• 20.09.2011, 16:12:04
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"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Euroland ist abgebrannt"

Die Herabstufung Italiens nährt die Angst vor einem Kollaps der Eurozone.

Wien (OTS) - Italien verlor vor 20 Jahren sein Triple-A. Als
Begründung nannte Moody's damals die zögerlichen Antworten der
Politik auf die großen institutionellen Änderungen in Italiens
Wirtschaft. Kommt irgendwie bekannt vor. Gemeint waren und sind die
Schulden Roms, die schon 1991 viel zu hoch waren.
Italien ist zwar nicht mit dem Pleitekandidaten
Griechenland vergleichbar. Doch es gibt Parallelen. Weil man seine
Landeswährung im Euro nicht mehr abwerten kann, treten die
strukturellen Probleme der Wirtschaft und die Reformunfähigkeit der
Politik heute noch deutlicher zutage. Bemerkenswert ist auch, wie in
beiden Fällen alle Euro-Partner jahrelang zu- und weggeschaut haben
und jetzt das böse Erwachen folgt. Der wichtigste Unterschied ist:
Griechenland hat eine Wirtschaftskraft wie das deutsche Bundesland
Hessen, Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone
und Österreichs zweitwichtigster Handelspartner.
Daher muss jetzt eine nachhaltige Lösung der Schuldenkrise her.
Sollten nämlich am Ende des Tages nur noch Länder wie Deutschland,
Österreich oder die Niederlande als Retter in der Not übrig bleiben,
ist auch unser Triple-A dahin und alle Euro-Sicherheitsnetze reißen.

Rückfragehinweis:
KURIER, Ressort Wirtschaft
Tel.: 0043-1/52100
mailto:[email protected]

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