• 14.10.2011, 16:30:31
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Gemeinsames Anliegen: Vorarlbergs Lebensqualität

Landtagsenquete im Landhaus: Politik und Bürger diskutierten Zukunftsfragen

Bregenz (OTS/VLK) - Erstmalig wurde für eine Landtags-Enquete die
Meinung der Bürgerinnen und Bürger verlangt. Der Vorarlberg Landtag
lud im Zuge der Enquete "Wir sparen beim Wachstum, dafür leben wir
besser! Vorarlberg auf dem Weg zur nachhaltigen Region" die
Vorarlberger Bevölkerung ein mitzudiskutieren.

"Wir brauchen neue Bilder von Wohlstand und Lebensqualität, damit
wir in eine lebenswerte Gesellschaft und Zukunft gehen können und
wollen mit dieser Enquete Impulse für Vorarlberg auf dem Weg zur
nachhaltigen Region setzen", sagte Landtagspräsidentin Mennel in
Ihrer Begrüßungsansprache. Gemeinwohl und Lebensqualität dauerhaft zu
sichern, damit auch unsere Enkel noch über intakte Chancen und
Perspektiven verfügen, ist das gemeinsame Ziel des Vorarlberger
Landtags und des einberufenen BürgerInnen-Rates. Um dies zu
ermöglichen, braucht es jedoch Konzepte und eine breit getragene
Zukunftsvision - trotz wachsender Vielfalt und Individualisierung.
"Dafür ist es notwendig unterschiedliche Standpunkte qualitätsvoll
und konstruktiv zu erörtern und abzustimmen", betonte Manfred
Hellrigl, Leiter des Büros für Zukunftsfragen, "und zwar nicht im
stillen Kämmerlein, sondern in enger Abstimmung mit der Bevölkerung."
So geschehen beim landesweiten BürgerInnen-Rat und der einberufenden
Landtags-Enquete, die Teil des weiterführenden Prozesses
"Zukunftsdialog Vorarlberg" ist.

Lebensqualität braucht gute Zukunftsperspektiven

Im Vorfeld der heutigen Landtags-Enquete wurde am 7. und 8.
Oktober ein BürgerInnen-Rat durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden bei
der Landtags-Enquete vor einem gut 150 Personen umfassenden Publikum,
bestehend aus Politikerinnen und Politikern sowie interessierten
Bürgerinnen und Bürgern präsentiert. Die 13 Bürgerinnen und Bürger
des Rates sind sich einig: Lebensqualität braucht gute
Zukunftsperspektiven. Melitta Libiseller aus Dornbirn, eine der 13
Bürger-Räte, formuliert pointiert: "Lebensqualität ist für mich, wenn
mein Kind gute Zukunftsperspektiven hat." Darauf aufbauend
formulierten die 13 zufällig Ausgewählten als wesentliche Themen zur
Sicherung der Lebensqualität in Vorarlberg: Die Zukunft unserer
Kinder, ein verbessertes Bildungssystem, der Erhalt der natürlichen
Ressourcen und die stärkere Mitbestimmung der Bevölkerung in der
Politik zu verankern.

Zu diesen Themen wurden verschiedenste Umsetzungsmöglichkeiten von
den Beteiligten diskutiert. Angefangen von der Stärkung der Kinder
und Familien sowie der Förderung des generationen-übergreifenden
Zusammenhalts, bis hin zur Einführung der Gesamtschule und einer
stärkeren Praxisorientierung des Bildungssystems. Eine wesentliche
Grundvoraussetzung dafür ist es laut BürgerInnen-Rat, dass die
Mitbestimmung und Beteiligung der Bevölkerung gefördert wird. Melitta
Libiseller befindet Beteiligungsmöglichkeiten wie den BürgerInnen-Rat
dafür als wesentlich: "Der BürgerInnen-Rat ist hoch interessant. Ich
hatte das Gefühl, dass meine Stimme als Bürgerin gehört wurde. Es ist
fast ein Muss, dass der BürgerInnen-Rat ein Fixpunkt in der Politik
wird." Und Anton Schneider aus Bludenz meint: "Der BürgerInnen-Rat
ist eine inhomogene Gruppe. Die Verschiedenheit macht auch den Reiz
beim Prozess aus. Das, was die Personen gesagt haben, das leben sie
auch und darin besteht der große Unterschied vom BürgerInnen-Rat zu
anderen Gremien."

Der deutsche Sozialwissenschafter und Jurist Meinhard Miegel,
Vorstandsvorsitzender der "Denkwerk Zukunft - Stiftung kulturelle
Erneuerung", Bonn, steuerte unter dem Titel "Wachstum, Wohlstand,
Lebensqualität - Vom Ende einer Trias" einen fachlichen Input zur
Enquete bei. Miegels Vorschläge zielen darauf ab, "die tradierte
Arbeitnehmergesellschaft zu überwinden und eine eigenverantwortliche
Bürgergesellschaft aufzubauen." Im Rahmen des Denkwerks Zukunft
plädierte er für eine Zurückdrängung der Wachstumsideologie und die
Schaffung einer zukunfts- und verallgemeinerungsfähigen Kultur.

An der Landtagsenquete nahmen neben Landtagspräsidentin Mennel
auch Landeshauptmann Herbert Sausgruber, Landesstatthalter Markus
Wallner, die Landesräte Erich Schwärzler, Karlheinz Rüdisser und
Andrea Kaufmann, sowie die Landtagsvizepräsidenten Gabriele Nußbaumer
und Ernst Hagen, teil.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20141, Fax: 05574/511-920196
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse
   
   Hotline: 0664/625 56 68, 625 56 67

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