Mitterlehner: "Vereinbarkeit stärken, Familienfreundlichkeit als Marke etablieren"

Wirtschafts- und Familienminister mit "Zukunftsforum Familie & Wirtschaft" in Linz - Familienfreundlichkeit schafft Mehrwert und erhöht Wettbewerbsfähigkeit - Neuer "Berufundfamilie-Index"

Linz (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner war am Freitagabend mit dem "Zukunftsforum Familie & Wirtschaft" bei der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich in Linz zu Gast. Die neue Veranstaltungsreihe soll in allen Bundesländern für mehr Familienfreundlichkeit in Unternehmen und damit eine leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen sowie den Unternehmen in der jeweiligen Region neue Impulse geben. "Allein schon aufgrund des demographischen Wandels und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels wird es für Unternehmen immer wichtiger, Familienfreundlichkeit als ihre Marke zu etablieren. Wer flexible Modelle für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf umsetzt, wird attraktiver für qualifizierte Mitarbeiter und verschafft sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile", sagte Mitterlehner. "Der Mehrwert ist enorm: In familienorientierten Betrieben steigt die Motivation, gehen die Krankenstände zurück und funktioniert die Mitarbeiterbindung besser."

Als neue Maßnahme kündigte Mitterlehner die Einführung eines "Berufundfamilie-Index" an. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftlich fundiertes Management-Instrument zur individuellen Messung und Vergleichbarkeit des betrieblichen Familienbewusstseins. "Auf Basis einer repräsentativen Befragung von 400 bis 500 Unternehmen wollen wir einen neuen Index etablieren, mit dem Unternehmen über ein Online-Tool laufend messen und vergleichen können, wie familienbewusst ihre Personalpolitik tatsächlich ist", erläuterte Mitterlehner. Der Start ist für August 2012 geplant.

Rund 60 Unternehmerinnen und Unternehmer bzw. Wirtschaftstreibende informierten sich beim Zukunftsforum in Linz aus erster Hand über die Vorteile von mehr Familienfreundlichkeit. Da es bei der Vereinbarkeit kein Patentrezept gebe, sei ein prozessorientierter Zugang notwendig, der flexible Modelle möglich mache, so Mitterlehner unter Verweis auf mehrere Best-Practice-Beispiele. "Eine familienbewusste Unternehmenskultur erhöht die Wahlfreiheit und schafft für jede Lebenslage die richtigen Rahmenbedingungen. Daher wollen wir die Betriebe beim Thema Vereinbarkeit noch stärker ins Boot holen", betonte Mitterlehner. Besonders bewährt habe sich in dieser Hinsicht bereits das vom Familienministerium durchgeführte Audit "berufundfamilie" - ein Monitoring-Instrument zur Erhebung und Verbesserung der Familienfreundlichkeit in Unternehmen.

Erfolgsmodelle für mehr Familienfreundlichkeit aus Oberösterreich

Beim Zukunftsforum werden Vorzeigebetriebe vor den Vorhang geholt, um anderen Unternehmen Mut zu neuen familienfreundlichen Maßnahmen zu machen. So setzt etwa die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich auf Jahresarbeitszeitmodelle und verschiedene Jobsharing Modelle, mittels derer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre An- und Abwesenheitszeiten unterjährig eigenständig, aufgabenorientiert und unter Berücksichtigung familiärer Bedürfnisse in Abstimmung mit der Führungskraft gestalten. Weiters bietet die Bank einen Betriebskindergarten im Sommer an, in welchem Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren in einem nahegelegenen Kindergarten von geschulten Pädagogen ganztags betreut werden. Raiffeisen hält durch Informationsveranstaltungen auch während der Karenzzeit aktiv Kontakt zu seinem Personal. Zusätzlich erhalten Wiedereinsteiger/innen einen Zugang zur hausinternen Lernplattform, wodurch sie die Möglichkeit haben, sich von zu Hause aus über das Internet auf den Wiedereinstieg vorzubereiten. Sobald der konkrete Einsatzbereich nach der Karenz fixiert ist, besteht für die Führungskraft auch die Möglichkeit über eine EDV-Plattform den jeweiligen Mitarbeitern Informationen, Lernunterlagen und Einarbeitungsunterlagen zur Verfügung zu stellen.

Familienorientierte Maßnahmen werden auch von der BVS Brandverhütungsstelle für Oberösterreich umgesetzt. BVS setzt etwa auf Weiterqualifizierung während der Karenz und hat zudem den Vatermonat eingeführt. Das Unternehmen kooperiert mit einem nahegelegenen Privatkindergarten, so können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kinder bei diesem Kindergarten anmelden und die BVS übernimmt die gesamten Kosten. Beide Unternehmen nehmen am Audit "berufundfamilie" teil und sind als familienfreundliche Betriebe zertifiziert. Auch das Unternehmen IFN Internorm bietet seinem Personal flexible Arbeitszeiten an, unterstützt bei der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz und fördert den Wiedereinstieg sowie die Väterkarenz.

Der Familienforscher Wolfgang Mazal analysierte beim Zukunftsforum die betriebswirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen vom familienorientierten Angeboten. "Es gibt bei der Vereinbarkeit kein Patentrezept, aber einen Königsweg: das Audit berufundfamilie. Denn es braucht Lösungen, die auf das jeweilige Unternehmen abgestimmt sind", betonte Mazal. "Nützen Sie daher die Chance auf ein Investment in stabile, effiziente und motivierte Arbeitskräfte."

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