- 13.10.2011, 11:59:24
- /
- OTS0147 OTW0147
Milliarden-Abschreibungen der Banken: Androsch wirft Politik Versagen vor
Ex-Finanzminister auf ATV: Einlagen der Bankkunden seien aber nicht gefährdet
Wien (OTS) - Der Ex-Politiker geht mit der aktuellen Politik hart
ins Gericht: Sie habe es in den letzten Jahren versäumt, die
Finanzmärkte effektiv zu regulieren. "Im Gegenteil, man hat Regeln
beseitigt", sagte der ehemalige Finanzminister Hannes Androsch
gestern in der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt". Thema war die
drohende Bankenkrise, nachdem die Erste Group eine
Milliarden-Abschreibung angekündigt und die Raiffeisen Bank
International 100 Millionen Euro abgeschrieben hatte.
Massive Vorwürfe machte Androsch den Banken: "Die Finanzwirtschaft
hat sich verselbstständigt und hat ein Casino-Spiel weltweit
betrieben." Ähnlich sah es der Finanzexperte Peter Wageneder in "Am
Punkt": "Der Anreiz der Banken ist so groß mit dem Geld herum zu
zocken, weil sie ja, wenn sie verlieren, sowieso vom Staat gestützt
werden. Und wer ist der Staat? Wir! Und das ist ein unfaires
Casino-Spiel!" SPÖ-Finanzsprecher Kai Jan Krainer sagte,
Regierungshilfe für die Banken sei kein Selbstläufer, staatliches
Geld werde es künftig nur bei staatlicher Beteiligung geben. Außerdem
sei jetzt die Finanzbranche dran einen Beitrag zu leisten, etwa mit
der Finanztransaktionssteuer und der Bankenabgabe: "Wenn Sie sich
anschauen, welche Gewinne die Banken in den letzten fünf Jahren
geschrieben haben: Die großen Banken alleine haben über 20 Milliarden
Euro Gewinn gemacht, haben Milliarden ausgeschüttet an ihre
Eigentümer, aber kaum Steuern bezahlt."
Gleichzeitig versuchten die Diskussionsteilnehmer in "Am Punkt",
den Zuschauern Ängste um ihr Erspartes zu nehmen. Herbert Pichler,
Bankensprecher vom WKO: "Das Sparbuch ist die sicherste Anlageform,
die wir hier in Österreich haben." Zustimmung kam von Krainer und
Androsch, der zugleich vor einem Vertrauensverlust der Menschen
angesichts der Finanzkrise warnte: "Die realwirtschaftliche Situation
ist viel besser, als die Stimmung. Also müssen wir die Stimmung
verbessern, dass diese nicht zurückschlägt auf die
realwirtschaftliche Situation." Keine leichte Aufgabe laut
Finanzexperte Wageneder: "Die Politiker haben uns in der Finanzkrise
über Monate und über Jahre hindurch belogen. Wenn wir 18 Monate in
einer Partnerschaft unseren Partner belügen, und dann sagen, wir
müssen das Vertrauen neu aufbauen: Na viel Spaß!"
Rückfragehinweis:
ATV Chefredaktion: Tel.: 01/213 64-112
ATV Privat TV GmbH & Co KG
Austria
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ATP






