- 08.10.2011, 15:08:01
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Bauernbund: "Respekt vor Eigentum ist wichtigste Zukunftssicherung für Österreich"
Agrarpolitik ist moderne Gesellschaftspolitik – Bauern verantwortlich für Lebensmittelproduktion
Wien, 08. Oktober 2011 (OTS) Unter dem Motto "Mein Hof. Unser
Leben" tagte heute, Samstag, in Linz, bei einem Bundesbauernrat das
höchste Gremium des Bauernbundes, bestehend aus Vertretern aller
Bundesländer. Rund 400 Delegierte und Gastdelegierte waren
zusammengekommen, um das politische Programm des Bauernbundes
"Positionen 2011" rund um die Säulen Eigentum, Familie,
Föderalismus und Freiheit zu diskutieren und zu beschließen. ****
Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch präzisierte, wie ein
breiter, gesellschaftsorientierter Politikansatz des Bauernbundes
aussehen kann: "Agrarpolitik ist moderne Gesellschaftspolitik –
deshalb müssen wir ohne Scheu und mutig moderne Herausforderungen
wie Klimawandel und Bevölkerungsexplosion diskutieren. Die Themen
Migration und Integration sind mit Rechten und Pflichten verbunden,
darüber muss man in einer gewählten Sprache diskutieren dürfen",
zeigte sich Grillitsch überzeugt. "Die Menschen erwarten sich, dass
diese Diskussion ehrlich geführt wird, ohne Scheu vor komplexen
Aufgaben", so der Bauernbund-Präsident.
Zur Steuerdebatte stellte Fritz Grillitsch klar: "Wir sind
nicht die Verteidiger der Super-Reichen, wir wollen aber kein
sozialistisches Raubrittertum und heute mit der SPÖ über einen
Solidarbeitrag diskutieren und morgen über Grund- und
Eigentumssteuern, die unseren bäuerlichen Familienbetrieben die
Substanz entziehen würden. Das wollen wir sicher nicht." Der
Respekt vor Eigentum müsse stets gewahrt bleiben, weil dieses das
Rückgrat der Republik bilde und Garant dafür sei, die wachsenden
Versorgungsansprüche mit Lebensmitteln zu stillen.
Rückendeckung bei GAP-Verhandlungen
Politik solle – wie dies der Bauernbund tut – in Generationen
denken, so Vizekanzler Michael Spindelegger in seiner Festrede.
"Die christlich-soziale Idee und Verantwortung lasse ich mir nicht
schlecht reden, denn sie sind heute moderner denn je.
Sicherheitsnetze müsse es für jene geben, die es brauchen, aber
keine unfinanzierbaren Wohltaten", sprach sich der Parteiobmann für
Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit aus. An die Adresse der
heimischen Bäuerinnen und Bauern gerichtet meinte Spindelegger:
"Die Gemeinsame Agrarpolitik ist nicht nur eine Frage einzelner
Landwirte, sondern eine Frage Europas zur Versorgungssicherheit mit
Lebensmitteln und erneuerbaren Energien." Volle "Rückendeckung"
sicherte Spindelegger indes für die Verhandlungen um das
Agrarbudget zu. Er wolle dazu Bundeskanzler Werner Faymann in die
Pflicht nehmen. Verlässlichkeit in dieser Frage erwarte er sich von
jedem Regierungsmitglied.
Bäuerliche Landwirtschaft und Schutz des Eigentums
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich: "Die österreichische
Landwirtschaft steht derzeit am Scheideweg. Bei der Reform der
Gemeinsamen EU-Agrarpolitik und dem künftigen Budget geht es um die
Frage, ob wir eine industrielle Massenproduktion haben wollen, mit
der wir im globalen Umfeld sicher nicht gewinnen, oder ob wir
unsere nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft fortsetzen. Doch auch
auf nationaler Ebene ist es mir und dem Österreichischen Bauernbund
wichtig, Bewährtes, Existenzen und Eigentum zu schützen und neue
Chancen - etwa im Bereich der erneuerbaren Energie - zu nützen",
betonte Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich.
Neues Programm beschlossen
Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie
Ressourcenknappheit, Bevölkerungswachstum und Klimawandel
bereiteten sechs Arbeitsgruppen des Bauernbundes die Kernthemen
auf. Gemeinsamer Fokus sämtlicher Arbeitsgruppen zu den Themen
"Bildung, Familie und Soziales", "Energie und Umwelt", "Jugend und
Europa", "Landwirtschaft und ländlicher Raum", "Regional- und
Kommunalpolitik" sowie dem Generalthema "Wirtschaft" gipfelten in
ein Bekenntnis zu den bäuerlichen Höfen und der
gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. "Für die ÖVP ist der
Bauernbund eine starke, tragende und nachhaltige Säule, die über
eine gut motivierte und kampferprobte Organisation verfügt und ein
Rückgrat bildet, das der ÖVP den Rücken stärkt und als Bund seine
Verantwortung weit über die Landwirtschaft und die Agrarinteressen
hinaus wahrnimmt. Genauso wie unsere Bäuerinnen und Bauern jene
Landwirtschaft machen, die sich die Konsumentinnen von uns
wünschen", sagte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch nach dem
Programmbeschluss.
Rückfragehinweis: Mag. Andrea Salzburger
Bauernbund Österreich, Brucknerstraße 6/3, 1040 Wien,
www.bauernbund.at, ZVR-Zahl: 882814846
Tel.: +43 1 5058173-28, Mobil: +43 699 1810 1805,
E-Mail: [email protected]
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