- 12.10.2011, 09:12:35
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EU-Kommissar Dalli für Käfighühner und gegen österreichische Freiland-Hennen
VIER PFOTEN gegen wahnwitzigen EU-Vorschlag
Wien (OTS) - Mit tiefer Besorgnis erfuhr VIER PFOTEN von der
unerwarteten Absicht Dallis, europäische Gesetze und den Tierschutz
zu übergehen sowie Eier-Produzenten vor den Kopf zu stoßen.
Am vergangenen Mittwoch hat John Dalli, EU-Kommissar für
Gesundheit und Verbraucherschutz, im Landwirtschaftsausschuss des
Europäischen Parlaments angekündigt, dass er eine "Lösung" für
diejenigen Landwirte suche, die das bevorstehende Verbot der
Eier-Produktion in konventionellen Käfigen ab Januar 2012 nicht
einhalten werden. Laut seiner Vorstellung könnten auch nach dem
Verbot Eier aus konventionellen Käfigbatterien an industrielle
Verarbeitungsbetriebe in den jeweiligen eigenen Ländern der
Käfigeiproduzenten verkauft werden.
"Mit ein paar Worten ruinierte der Kommissar 12 Jahre großer
Hoffnungen von Tierschutzorganisationen, Verbrauchern und Landwirten.
Wenn er mit seiner Aussage austesten wollte, wie weit er gehen kann,
dann muss ich denken, dass Kommissar Dalli in Wirklichkeit keine
Lösungen mehr hat. Er kann sich nicht über die Schwäche seines
eigenen Systems ausreden und somit weiterhin tägliche Folter für 144
Millionen Legehennen in konventioneller Käfighaltung unterstützen.
Die einzige akzeptable Entscheidung ist, dass er sich an die eigene
Richtlinie hält", sagt Helmut Dungler, Gründer und Geschäftsführer
von VIER PFOTEN.
Toni Hubmann, Geschäftsführer und Eigentümer von Tonis
Freilandeier, ist der Meinung, dass "gesetzliche Grundlagen
geschaffen werden müssen, damit solche alten Käfigeier ab 2012 nicht
mehr nach Österreich gelangen können - sowohl im Sinne der
Konsumenten als auch für unsere österreichischen Bauern. Wir haben in
Österreich genügend Bauern, die gute Eier in Bio-, Freiland-und
Bodenhaltung produzieren. Wir brauchen keine Importe aus bereits
verbotener Käfighaltung."
Neueste offizielle Angaben zeigen, dass in 7 Ländern (Belgien,
Bulgarien, Zypern, Frankreich, Polen, Portugal und Rumänien) die
Legehennenbetriebe mit konventionellen Käfigen bis Januar 2012 nicht
komplett auf andere Haltungssysteme umgestellt haben werden und
weitere 5 Länder (Ungarn, Italien, Lettland, Spanien und
Griechenland) keine Informationen über die aktuelle Situation zur
Verfügung gestellt haben.
Österreich ist in dieser Hinsicht ein Beispielland.
Österreichische Legehennenbetriebe haben schon vor Jahren auf
Alternativen zur konventionellen Käfighaltung umgestellt. Nun wird
leider die fortschrittliche österreichische Produktion durch
veraltetes EU-Denken bedroht, da ein klarer Wettbewerbsnachteil durch
die billigen Käfigeier aus dem Ausland entsteht.
Anmerkung:
Unausgestaltete Käfige (auch bekannt als Käfigbatterien oder
konventionelle Käfige) werden ersetzt, weil sie es Legehennen nicht
ermöglichen, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuüben. Das
eingeschränkte Platzangebot sowie das Fehlen von Tageslicht und
Ausgestaltung führen zu Verhaltensstörungen, Verletzungen und sogar
zum Tod der Legehennen.
Rückfragehinweis:
Jürgen Faulmann
Tel.: 0664/1221367
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