• 13.10.2011, 11:46:04
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Spindelegger: "Besondere Chance für den interreligiösen Dialog!"

Abkommen zur Gründung des König Abdullah Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog in der Wiener Albertina unterzeichnet

Wien (OTS) - Im Rahmen eines feierlichen Staatsaktes
unterzeichnete Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger
heute gemeinsam mit seiner spanischen Amtskollegin Trinidad Jimenez
und dem saudischen Außenminister Prinz Saud Al-Faisal den
Gründungsvertrag des Internationalen König Abdullah Zentrum für
interreligiösen und interkulturellen Dialog. Das Dialogzentrum mit
Sitz in Wien soll künftig als permanente Plattform für den Dialog
zwischen Weltreligionen fungieren und voraussichtlich Mitte des
kommenden Jahres eröffnet werden.

"Die neuerliche Gewalteskalation Anfang der Woche in Ägypten ist
nur ein trauriges Beispiel weltweit wachsender Spannungen zwischen
religiösen Gruppen. Dialog mit und unter Religionsgemeinschaften ist
daher wichtiger denn je und unerlässlich für langfristigen Frieden
und Sicherheit", so Spindelegger heute kurz nach der feierlichen
Unterzeichnung. "Mit dem neuen Zentrum wird diesem Dialog erstmals
eine stabile und permanente internationale Plattform geboten.
Österreich erachtet das Zentrum als einen wichtigen Beitrag zur
Prävention und Bewältigung von Konflikten und zur
Friedenskonsolidierung."

Neben Spanien und Saudi-Arabien ist Österreich einer der
Gründungsstaaten der neuen internationalen Organisation, die auf eine
persönliche Initiative des saudischen Königs Abdullah bin Abdulalziz
zurückgeht. "Das Zentrum ist eine Bereicherung für Wien als Amtssitz
zahlreicher internationaler Organisationen und fügt sich nahtlos in
die Tradition Österreichs als Drehscheibe des internationalen Dialogs
und des Friedens ein. Es ist eine besondere Chance, dem Dialog von
Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen ein kontinuierliches
Fundament mit klaren Strukturen und Regeln zu geben. Die Ansiedlung
in Wien ist ein schöner Erfolg für Österreich und Ausdruck der
Anerkennung unserer langjährigen Dialogtradition", so Spindelegger
weiter.

Das Direktorium des Zentrums wird sich aus Vertretern der fünf
Weltreligionen - Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus
- zusammensetzen. Jedoch sind auch andere Glaubensrichtungen dazu
eingeladen sich zu beteiligen. Auch sind enge Kooperationen mit
Nichtregierungsorganisationen und die Zusammenarbeit mit ExpertInnen
in Österreich und international geplant. Mit dem Beitritt weiterer
Staaten und internationaler Organisationen wird gerechnet. Die
Strukturen des Zentrums sind dabei bewusst so angelegt, dass keine
der vertretenen Religionen dominiert oder ihre Sichtweise durchsetzen
kann. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. "Es ist ein Zentrum
der Weltreligionen und kein privates Missionszentrum. Es kann nicht
als Propagandazentrum für einen Vertragsstaat oder für einzelne
religiöse Richtungen missbraucht werden", stellte der Außenminister
klar.

Auch der Heilige Stuhl, der bei der Unterzeichnung unter anderem
durch den Leiter des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog,
Kardinal Jean-Louis Tauran, vertreten war, bekundete sein
grundsätzliches Interesse, bei der neuen Organisation
Beobachterstatus zu haben und aktiv mitzuarbeiten.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Presseabteilung
Tel.: +43(0)501150-3262,4549,4550; F:+43(0)501159-213
mailto:[email protected]
http://www.aussenministerium.at, http://www.bmeia.gv.at

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