- 10.10.2011, 10:13:51
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ein kühler Kopf ist der beste Erfolgsgarant - von Jochen Hahn
Die Devise "Buy and Hold" hat sich längst überholt
Wien (OTS) - Die Börsen sind hypernervös, die Volatilität ist
extrem hoch - Anleger werden einmal mehr zu gebrannten Kindern.
Verluste und Minuszeichen stehen auf der Tagesordnung. Dabei wäre
all das zu vermeiden. Denn die Devise "Buy and Hold" hat sich längst
überholt.
Auch wenn kurzfristiges Anlagedenken und Handeln in der öffentlichen
Wahrnehmung oft als unmoralische Spekulation abgetan werden -
besonders von politischer Seite -, ist es ein wesentlicher Teil
nachhaltig erfolgreicher Geldanlage und übrigens auch wichtiger
Bestandteil liquider und funktionierender Börsen. Dabei geht es gar
nicht so sehr um wildes Zocken, sondern um das Erkennen von Chancen
durch Übertreibungen an den Märkten - derzeit nach unten. Dazu
benötigt man nicht unbedingt Derivate oder Hebel, das funktioniert
auch mit einem simplen Blue Chip.
Genau das hat die vergangene Woche wieder einmal bewiesen.Denn nach
dem schon seit Juli absolvierten Kursrutsch versuchen sich die großen
Indizes an einer Bodenbildung. Und die scheint zu gelingen. Besonders
der DAX hat die 5000-Punkte-Marke zumindest mittelfristig verteidigt.
Dementsprechend ist der steile Abwärtstrend gebrochen und der Kauf
einer Aktie gleicht nicht mehr dem oft besagten Griff ins fallende
Messer. Wer also nach einer neuerlichen Minusserie auf Tagesbasis
beherzt und mit kühlem Kopf zugreift, der erzielt binnen Tagen eine
Rendite, die ansonsten nur in einem gesamten Börsejahr erreicht
werden kann. Bankwerte und Zykliker haben das größte Potenzial.
Um für eine derartige Strategie Cash zu haben, bedarf es natürlich
davor schon einer strikten Anlagedisziplin. Dazu zählt als oberste
Maxime das setzen von Stopp-Loss-Orders. Das bedingt natürlich, dass
Anleger auch mal bereit sind, Verluste mitzunehmen. Wer das schafft,
hat im Crash-Fall Geld auf der Seite und kann bei tiefen Kursen
wieder voll zugreifen.
Wem das Traden auf Tages- oder Wochenbasis zu anstrengend ist oder
wer einfach keine Zeit dafür findet, der kann sich natürlich jetzt
auch schon mittelfristig positionieren. Die besten Kauftage sind
dabei freilich die wilden Minustage mit Indexverlusten von drei
Prozent und mehr. Nach unten gestaffelte Kauforders sind dabei am
sinnvollsten, denn den tiefsten Einstiegskurs zu treffen ist ohnehin
ein kaum zu erreichendes Unterfangen. Grundsätzlich ist aufgrund der
gesehenen Talfahrt aber eines klar: Das Chancen-Risiko-Verhältnis
steigt mit jedem Minustag, und die Zahl der Schnäppchen auch.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
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