• 21.09.2011, 11:10:56
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Apothekerin verfolgt Medizinwissen aus Tibet bis nach Österreich

Ihre Spurensuche nach den Ursprüngen der Tibetischen Medizin führte eine Wiener Apothekerin bis ins tibetische Exil nach Indien. In einem Blog hat sie alle Erlebnisse festgehalten.

Wien, Hüttenberg (Kärnten), Dharamsala (Indien) (OTS) - Wie
finden tibetische Arzneimittel ihren Weg in österreichische
Apotheken? Eine Wiener Apothekerin forschte nach. Ihre Spurensuche
führte Dr. Isabella Gazar nach Indien und in die Schweiz. Ihre
Erkenntnisse über die Tibetische Medizin, gespickt mit unterhaltsamen
Anekdoten ihrer Reise, sind im Blog www.tibetischespuren.at
nachzulesen. Dort beschreibt sie z. B. ihre Begegnung mit dem Dalai
Lama, ihre Untersuchung durch den ehemaligen Leibarzt und ein
Gespräch mit einem tibetischen Bauern, der Granatapfel-Samen in den
Westen liefert. Die Apothekerin verfolgte den Weg der
Granatapfel-Samen in die Schweiz, wo sie auch die Produktion von
Arzneimitteln nach tibetischen Rezepturen und westlichen Standards
begutachtete.

Dharamsala im nordindischen Himalaya: Hier hat sich nach der
Vertreibung der Tibeter durch die Chinesen im Jahr 1959 das Zentrum
Tibets im Exil entwickelt. 20.000 Tibeter und der Dalai Lama leben
hier. In diesem Exil wird die Tibetische Medizin in ihrer
traditionellen Form gelehrt und praktiziert. Auf ihrer Spurensuche
nach den Ursprüngen der Tibetischen Medizin landete auch die Wiener
Apothekerin Dr. Isabella Gazar in Dharamsala. "Als ich dort ankam,
hat mich allein die Landschaft schon überwältigt. Vorbei an
Reisfeldern und unzähligen Kühen mitten auf der Straße, ging es im
Schneckentempo Richtung Himalaya", schreibt Isabella Gazar in ihrem
Online-Tagebuch. So begann mit der Suche nach dem Jahrhunderte alten
Medizinwissen auch die Annäherung an eine bunte Kultur und an eine
fremde Religion.

Ordination beim Leibarzt des Dalai Lama

Unter www.tibetischespuren.at ist nachzulesen, wie Isabella Gazar den
Dalai Lama live erlebte und von seiner Fortschrittlichkeit überrascht
war. Ebenso fortschrittlich begegnete ihr auch die Tibetische Medizin
selbst: "Eigentlich ist das Medizinwissen am besten mit unserer
Volksmedizin vergleichbar. Aber auf einem sehr wissenschaftlichen
Niveau", sagt die Apothekerin. Die Wienerin ließ sich in Dharamsala
die Chance nicht entgehen, sich vom ehemaligen Leibarzt des Dalai
Lama untersuchen zu lassen. Dr. Yeshi Dhonden leitet eine weltweit
bekannte Klinik. "Ich wurde als gesund erkannt, nur mit einem
leichten Feuermangel, der sich auf die Verdauung auswirken kann",
erzählt Gazar. "Spannend wurde es aber, als wir dem tibetischen Arzt
eine bei uns erhältliche Kapsel einer Nahrungsergänzung mit
tibetischen Kräutern zeigten. Die Kapsel selbst interessierte ihn
überhaupt nicht, er ließ sie sich sofort öffnen und widmet sich nur
dem Pulver. Er kostete und roch daran. Von meinem Übersetzer erfuhr
ich, dass der Arzt auf Anhieb alle fünf Bestandteile der Kapsel
erkannt hatte."

Dr. Yeshi Dhonden war auch Mitbegründer des Tibetan Medical &
Astrological Institute, Men-Tsee-Khang, das heuer sein 50-jähriges
Bestehen feiert. Das Institut stellt alleine 180 verschiedene Pillen
her, die allesamt Vielstoffgemische sind. "Die zahlreich zusammen
gemischten Stoffe sollen einander in ihrer positiven Wirkung
unterstützen. Gleichzeitig sollen sie gegenseitig mögliche
unerwünschte Nebenwirkungen der einzelnen Bestandteile verringern",
erzählt die Apothekerin. "Im Körper wird durch die vielen
unterschiedlichen Komponenten eine große Anzahl von Signalen
freigesetzt. Man spricht deshalb von einer synergistischen Wirkung.
Am besten lässt sich dieses Wirkprinzip vermutlich mit dem Klang
eines Orchesters vergleichen, der sich ja auch aus dem Klang jedes
einzelnen Instruments zusammensetzt."

Der Weg des Granatapfelsamens

Ein wichtiger Bestandteil von einigen dieser Vielstoffgemische ist
zum Beispiel der Granatapfelsamen. In Dharamsala besucht Isabella
Gazar den Pflanzenlieferanten Kataria. "Kataria erzählte mir, dass
einer seiner Kunden in der Schweiz sitzt. Myrobalanen (auch
Kirschpflaumen genannt) und Granatapfelsamen liefert er bereits seit
Jahren dorthin. Anscheinend dürfte die Schweiz besonders strenge
Anforderungen an die Qualität der Kräuter haben, denn er zeigte mir
ganz stolz seine eigenen Granatapfelbäume, deren Samen er exportiert.
Wie nicht anders erwartet, wird in der Schweiz natürlich nach
international anerkannten Richtlinien für pharmazeutische Produkte
produziert. Qualität und Sicherheit der Präparate müssen zudem durch
regelmäßige behördliche Inspektionen im Produktionsbetrieb
kontrolliert werden. Kataria kann also zu Recht stolz auf seine
Qualitätsware sein", sagt die Apothekerin.

Welche Qualitätsanforderungen genau Katarias Granatapfelsamen
erfüllen müssen, schaute sich Isabella Gazar auch direkt in der
Arzneimittel-Produktionsstätte in der Schweiz an. Sie besuchte die in
Zürich ansässige Firma Padma AG. Dort fand sie sich zwischen zwei
Welten wieder: "Modernste Technik und neueste Analysegeräte und in
den Gängen tibetische Fahnen", erzählt Gazar. "Dieser Firma ist es
gelungen, ein tibetisches Vielstoffgemisch als traditionelles
pflanzliches Arzneimittel in Österreich registrieren zu lassen",
schreibt die Apothekerin. Seit 1. September ist Padma Circosan als
traditionell pflanzliches Arzneimittel in Österreich registriert
(http://www.padma-circosan.at/presse.html). Das Online-Tagebuch von
Isabella Gazar mit dem auf der Spurensuche gesammelten Wissen hat
sich zu einem modernen und spannenden Nachschlagewerk für Tibetische
Medizin entwickelt.

Rückfragehinweis:
Tibetzentrum - I.I.H.T.S. (www.tibetcenter.at) - Externe Medienbetreuung:
Putz & Stingl Event, Public Relations & Werbung GmbH, Mag. Michaela Kaiserlehner, 2340 Mödling,
Badstraße 14a, Telefon +43/2236/23424 oder E-Mail [email protected].

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