• 30.09.2011, 17:03:00
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"Geschaffen, um die Welt mitzuschaffen"

Europäische Föderalisten diskutierten mit NGOs über Freiwilligenarbeit

Wien (OTS) - Vorwiegend junge Leute - darunter eine Schulklasse
aus der Wasagasse - nahmen am Freitag, 30.9., an der von den Jungen
Europäischen Föderalisten organisierten Konferenz zum Thema
"Selbstverständlich. Freiwillig." im Wiener Haus der EU teil und
taten sich nach den Impuls-Referaten auch durch interessierte Fragen
hervor.

Namens der Europäischen Föderalisten betonte Andrea Kdolsky, dass
hunderttausende Menschen neben Beruf und Familie mehr leisten und
dort in die Bresche springen, wo staatliche Hilfe allzu schleppend
anläuft. Für den Wiener EU-Vertreter Richard Kühnel untermauert das
Engagement der Freiwilligen die europäischen Grundwerte Solidarität,
Mitverantwortung und sozialen Zusammenhalt. Dass sich von den 500
Millionen BürgerInnen der Union knapp 25 Prozent solcherart
betätigen, zeige die Stärke des Kontinents, und so sei das "Jahr der
Freiwilligkeit" auch die Gelegenheit für ein Dankeschön. Freiwillige
Arbeit werde seitens der Gemeinschaft seit 1966 gefördert, in
jüngster Zeit werde sie zunehmend als grenzüberschreitendes Projekt
gesehen. Jugendliche ab 18 können sich 12 Monate lang für
verschiedene Programme ins Ausland melden. Qualifikationen, die aus
solchen Gelegenheiten resultierten, so Kühnel, sollten freilich
mehr öffentliche Anerkennung finden.

Dann kamen die "Praktiker" zu Wort.

Monica Culen von den "Roten Nasen" listete auf, dass non
profit-Organisationen wie Johanniter, Rotes Kreuz, Greenpeace oder
jüngst auch Muhammad Junus mit dem Mikrokredit ihre Anliegen über
lange Zeiträume zielstrebig verfolgten, während Politik und
Wirtschaft hin und her schwankten. Der non profit-Sektor müsse
eigentlich social profit-Sektor heißen. In Österreich seien in den
Bereichen Kultur, Sport, Religion, Soziales, Katastrophendienst,
Umwelt, Bildung und Nachbarschaftshilfe drei Millionen Freiwillige
engagiert. Das entspreche 425.000 Vollarbeitskräften und mit 4
Milliarden Euro einer Wertschöpfung größer als der Agrarsektor.

Cecily Corti schilderte berührend, was sie zur Gründung der
"VinziRast" motivierte, die als Notunterkunft für eine Nacht für
unterstandslose Alkoholkranke, Drogenabhängige und andere Randgruppen
startete. Sie sei 2002 angesichts der Situation in der Welt und des
Irak-Kriegs zunächst von lähmender Frustration befallen gewesen, habe
sich aber dann mit Herz und Hirn voll engagiert. Eine Einrichtung in
Paris habe ihr vorgeführt, dass das auch ohne Fachausbildung möglich
ist. Basis der Arbeit in der VinziRast sei die bedingungslose
Akzeptanz der "Gäste", und das schaffe bei diesen Vertrauen. Cortis
Motto: "Wir sind geschaffen, um die Welt mitzuschaffen. Es geht ums
Tun, nicht ums Siegen."

Aktion und Kontemplation gehörten seit alters her zum Glauben,
betonte Caritas- Generalsekretär Bernd Wachter. Erst immaterielle
Werte brächten Sinnerfüllung. Und der Hunger nach Sinn sei ja das
große Anliegen in unserer Zeit, zitierte er Viktor Frankl. In
Grenzsituationen brauche jeder seine Mitmenschen: "Keiner hat sich
selbst geboren, keiner hat sich selbst begraben". Das Engagement von
Freiwilligen bringe einer Organisation wie der Caritas
Frischluftzufuhr.

Rückfragehinweis:
Bund Europäischer Jugend/Junge Europäische Föderalisten (BEJ/JEF)
Daniel GERER
Tel.: +43 699 123 55 66 3
[email protected]
www.jef.at

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