Heinisch-Hosek: 15 Jahre Gewaltschutzgesetz ist eine Erfolgsgeschichte

Gewaltprävention weiter ausbauen - Gewaltopfern flächendeckend Schutz gewähren

Wien (OTS/SK) - In den letzten 15 Jahren, seit dem Beschluss des Gewaltschutzgesetzes, ist viel im Kampf gegen Gewalt passiert, betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Montag bei der Veranstaltung "15 Jahre Gewaltschutzgesetz und Gewaltschutzarbeit in Österreich", zu der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer ins Parlament lud. Jetzt müsse weiter an Gewaltprävention und flächendeckender Beratung gearbeitet werden. "Es ist egal, wo eine Frau lebt, sie muss zu einer Stelle kommen können, wenn sie Hilfe braucht", bekräftigte Heinisch-Hosek. ****

Weltweit kommen noch immer mehr Frauen zwischen 16 und 45 Jahren durch Gewalt im sozialen Nahbereich ums Leben als durch Terrorismus und Kriege. "In diesem Bereich, glauben Frauen und Kinder oftmals, dass sie sich in einem geborgenen Raum befinden", unterstrich Heinisch-Hosek. In Österreich nahm man vor 15 Jahren mit dem Gewaltschutzgesetz eine Vorreiterrolle ein. Zum ersten Mal mussten nicht Frauen die Flucht ergreifen, sondern konnten Täter weggewiesen werden. Seither sind viele Länder diesem Vorbild gefolgt.

Trotz der erfolgreichen Maßnahmen hat sich jedoch die Zahl der dokumentierten betreuten Gewaltopfer allein in den letzten 10 Jahren verdreifacht. Das zeige aber auch, dass Frauen besser über ihre gesetzlichen Möglichkeiten Bescheid wissen und verstärkt handeln, wenn sie Gewaltopfer werden. "Diese Zahlen verdeutlichen, dass Opferschutz in Österreich kein leeres Wort ist und Hilfsangebote auch wahrgenommen werden", so Heinisch-Hosek. Für diese Frauen sei besonders wichtig, "die Chance, sich aus Gewalt-Beziehungen hinaus zu bewegen", zu bekommen.

Um das gute Niveau des Gewaltschutzes in Österreich noch weiter auszubauen, werden mehrere Akzente gesetzt: Das Budget für Interventionsstellen wurde aufgestockt und es wird verstärkt in Prävention investiert. Beispielsweise wurde, um bessere Daten zu bekommen, eine Studie zu Hoch-Risiko-Opfern in Auftrag gegeben, in der Risikofaktoren von Gewaltopfern, wie etwa demographische oder soziologische Merkmale, herausgearbeitet werden sollen. Ausstellungen wie "Hinter der Fassade" sollen das Bewusstsein stärken und Vorlesungen, wie sie etwa an der Medizinischen Universität Wien stattfinden, sollen Ärzte und Ärztinnen dazu ausbilden, Gewaltopfer besser zu erkennen.

Wie wichtig Prävention und eine bessere Datenlage sind, betonte auch SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm. Besonders Anzeige- und Verurteilungsstatistiken wären hilfreich. "Der Opferschutz könnte verbessert werden, indem gewalttätig gewordene Männer verpflichtend ein Antigewalttraining absolvieren müssen", bekräftigte Wurm.

Heinisch-Hosek, Wurm und Barbara Prammer bedankten sich bei allen, die im Gewaltschutz tätig sind, von Interventionsstellen bis hin zur Polizei. "Die Gewaltschutzzentren leisten wichtige Arbeit", so Prammer. Ohne sie wäre die Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes nicht möglich. (Schluss) pep/bj

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