• 07.10.2011, 12:10:53
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Peer Steinbrück im HYPO Invest Club: Schuldenschnitt für Griechenland unvermeidbar

Spitzenpolitiker Peer Steinbrück diskutierte mit HYPO NOE-Generaldirektor Peter Harold über die Verschiebungen im globalen Machtgefüge sowie deren Auswirkungen auf die EU

Wien / St.Pölten (OTS) - Vor rund 100 geladenen Gästen
konstatierte der Abgeordnete des deutschen Bundestages und ehemaliger
deutscher Finanzminister Peer Steinbrück beim gestrigen HYPO Invest
Club auf Einladung der HYPO NOE Gruppe in Wien eine Veränderung der
politischen und ökonomischen Koordinaten im globalen Machtgefüge. Bei
dieser Entwicklung sei ohne eine klare Strategie (des von Steinbrück
so genannten) " Europa Clubs" keineswegs gewährleistet, dass Europa
in Zukunft weiterhin in der "Champions Leage" der globalen
Weltwirtschaft mitspielen könne.

Dazu stecke Europa in einer Krise, aber, so Steinbrück deutlich,
"handelt es sich hierbei nicht um eine Eurokrise, sondern um eine
Verschuldungskrise einzelner Mitgliedsländer. Wenn der Euro scheitern
würde, würde die bisher weit fortgeschrittene Integration Europas um
20 Jahre zurückgeworfen." Deshalb müsse Europa all seine Kräfte
mobilisieren und gemeinsam akkordiert vorgehen. Dazu präsentierte der
ehemalige deutsche Bundesfinanzminister ein Bündel an Schritten, die
seiner Meinung nach notwendig wären, um der derzeitigen Situation
Herr zu werden. Unter anderem forderte Steinbrück einen
Schuldenschnitt für Griechenland, ein europäisches
Bankeninsolvenzrecht, die Re-Positionierung der Europäischen
Zentralbank, ein Wirtschaftsprogramm für Griechenland sowie den
europaweiten Schuldenabbau. Zum Thema Euro Rettungsschirm für
Griechenland findet der SPD-Politiker klare Worte, "Griechenland ist
pleite. Wenn Griechenland einen dritten Rettungsschirm braucht,
fliegt uns das Land um die Ohren".

Für Peter Harold, Generaldirektor der HYPO NOE Gruppe und
Gastgeber des Clubabends, steht fest, dass "aufgrund der hohen
Verschuldung Griechenlands ein Hair Cut unvermeidbar ist und dieser
von den Banken schon weitestgehend vorweggenommen wurde. Dafür muss
jedoch ein geordnetes Vorgehen sichergestellt werden. Ohne
institutionelle Rahmenbedingungen fehlt die notwendige Sicherheit und
das Vertrauen. Vertrauen ist aber das um und auf einer Bank, um
erfolgreich wirtschaften zu können. Mir als Banker ist es daher im
täglichen Bankgeschäft enorm wichtig, meinen Kunden und Partnern
dieses Vertrauen und die nötige Sicherheit für ihre Geldanlagen und
Zukunftspläne zu vermitteln".

Deshalb sei es so wichtig, dass alle Mitgliedsländer
zusammenhalten und die Europäische Währungsunion geschlossen und
strategisch vorgeht.

Ein weiteres schlagendes Problem der globalen Finanzwirtschaft
sieht Peer Steinbrück in dem derzeit markanten Auseinanderdriften von
Kapitalmarkt und Realwirtschaft. "Wir haben es mit einer
Gegenüberstellung von 900 Billionen Euro weltweit jährlich am
Kapitalmarkt bewegtem Geld gegenüber 60 Billionen Euro an weltweitem
Bruttoinlandsprodukt zu tun. Über 500 Billionen Euro mache der
Derivatehandel aus. Haftung und Risiko fallen hier in keinster Weise
zusammen", so der SPD-Politiker.

HYPO NOE Generaldirektor Harold führte dazu einen Vergleich ins
Rennen: "Mit dem Einsatz von Derivaten verhält es sich ähnlich wie
bei der Medikation durch einen Arzt - es kommt auf die richtige Dosis
an. Richtig dosiert können derartige Finanzprodukte durchaus sinnvoll
sein, eine Überdosis schadet - auch der Realwirtschaft."

Der von Helmut Brandstätter gewohnt pointiert moderierten
Podiumsdiskussion folgte eine interessante und lebhafte Fragerunde
der zahlreichen hochkarätigen Gästen aus Politik, Wirtschaft und dem
öffentlichen Leben. Die Veranstaltung war der sechste HYPO Invest
Club der HYPO NOE Gruppe. Mit Peer Steinbrück bot die HYPO NOE Gruppe
auch beim diesjährigen HYPO Invest Club ihren Gästen nach
Vortragenden wie u.a. Lothar Späth, Hans-Dietrich Genscher oder
Günter Verheugen erneut einen hochkarätigen Key Note Speaker.
Bild von li. nach re.: Peer Steinbrück, Deutscher Ministerpräsident
und Finanzminister a.D. & Mitglied des dt. Bundestages gemeinsam mit
Gastgeber Dr. Peter Harold, Generaldirektor der HYPO NOE Gruppe.

HYPO NOE Gruppe

1888 als Niederösterreichische Landes-Hypothekenbank gegründet,
blickt die HYPO NOE Gruppe auf eine lange Tradition und Erfahrung im
Banken- und Finanzsektor zurück. Nach einer Teilprivatisierung 1996
steht der Bankkonzern seit 2007 erneut im 100%-Eigentum des Landes
Niederösterreich. Seit Herbst 2010 präsentiert sich die HYPO NOE
Gruppe (ehem. HYPO Investmentbank-Gruppe) in einem neuen
Erscheinungsbild und unter neuem Namen. Die HYPO NOE Gruppe betreut
als Mutterinstitut im Konzernverbund mit HYPO NOE Leasing und HYPO
NOE Real Consult vorwiegend Großkunden im Landes- und Gemeindebereich
primär in Österreich aber auch selektiv international mit Schwerpunkt
EU-Mitgliedsstaaten. Die Retailtochter HYPO NOE Landesbank bietet
sich als Universalbank für Private, Freiberufler und Kommerzkunden in
NÖ und Wien an; besondere Schwerpunkte bilden Wohnbaufinanzierungen,
KMU und Private Banking. Rund 65.000 Kunden vertrauen der Landesbank,
die sich durch Regionalität und Kundennähe auszeichnet. 28 Filialen
in Niederösterreich und Wien sind die Drehscheibe und Basis für eine
erfolgreiche Kundenbeziehung.

Nähere Informationen unter: www.hyponoe.at

Rückfragehinweis:

Mag. Markus Nepf
   HYPO NOE Gruppe
   Leiter Group Communications
   Tel. +43 (0)5 90 910-1053
   Mail: [email protected] 
   
   Mag. Elisabeth Dock
   HYPO NOE Gruppe
   Stv. Pressesprecherin
   Tel. +43 (0)5 90 910-1235
   Mail: [email protected]

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