und "dm drogeriemarkt Österreich"
seit Beginn des Jahres ist der Versandhandel mit rezeptfreien
Arzneimitteln in Österreich etwas greifbarer geworden, ohne
tatsächlich in Österreich stattzufinden. Walter Oberhänsli, CEO der
Zur Rose Gruppe, vertritt die These, dass der Versand die zeitgemäße
Form für die Basisversorgung mit rezeptfreien Medikamenten ist und
dass Österreicherinnen und Österreicher jedes Jahr 100 Euro sparen
würden, wenn sie rezeptfreie Medikamente über Zur Rose bestellten.

Rechtliche Grauzone Österreich

Durch die unterschiedlichen Rechtslagen innerhalb eines
gemeinsamen europäischen Markts entsteht in Österreich eine
rechtliche Grauzone. Pharmahersteller stehen etwa vor der
Herausforderung, die Qualität ihrer über den Versand gehandelten
Produkte zu garantieren. Mag. Helga Tieben vom Verband der
österreichischen pharmazeutischen Industrie PHARMIG ermahnt: "Die
Anforderungen an Transport und Lagerung von Arzneimittel müssen für
die gesamte Vertriebskette gleichermaßen sichergestellt sein. Auch
beim Versandhandel ist auf die lückenlose Umsetzung und Einhaltung
dieser Qualitätsstandards zu achten."

Zudem stellt sich die Frage, wie sie sich gegen
Arzneimittelfälschungen, die durch den Versandhandel leichter in die
legale Lieferkette einsickern, schützen können. Apotheker sehen sich
durch Versandapotheken trotz Gebietsschutz zusätzlicher Konkurrenz
ausgesetzt.

Verschiedene Player - unterschiedliche Blickwinkel

Die wichtigsten österreichischen Player wie Apothekerkammer,
Ärztekammer, ARGE Pharmazeutika etc. werden bei der Fachkonferenz
ihre Sicht der Dinge darstellen und diskutieren. "Die persönliche
Beratung beim Kauf von Arzneimitteln durch die Apothekerin, den
Apotheker ist unverzichtbar", meint etwa Mag.pharm. Leopold
Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.
Auch Ing. Franz Floss vom Verein für Konsumenteninformation begegnet
dem Arzneimittelversandhandel mit Skepsis: "Der Kauf von Medikamenten
im Internet von unbekannten und nicht überprüfbaren Anbietern kann
die Gesundheit schädigen."

Andere wiederum sehen die Chancen, die in neuen Geschäftsmodellen
wie Online-Shops, Katalogverkauf und Versand stecken und bieten ihr
Warensortiment auf diesem Weg an - Arzneimittel allerdings nur gegen
Abholung.

Weitere Informationen unter www.iir.at/arzneimittel.html

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Karin Grünauer, IIR Österreich GmbH, Tel.: +43 (1) 891 59-311, E-mail: [email protected].

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IIR

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