• 19.09.2011, 16:01:52
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Heinisch-Hosek: 15 Jahre Gewaltschutzgesetz ist eine Erfolgsgeschichte

Gewaltprävention weiter ausbauen - Gewaltopfern flächendeckend Schutz gewähren

Wien (OTS/SK) - In den letzten 15 Jahren, seit dem Beschluss des
Gewaltschutzgesetzes, ist viel im Kampf gegen Gewalt passiert,
betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Montag bei der
Veranstaltung "15 Jahre Gewaltschutzgesetz und Gewaltschutzarbeit in
Österreich", zu der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer ins
Parlament lud. Jetzt müsse weiter an Gewaltprävention und
flächendeckender Beratung gearbeitet werden. "Es ist egal, wo eine
Frau lebt, sie muss zu einer Stelle kommen können, wenn sie Hilfe
braucht", bekräftigte Heinisch-Hosek. ****

Weltweit kommen noch immer mehr Frauen zwischen 16 und 45 Jahren
durch Gewalt im sozialen Nahbereich ums Leben als durch Terrorismus
und Kriege. "In diesem Bereich, glauben Frauen und Kinder oftmals,
dass sie sich in einem geborgenen Raum befinden", unterstrich
Heinisch-Hosek. In Österreich nahm man vor 15 Jahren mit dem
Gewaltschutzgesetz eine Vorreiterrolle ein. Zum ersten Mal mussten
nicht Frauen die Flucht ergreifen, sondern konnten Täter weggewiesen
werden. Seither sind viele Länder diesem Vorbild gefolgt.

Trotz der erfolgreichen Maßnahmen hat sich jedoch die Zahl der
dokumentierten betreuten Gewaltopfer allein in den letzten 10 Jahren
verdreifacht. Das zeige aber auch, dass Frauen besser über ihre
gesetzlichen Möglichkeiten Bescheid wissen und verstärkt handeln,
wenn sie Gewaltopfer werden. "Diese Zahlen verdeutlichen, dass
Opferschutz in Österreich kein leeres Wort ist und Hilfsangebote auch
wahrgenommen werden", so Heinisch-Hosek. Für diese Frauen sei
besonders wichtig, "die Chance, sich aus Gewalt-Beziehungen hinaus zu
bewegen", zu bekommen.

Um das gute Niveau des Gewaltschutzes in Österreich noch weiter
auszubauen, werden mehrere Akzente gesetzt: Das Budget für
Interventionsstellen wurde aufgestockt und es wird verstärkt in
Prävention investiert. Beispielsweise wurde, um bessere Daten zu
bekommen, eine Studie zu Hoch-Risiko-Opfern in Auftrag gegeben, in
der Risikofaktoren von Gewaltopfern, wie etwa demographische oder
soziologische Merkmale, herausgearbeitet werden sollen. Ausstellungen
wie "Hinter der Fassade" sollen das Bewusstsein stärken und
Vorlesungen, wie sie etwa an der Medizinischen Universität Wien
stattfinden, sollen Ärzte und Ärztinnen dazu ausbilden, Gewaltopfer
besser zu erkennen.

Wie wichtig Prävention und eine bessere Datenlage sind, betonte auch
SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm. Besonders Anzeige- und
Verurteilungsstatistiken wären hilfreich. "Der Opferschutz könnte
verbessert werden, indem gewalttätig gewordene Männer verpflichtend
ein Antigewalttraining absolvieren müssen", bekräftigte Wurm.

Heinisch-Hosek, Wurm und Barbara Prammer bedankten sich bei allen,
die im Gewaltschutz tätig sind, von Interventionsstellen bis hin zur
Polizei. "Die Gewaltschutzzentren leisten wichtige Arbeit", so
Prammer. Ohne sie wäre die Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes nicht
möglich. (Schluss) pep/bj

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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