ATV Am Punkt: Studiengebühren - Verhärtete Fronten zwischen ÖH und Wissenschaftsminister Töchterle

Töchterle zu Zugangsbeschränkungen: "Jahrzehnte bis wir etwas erreichen werden"

Wien (OTS) - Bei der gestrigen ATV-Livediskussion "Am Punkt" gab
es keine Annäherung bei den Themen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen zwischen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und der ÖH-Vorsitzenden Janine Wulz (GRAS).

Der Minister warf der Studentenvertreterin, die Studiengebühren kategorisch ablehnt, mangelnde Solidarität vor. "Lehrlinge, Gesellen, Kindergartenkinder: Alle möglichen zahlen für ihre Ausbildung oder für ihre Institution Gebühren. Sie stellen sich hin als Studierende und verlangen von der Gesellschaft mit breiter Stirn: Die Gesellschaft hat gefälligst mein Studium zu zahlen. Ich finde da die soziale Solidarität, die sie aufbringen sehr mäßig und das erschreckt mich schon.", so Töchterle.

Wulz fürchtet durch die Wiedereinführung der Studiengebühren eine Benachteiligung für Studenten aus einkommensschwachen Familien. Statt über Beitragszahlungen der Studenten solle das Hochschulsystem über Vermögenssteuern finanziert werden: "Wir müssen hier sprechen über die Vermögensverteilung in Österreich, wir müssen hier drüber sprechen wie Vermögen in Österreich besteuert wird und dann selbstverständlich ein Steuersystem schaffen, das tatsächlich auch umverteilt, und mit dem dann die Bildung finanzieren."

Töchterle versprach erneut eine "Hochschulmilliarde" zur Finanzierung der Universitäten, schränkte aber gleichzeitig ein: "Ob es genau eine Milliarde wird, das hängt auch ein bisschen jetzt von der Konjunktur ab, weil sich die Lage leider momentan ein bisschen verdunkelt. Es wird beträchtlich mehr Geld für die Universitäten und Hochschulen geben. Das ist in Zeiten strenger Sparkurse bemerkenswert."

Die ÖH-Vorsitzende sprach sich erneut auch gegen Zugangsbeschränkungen für ausländische Studierende aus, um dem Ansturm tausender deutscher Studenten auf die österreichischen Universitäten Herr zu werden. Wulz: "Dass es bis heute kein Lösung zwischen den Ländern gibt, das ist ein Versagen einer ÖVP-Bildungspolitik über Jahrzehnte."

Immerhin habe man die Frage der Zugangsbeschränkungen jetzt im Rat der EU-Wissenschaftsminister zum Thema gemacht, so Töchterle. Den Verhandlungen sieht der Politiker aber skeptisch entgegen: "Bis wir da etwas erreichen dauert es Jahrzehnte, möglicherweise oder mindestens zehn Jahre. Wie viel einfacher wäre es, nächstes Semester Studienbeiträge einzuheben."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. (FH) Christoph Brunmayr
Presse & PR, Pressereferent
ATV Privat TV GmbH & Co KG
Aspernbrückengasse 2
1020 Wien
Austria
Tel: +43-(0)1-21364 - 751
E-Mail: christoph.brunmayr@atv.at
Web: www.atv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ATP0001