- 17.09.2011, 08:00:39
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"profil"-Interview: Prinzhorn attackiert Parteifreunde
Ex-Nationalratspräsident: Politskandale "eine große Enttäuschung" - Buwog wäre mit ihm als Minister nicht passiert
Wien (OTS) - In einem Interview mit der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert der ehemalige
FPÖ-Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn die Rolle seiner früheren
Parteikollegen in den aktuellen Politaffären. Es schmerze ihn
besonders, dass mit den Ex-Ministern Hubert Gorbach und Mathias
Reichhold zwei Freiheitliche in die Telekom-Affäre verwickelt seien.
Prinzhorn: "Eine ganze Reihe von Persönlichkeiten hat in der Politik
ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund gestellt.
Das ist die große Enttäuschung für mich." Es sei eine
"Gratwanderung", nach einer politischen Karriere "das erworbene
Wissen und die geknüpften Kontakte wirtschaftlich zu verwerten".
Im Zusammenhang mit der Eurofighter-Beschaffung sei er "erstaunt
über manche Entscheidungen und gewisse Sprunghaftigkeiten" gewesen,
so Prinzhorn. Die Buwog-Affäre wäre mit ihm als Finanzminister "nicht
passiert oder zumindest schneller geklärt worden". In persönlichen
Gesprächen habe er Bedenken zu den Vorgängen bekundet. Daraufhin habe
er aus New York wütende Anrufe des Investmentbankers Karlheinz Muhr
erhalten, der als Grasser-Freund und Lehman-Berater beim Buwog-Deal
mitverdiente.
Das Problem seines früheren Schützlings Karl-Heinz Grasser sei
"die Eitelkeit, der Wunsch, um jeden Preis dabei zu sein" gewesen.
Grasser sei ein "Showman", der "ab einem bestimmten Punkt in einer
Gesellschaft verkehrt ist, die ihn zu falschen Dingen verleitet hat."
Scharfe Kritik übt Prinzhorn in dem "profil"-Interview an der
Neubestellung des ÖIAG-Vorstands: "Dass man jetzt mit Markus Beyrer
einen ehemaligen Mitarbeiter von Wolfgang Schüssel zum ÖIAG-Chef
machte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber auch meine
Industrie-Kollegen wie Präsident Veit Sorger wollen letztlich um
jeden Preis dabei sein und der rot-schwarzen Politik gefallen."
Er sei kein Freund oder Bewunderer von Heinz-Christian Strache, so
Prinzhorn, aber "schlicht froh, dass es ihn gibt", weil Strache "den
rot-schwarzen Filz" bekämpfe. Dass er der FPÖ nach seinem Ausscheiden
anlässlich der Parteispaltung wieder beitrete, stehe allerdings nicht
zur Debatte.
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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