• 19.10.2011, 14:56:22
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AK zu Finanzmärkten: "Spekulanten von den Rohstoffbörsen ausschließen"

EU arbeitet an Regulierung der Finanzmärkte. Die AK fordert deutliche Schritte in Richtung Marktregulierung und Transparenz sowie ein Verbot von Lebensmittelspekulation.

Wien (OTS/AK) - "Wir fordern seit Ausbruch der Finanzkrise, rasch
für eine Neuordnung der aus den Fugen geratenen Finanzmärkte zu
sorgen. Es freut mich, dass nun endlich Bewegung in die Sache kommt",
sagt AK Präsident Herbert Tumpel zur Überarbeitung der EU
Richtlinien. Konkret geht es um die geplante Korrektur der
sogenannten Mifid - eine Richtlinie, die den Handel von
Finanzprodukten und Rohstoffen praktisch völlig frei gab, sodass er
auch außerhalb von beaufsichtigten Börsen stattfinden konnte. Die EU
Kommissionsvorschläge beinhalten nun Schritte in Richtung
Markt-regulierung und Transparenz. Tumpel begrüßt die Vorschläge der
EU Kommission, fordert aber mehr: "Spekulanten sollten durch
Händlerkategorisierung und Positionslimits von den Rohstoffbörsen
ausgeschlossen werden." Nur die Kakao wirklich kaufen und verkaufen
wollen, sollen damit handeln können.

Die vergangenen EU Richtlinien für Finanzmärkte führten dazu, dass
die Handelsplätze für Finanzprodukte und Rohstoffe praktisch völlig
freigegeben waren. Auf den neuen, freien Handelsplätzen, die wie
Schwammerln aus dem Boden schossen, wurde munter, ohne jegliche
Transparenz und Sicherheitsleistungen, von Wetten auf Devisenkurse
und Staatsbankrott bis zu Rohstoffen alles gehandelt. Dass das
Ausfallsrisiko dadurch massiv erhöht wurde, hat die Lehmann-Pleite
gezeigt, viele Konkurse von Finanzinstitutionen konnten nur durch
massive Geldspritzen der Mitgliedstaaten, also durch die
SteuerzahlerInnen, verhindert werden. Die AK forderte deshalb bereits
seit dem Beginn der Finanzkrise vor drei Jahren wiederholt eine
Neuregulierung und eine Finanztransaktionssteuer.

Die Berg- und Talfahrten der Rohstoffpreise führen dazu, dass die
Spekulationsgewinne für einige Wenige auf Kosten aller KonsumentInnen
verbunden sind. Für die AK ist das nicht weiter tragbar und begrüßt
deshalb die Korrektur der betreffenden EU-Richtlinie Mifid:
"Marktregulierung und Transparenz sind Schritte in die richtige
Richtung. Wir hoffen aber, dass die Vorschläge der Europäische
Kommission nicht im Laufe des Gesetzgebungsprozesses durch massive
Interventionen der Finanzinstitutionen verwässert, son-dern verstärkt
werden", sagt Tumpel. Die AK fordert darüber hinaus neben einer
effektiven Bekämpfung der Steuerflucht unter anderem in Form einer
wirksamen europäischen Finanztransaktionssteuer, dass durch
Händlerkategorisierung und Positionslimits Spekulanten von den
Rohstoffbörsen ausgeschlossen werden. Der außerbörsliche Handel (Over
the counter) muss auf standardisierte, transparente Finanzprodukte
reduziert werden. Außerdem sollten Leerverkäufe eingeschränkt werden.
Nur so können Spekulation und Ausfallsrisiko wirksam eingedämmt
werden und die Lebensmittel- und Energiepreise stabilisiert werden.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
mailto:martina.madner@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

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