• 28.09.2011, 16:18:35
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Fakten statt Buhrufe"

Provokateuren wie Thilo Sarrazin den Mund zu verbieten, wäre falsch.

Wien (OTS) - Vor einem Jahr erregte er ganz Deutschland, heute ist
er in Österreich: Thilo Sarrazin, einstiger Bundesbanker und
SPD-Finanzsenator in Berlin, nunmehriger gut verdienender Schreiber.
Auch hier sorgt er wegen seiner Ansichten zur Migration für
Wirbel. Mit dem Slogan "Sarrazin aus Graz verjagen" rief die
Sozialistische Linkspartei dazu auf, gegen ihn zu demonstrieren. SOS
Mitmensch tadelte den Gastgeber Bauernbund: Es gehe nicht an, einem
wie Sarrazin eine Bühne zu bieten.
Tatsächlich sind die Thesen des Mannes aus bürgerlichem Haus
kraus; dass "alle Juden ein bestimmtes Gen teilen", ist Schwachsinn.
Tatsächlich bedient er Vorurteile; etwa indem er befindet,
muslimische Zuwanderer sähen ihre Kinder als Einkommenssicherung.
Sarrazin den Mund zu verbieten, wäre aber falsch.
Es würde ihn zum Märtyrer machen.
Provokateure wie er sind in der Sache zu stellen. Über die
emotionslos zu reden, tut not. Viel zu lange drückten sich nicht nur
die heimischen Regierenden vor dem heiklen Thema,
integrationspolitisch passierte nichts. Das hat die Pauschalierer
und Diffamierer ins Rampenlicht gerückt. Mit Buhrufen sind sie von
dort nicht zu vertreiben.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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