• 06.10.2011, 10:45:26
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ATV Am Punkt: Studiengebühren - Verhärtete Fronten zwischen ÖH und Wissenschaftsminister Töchterle

Töchterle zu Zugangsbeschränkungen: "Jahrzehnte bis wir etwas erreichen werden"

Wien (OTS) - Bei der gestrigen ATV-Livediskussion "Am Punkt" gab
es keine Annäherung bei den Themen Studiengebühren und
Zugangsbeschränkungen zwischen Wissenschaftsminister Karlheinz
Töchterle (ÖVP) und der ÖH-Vorsitzenden Janine Wulz (GRAS).

Der Minister warf der Studentenvertreterin, die Studiengebühren
kategorisch ablehnt, mangelnde Solidarität vor. "Lehrlinge, Gesellen,
Kindergartenkinder: Alle möglichen zahlen für ihre Ausbildung oder
für ihre Institution Gebühren. Sie stellen sich hin als Studierende
und verlangen von der Gesellschaft mit breiter Stirn: Die
Gesellschaft hat gefälligst mein Studium zu zahlen. Ich finde da die
soziale Solidarität, die sie aufbringen sehr mäßig und das erschreckt
mich schon.", so Töchterle.

Wulz fürchtet durch die Wiedereinführung der Studiengebühren eine
Benachteiligung für Studenten aus einkommensschwachen Familien. Statt
über Beitragszahlungen der Studenten solle das Hochschulsystem über
Vermögenssteuern finanziert werden: "Wir müssen hier sprechen über
die Vermögensverteilung in Österreich, wir müssen hier drüber
sprechen wie Vermögen in Österreich besteuert wird und dann
selbstverständlich ein Steuersystem schaffen, das tatsächlich auch
umverteilt, und mit dem dann die Bildung finanzieren."

Töchterle versprach erneut eine "Hochschulmilliarde" zur
Finanzierung der Universitäten, schränkte aber gleichzeitig ein: "Ob
es genau eine Milliarde wird, das hängt auch ein bisschen jetzt von
der Konjunktur ab, weil sich die Lage leider momentan ein bisschen
verdunkelt. Es wird beträchtlich mehr Geld für die Universitäten und
Hochschulen geben. Das ist in Zeiten strenger Sparkurse
bemerkenswert."

Die ÖH-Vorsitzende sprach sich erneut auch gegen
Zugangsbeschränkungen für ausländische Studierende aus, um dem
Ansturm tausender deutscher Studenten auf die österreichischen
Universitäten Herr zu werden. Wulz: "Dass es bis heute kein Lösung
zwischen den Ländern gibt, das ist ein Versagen einer
ÖVP-Bildungspolitik über Jahrzehnte."

Immerhin habe man die Frage der Zugangsbeschränkungen jetzt im Rat
der EU-Wissenschaftsminister zum Thema gemacht, so Töchterle. Den
Verhandlungen sieht der Politiker aber skeptisch entgegen: "Bis wir
da etwas erreichen dauert es Jahrzehnte, möglicherweise oder
mindestens zehn Jahre. Wie viel einfacher wäre es, nächstes Semester
Studienbeiträge einzuheben."

Rückfragehinweis:

Mag. (FH) Christoph Brunmayr
   Presse & PR, Pressereferent
   ATV Privat TV GmbH & Co KG
   Aspernbrückengasse 2
   1020 Wien
   Austria
   Tel: +43-(0)1-21364 - 751 
   E-Mail: [email protected]
   Web: www.atv.at

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