• 10.10.2011, 10:10:01
  • /
  • OTS0046 OTW0046

Talenteknappheit: Europas HR-Manager ohne zukunftsfeste Strategien

Wien (OTS) - Studie von BCG und EAPM: über 2.000 Führungskräfte zu
den Trends im Personalmanagement befragt - zu wenig Unternehmen
betreiben faktenbasiertes Talentmanagement - Social Media wird
Personalmanagement nachhaltig verändern

Talentmanagement und Führungskräfteentwicklung bleiben in Europa
die größten Herausforderungen im Personalmanagement. Beide Themen
werden als höchst erfolgskritisch, jedoch als derzeit nicht
ausreichend gemanagt, bewertet: 60 Prozent der Unternehmen verfügen
nicht über eine systematische, strategische Vorgehensweise, um
geeignete Talente für ihre künftigen Herausforderungen zu gewinnen.
Die Chancen für HR-Verantwortliche sind deshalb gut, das ungeliebte
Verwalterimage abzugeben und in einer strategischen Gestalterrolle
einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu
leisten. Allerdings sind die Ansprüche gewachsen: Nur ein
datenbasiertes und analytisches Personalmanagement ermöglicht eine
enge Kopplung von Geschäfts- und Personalstrategie. Zu diesen
Ergebnissen kommt die Studie Creating People Advantage 2011 - Time to
Act: HR Certainties in Uncertain Times. Bereits zum dritten Mal
befragte The Boston Consulting Group (BCG) gemeinsam mit der European
Association for People Management (EAPM) über 2.000 Führungskräfte
aus Wirtschaft und Verwaltung in 35 europäischen Ländern zu den
Trends im Personalmanagement.

Im Gegensatz den Ungewissheiten im Finanzsektor, denen Unternehmen
sich ausgesetzt sehen, sind die Trends für HR-Manager eindeutiger und
geben die Agenda in den kommenden Jahren vor: die Auswirkungen der
einsetzenden Talenteknappheit, die gezielte Förderung der
Mitarbeitervielfalt im Einklang mit den Geschäftsanforderungen, die
Integration sozialer Netzwerke im Internet in die Kernaufgaben des
Personalmanagements sowie die Förderung internationaler Standards und
Prozesse innerhalb der Personalfunktion.

Interne Talente-Entwicklung benötigt Zeit

Um der Talente- und Führungskräfteknappheit erfolgreich
entgegenzuwirken, ist ein strategisches, systematisches Vorgehen
erforderlich, das Führungskräfte intern aufbaut und an das
Unternehmen bindet. Dies zeigt das Abschneiden der untersuchten
Unternehmen: 53 Prozent der Topkonzerne (gemessen an Umsatz und
Wachstum der letzten drei Jahre) verfügen bereits über eine
integrierte Strategie, um geeignete Talente zu rekrutieren,
aufzubauen und zu binden - hingegen nur 27 Prozent der weniger
erfolgreichen Unternehmen."Talente zu entwickeln, braucht Zeit.
Unternehmen sollten daher langfristig die Größe und Zusammensetzung
des Talentpools in Abhängigkeit von der Unternehmensstrategie
planen", erklärt Dr. Rainer Strack, Senior Partner und weltweit
verantwortlich für Personalthemen bei BCG. Gegenwärtig konzentrieren
sich die meisten Talentprogramme hauptsächlich auf erfahrene
Führungskräfte; lediglich bei 35 Prozent der Unternehmen werden
bereits junge Talente systematisch gefördert. "Interne
Entwicklungsmöglichkeiten binden Talente langfristiger an das
Unternehmen als das aktuelle Monatseinkommen und Boni", empfiehlt
Mag. Armand Kaáli-Nagy, Generalsekretär des Forum Personal im ÖPWZ
und Executive Committee Member der EAPM. Auch bei der Überzeugung und
Einbindung des Topmanagements besteht noch Nachholbedarf. Bei den
meisten der untersuchten Unternehmen wendet der Geschäftsführer
maximal neun Tage im Jahr für das Talentmanagement auf. "Die
Aufmerksamkeit und Unterstützung durch das Topmanagement, inklusive
des CEO, hat starken Einfluss auf den Stellenwert des
Talentmanagements im Unternehmen", betont Studienautor Strack.

Social Media ändert die Spielregeln im Personalmanagement

Die rasante Verbreitung von sozialen Netzwerken im Internet wird
sich nachhaltig auf das Personalmanagement auswirken. Rund drei
Viertel der befragten Manager sehen die größte Chance sozialer
Netzwerke darin, sich als attraktiver Arbeitgeber vorzustellen
(Employer Branding), die Hälfte der Befragten in der Anwerbung neuer
Mitarbeiter (Recruiting) und ein Drittel im Transfer von Wissen.
Dabei wird webbasierten professionellen Karrierenetzwerken eine
deutlich höhere Bedeutung für die Zukunft beigemessen als
herkömmlichen sozialen Netzwerken. Das größte Risiko sehen die
befragten Manager dagegen im Zutage kommen von Firmeninterna, in der
eingeschränkten Einflussmöglichkeit auf veröffentlichte Einträge
sowie in der steigenden Gefahr, dass es durch die neuen Technologien
für Wettbewerber einfacher ist, die eigenen Mitarbeiter abzuwerben.
"Social Media ist kein Strohfeuer. Personalabteilungen müssen jetzt
die notwendigen internen Fähigkeiten und Kapazitäten aufbauen, um den
Anschluss nicht zu verlieren", erklärt Dr. Rainer Strack. Darüber
hinaus muss Social Media im Personalmanagement zu jedem Zeitpunkt
glaubwürdig und im Einklang mit der allgemeinen Geschäftsstrategie
sein. Dissonanzen bleiben nicht unentdeckt, sondern werden schnell
von der Online-Community aufgegriffen und kritisiert.

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 74 Standorten in 42 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In
Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2010 mit 910
Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 444 Millionen Euro. Für
weitere Informationen: www.bcg.at

The European Association for People Management (EAPM) und ihre
nationalen Mitgliedsorganisationen in mehr als 30 europäischen
Ländern verfolgen das Ziel, die Qualität des Personalmanagements
kontinuierlich zu steigern und gemeinsame professionelle Standards zu
entwickeln und zu verbessern. Durch Initiativen, Umfragen und
Dialog-Plattformen fördert die EAPM den professionellen Austausch
zwischen Personalexperten. Für weitere Informationen: www.eapm.org

Das Institut ÖPWZ

Das ÖPWZ steht für über 60 Jahre exzellente Bildungsqualität und
Innovation in der Aus- und Weiterbildung und fachliche und
persönliche Qualifizierung von Führungskräften und MitarbeiterInnen.
Über 60 Jahre Erfahrung am österreichischen Bildungsmarkt und über 60
Jahre Vertrauen unserer KundInnen in unser Angebot machen uns zu
einem verlässlichen, erfahrenen und kompetenten Partner der
Wirtschaft. Wir bieten unseren KundInnen innovatives Wissen und
zielführenden Erfahrungsaustausch in Seminaren, Akademien,
Lehrgängen, Tagungen, Events und den Foren der Experten. Studien und
Publikationen ergänzen das Angebot. Wissen, das Sie an Ihr Ziel
bringt: http://www.opwz.com

Rückfragehinweis:
The Boston Consulting Group
Christian Blum
Press Relations
Tel. +49 / 89 / 2317 - 4775
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BCG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel