- 30.09.2011, 13:22:29
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ÖH Uni Wien: Bachelor Internationale Entwicklung muss bleiben!
Elitenmaster führen zum Ausdünnen kritischer Wissenschaften
Wien (OTS) - Nachdem Heinz Engl vor einigen Wochen angekündigt
hat, er könne sich vorstellen, angesichts "zu hoher"
Studierendenzahlen ganze Studienrichtungen zu schließen, soll nun ab
dem Wintersemester 2012/13 das Bachelorstudium Internationale
Entwicklung (IE) geschlossen werden. Sowohl für (angehende)
Student_innen als auch für den Forschungsbereich wird diese
Entscheidung schmerzhafte Folgen nach sich ziehen und vor allem von
Student_innen nicht ohne Weiteres hingenommen werden.
"Es ist offensichtlich, dass die Verwertungslogiken der neoliberalen
Kräfte in der Bildungspolitik dazu führen, dass die Aufrechterhaltung
und Förderung transdisziplinärer Studien nicht ins Konzept passen. Es
darf aber nicht zur Normalität werden, dass Studienrichtungen nach
ihrer Rentabilität gereiht und nun sogar gekickt werden", ist Julia
Kraus vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien empört.
"Nach der Einführung der rigiden STEOPs, die ab diesem Wintersemester
nochmal verschärft und zu Studienabbrüchen führen werden, ist das der
nächste Schlag, der junge Menschen von der Möglichkeit eines
Hochschulstudiums fernhalten wird. Wer in Zukunft IE studieren
möchte, steht vor einer noch größeren Anzahl an Hindernissen", stellt
Kübra Atasoy fest.
Student_innen der Internationalen Entwicklung sind nun in einer
unwahrscheinlich schwierigen Situation:
"Wenn das Bachelorstudium ausläuft, sehen sich IE-Student_innen einem
doppelten Damoklesschwert ausgesetzt. Einerseits müssen sie möglichst
schnell fertig werden, um nicht Gefahr zu laufen, ohne Abschluss
dazustehen, andererseits ist unklar, ob sie danach einen Masterplatz
erhalten, da zum gegenwärtigen Zeitpunkt vor allem zugangsbeschränkte
Masterstudien mit diversesten Aufnahmeprüfungen implementiert
werden", so Maria Clar.
Diese Entscheidung der Universität Wien reiht sich in die sukzessiven
Verschlechterungen im Bildungsbereich ein.
"Die Unterfinanzierung des Hochschulsektors führt zum Ausdünnen
kritischer Wissenschaft und nimmt Menschen ihr Recht auf Bildung.
Zeitgleich verschärft sich durch Beihilfenkürzungen, hohe
Lebenskosten sowie überbürokratisiertes Studieren mit
Knock-Out-Prüfungen die Existenzsituation von Student_innen
strukturell. Die Wut der Student_innen wird steigen und eine Form des
Widerstandes ist jedenfalls zu erwarten", sind Kraus, Atasoy und Clar
überzeugt.
Rückfragehinweis:
ÖH Uni Wien - Referat für Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 0699 172 82 787 mailto:[email protected] http://www.oeh.univie.ac.at/ Florian Aigner: 0664 466 29 14 Annegret Bauer: 0680 40 511 48 Kathrin Glösel: 0699 172 82 787
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