• 08.10.2011, 08:00:43
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"profil": Der geheime Telekom-Aktenvermerk

Causa Kloibmüller: Wie der unter Verdacht stehende Kabinettschef der Innenministerin TA-Chef Ametsreiter unter Druck setzte

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin "profil" veröffentlicht in
seiner am Montag erscheinenden Ausgabe jenen Telekom-internen
Aktenvermerk vom 12. August 2011, der die Ermittlungen der
Staatsanwaltschaft Wien gegen Michael Kloibmüller, Kabinettschef der
Innenministerin, in Gang gesetzt hat. Das vom Stab von
Vorstandsvorsitzenden Hannes Ametsreiter angefertigte Dokument
resümiert den Inhalt einer Unterredung zwischen Ametsreiter und den
Telekom-Managern Michael Fischer und Michael Jungwirt. Letztere waren
kurz zuvor bei Kloibmüller im Innenministerium gewesen.

"Das Meeting handelt davon, dass Jungwirth und Fischer aus dem
Innenministerium (von dem sie eben erst zurückgekommen waren: sie
hatten unmittelbar vor unserer Besprechung mit Kabinettschef
Kloibmüller ein 'sehr ernstes' Gespräch gehabt) eine 'ernstzunehmende
Warnung, die aber nicht als Drohung zu verstehen sei' aus dem
Kabinett zu überbringen, und zwar unserem Chef Ametsreiter.
Kloibmüller hatte Fischer und Jungwirth eine Warnung mitgegeben, die
sich darauf bezog, dass die Kommunikation der TA im Zusammenhang mit
der Veröffentlichung des 400 Seiten starken Berichtes zu den Causen
Hochegger/Valora, Mensdorff etc (den die TA am Montag davor der
Staatsanwaltschaft übergeben hatte) vonseiten des Innenministeriums
als zu offensiv kritisiert worden ist. Die Presseaussendung, die die
Übergabe des Berichtes angekündigt hatte, war am Sonntag davor, 7.
August, veröffentlicht worden: in ihr waren als
Untersuchungsgegenstand TA-interner Analysen die Causen
Hochegger/Valora, Mensdorff, Sachverhaltsdarstellung, KorruptionsSTA
etc. angegeführt. Die Presseaussendung hatte eine umfangreiche
Medienberichterstattung zur Folge, die - ebenso wie die
Presseaussendung - durch Kloibmüller in 2 Punkten kritisiert worden
war: Mensdorff sowie das Thema Immobilien (...) sollten laut
Kloibmüller seitens der TA keinesfalls weiter thematisiert werden.
Auf die Frage hin, was denn dann geschehen werde, falls wir, TA,
weiter diese Themen kommunizieren, antworteten Fischer und Jungwirth
in Richtung Ametsreiter, dass Kloibmüller angedeutet hatte, auch für
ein Prüfung der mobilkom (im Zusammenhang mit Valora etc) zu sorgen.
Ametsreiter antwortete, dass er gegen eine Prüfung der mobilkom
grundsätzlich nichts habe. Ich (Anm.: der profil namentlich Verfasser
des Aktenvermerks) habe dann nochmals nachgefragt, welche
Konsequenzen diese Warnung oder auch Drohung im Falle einer
Fortsetzung unserer Kommunikation zu Mensdorff und Immobilien hätte.
Die Antwort war, dass Kloibmüllers ernste Botschaft vielleicht nicht
direkt als Drohung zu verstehen sei, es aber für uns (Hannes
Ametsreiter, Telekom Austria) unangenehm werden könnte. Im Rahmen
dieses Gespräches war auch der Name Christoph Ulmer (Agentur
"Headquarters") erwähnt worden, der als Kommunikations-Berater
Kloibmüllers tätig sei. Erwähnt wurde in diesem Gespräch auch der
Name Wolfgang Gattringer (Anm.: ein ehemaliger Mitarbeiter des
Kabinetts Ernst Strasser), der das Gespräch zwischen Kloibmüller und
Fischer/Jungwirth vermittelt bzw den Anstoß dafür gegeben hatte."

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PRO

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