• 12.10.2011, 15:17:02
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Vatikan hat Beobachterstatus in Wiener interreligiösem Zentrum

Kurienkardinal Tauran am Donnerstag bei Unterzeichnung des Gründungsvertrags

Wien, 12.10.11 (KAP) Mit der Unterzeichnung eines völkerrechtlichen
Übereinkommens zwischen Österreich, Saudi-Arabien und Spanien wird
am Donnerstag in Wien ein neues interreligiöses Dialogzentrum
gegründet. Das geplante "Internationale König Abdullah Zentrum für
Interreligiösen und Interkulturellen Dialog" wird den Status einer
internationalen Organisation haben und soll ein Dialogforum für die
fünf Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und
Hinduismus bieten. Initiator ist der saudi-arabische König Abdullah,
der auch die Anschubfinanzierung für das Projekt leistet.

Der Vatikan wird an dem geplanten interreligiösen Zentrum als
Beobachter teilnehmen, wie das österreichische Außenministerium am
Mittwoch bestätigte. Zeichen dafür ist die Teilnahme des
vatikanischen "Außenministers" Kardinal Jean-Louis Tauran an dem
Festakt zur Gründung am Donnerstagvormittag in der Wiener Albertina.
Der österreichische Außenminister Michael Spindelegger, die
spanische Außenministerin Trinidad Jimenez sowie deren Amtskollege
aus Saudi-Arabien, Prinz Saud al-Faisal, werden den Gründungsvertrag
des Dialogzentrums unterzeichnen.

Zum Festakt werden auch zahlreiche Vertreter der Kirchen und
Religionsgemeinschaften in Österreich erwartet. Die Österreichische
Bischofskonferenz wird durch den Priester und Diplomaten Michael
Weninger, die Erzdiözese Wien von Dechant Martin Rupprecht
vertreten. Neben dem evangelisch-reformierten Landessuperintendenten
Thomas Hennefeld wird u.a. auch der neue Präsident der Islamischen
Glaubensgemeinschaft, Fuat Sanac, teilnehmen.

Vor der Unterzeichnung des Gründungsvertrags wurden neben den
Stimmen von Befürwortern auch jene von Kritikern des Projekts laut.
Sie äußerten Zweifel wegen der vom Wahhabismus geprägten Politik in
Saudi-Arabien. Das österreichische Außenministerium und auch
saudische Vertreter versuchten diese Kritik u.a. mit dem Hinweis auf
die vorgesehene organisatorische Struktur des Dialogzentrums zu
entkräften.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) gut/jop/

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