• 16.09.2011, 09:01:16
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5 Nominierungen für den Sacharow-Preis für Geistige Freiheit 2011

Europäisches Parlament vergibt seit 1988 Preis für die Verteidigung der Menschenrechte und Meinungsfreiheit

Wien (OTS) - Die friedlichen Demonstranten des Arabischen
Frühlings - personifiziert durch fünf Aktivisten aus Tunesien,
Ägypten, Libyen und Syrien - gehören zu den fünf Kandidaten für den
Sacharow-Menschenrechtspreis des EU-Parlaments. Nominiert wurden auch
der palästinensische Arzt und Friedensaktivist Izzeldin Abuelaish,
der weißrussische Journalist Dzmitry Bandarenka, der Schriftsteller
und KZ-Überlebende Boris Pahor und ein kolumbianisches Friedensdorf.

Izzeldin Abuelaish: Der palästinensische Arzt und Gründer der
Daughters for Life-Stiftung wurde von der Fraktion der Europäischen
Konservativen und Reformer vorgeschlagen. Abuelaish hat sein Leben
der Aussöhnung von Israelis und Palästinensern verschrieben und gilt
als "Brücke" zwischen den beiden Völkern.

Arabischer Frühling: Vier Fraktionen im EU-Parlament (EVP, S&D, ALDE,
Grüne) wollen den Sacharow-Preis an die Volksbewegungen des
Arabischen Frühlings vergeben, den friedlichen Aufständen in
Nordafrika und im Nahen Osten. Sinnbildlich für zehntausende
friedlicher Demonstranten wurden fünf Aktivisten aus der Arabischen
Welt vorgeschlagen.

"Der 'Arabische Frühling' ist ein Symbol für alle Menschen, die sich
in der Arabischen Welt für Würde, Demokratie und Grundrechte
einsetzen", heißt es in der Begründung der Abgeordneten. Die
Verleihung des Sacharow-Preises an die fünf Kandidaten, - Mohamed
Bouazizi (Tunesien), Asmaa Mahfouz (Egypt), Ahmed Al-Zubair
Al-Senussi (Libya), and Razan Zeitouneh and Ali Ferzat (Syrien) - die
and den radikalen politischen Umwälzungen in ihren Länder teilhaben
würde die Solidarität des EU-Parlaments zeigen und seine klare
Unterstützung für ihren Kampf für Freiheit, Demokratie und das Ende
autoritärer Regime."

Dzmitry Bandarenka: Der weißrussische Journalist wurde von
Mitgliedern der Europäischen Konservativen und Reformer
vorgeschlagen. Bandarenka koordiniert die European Belarus Civil
Campaign, die für eine EU-Mitgliedschaft Weißrusslands wirbt. Bekannt
wurde er auch als einer der Mitgründer der Initiative "Charter'97",
die sich für einen demokratischen Wandel in seinem Heimatland
einsetzt.

Boris Pahor: Der slowenische Schriftsteller lebt im italienischen
Triest und gilt als Kämpfer für geistige Freiheit und als Feind
totalitärer Regime. Bekannt wurde er unter anderem durch seine
KZ-Beschreibungen. Pahor wurde im italienischen Triest geboren,
schreibt aber auf Slowenisch. Sein Einsatz für Minderheitenrechte und
-sprachen brachte ihm viel Anerkennung in Slowenien und später auch
in Italien. Vorgeschlagen wurde Pahor vom slowenischen
EU-Abgeordneten der Europäischen Volkspartei Milan Zver und 51
weiteren Abgeordneten.

Das Friedensdorf San José de Apartadó: Diese Nominierung wird von der
Gruppe der Vereinten Europäischen Linken und Nordischen Grünen
Linken (GUE/NGL) unterstützt. Sie schreiben, "die kolumbianische
Gemeinschaft von 'campesinos' (Kleinbauern) ist ein international
anerkanntes Symbol für Mut, Durchhaltekraft und Einsatz für die hohen
Werte des Friedens und der Gerechtigkeit in einem brutalen und
zerstörerischen Umfeld." In einem Land, das seit Jahrzehnten von
Bürgerkrieg und Konflikten geplagt wird, weigern sich die Bewohner
von San José de Apartadó, sich für eine der bewaffneten Gruppen zu
entscheiden und beharren auf ihrer Freiheit.

Über den Sacharow-Preis

Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit wurde nach dem sowjetischen
Physiker und Politiker Andrej Sacharow benannt. Seit 1988 wird der
Preis jährlich an Menschen oder Organisationen verliehen, die einen
wichtigen Beitrag für den Kampf für Menschenrechte und Demokratie
geleistet haben.

Frühere Preisträger

Der kubanische Dissident Guillermo Farinas gewann den Preis im
vergangenen Jahr. Mit Hungerstreiks protestiert er seit vielen Jahren
gegen die Zensur in Kuba. Seinen bisher letzten Hungerstreik beendete
er im Juli dieses Jahres nachdem kubanische Offizielle einwilligten,
politische Gefangene zu entlassen.

Unter den bisherigen Preisträgern finden sich auch Nobelpreisträger
wie Nelson Mandela (1988) und Aung Sang Suu Kyi (1990).
Stellvertretend für die Vereinten Nationen wurde Kofi Annan (2003)
geehrt.

Wie geht es weiter?

Die Vorschläge werden während eines Treffens der Ausschüsse für
Auswärtige Angelegenheiten, Entwicklung und Menschenrechte am 5.
Oktober offiziell vorgestellt. Am 20. Oktober wählen die Abgeordneten
der Ausschüsse drei Finalisten aus. Gemeinsam mit dem
Parlamentspräsidenten werden die Fraktionsvorsitzenden am 27. Oktober
in Straßburg den diesjährigen Preisträger benennen. Die
Verleihungszeremonie findet dann am 14. Dezember in Straßburg statt.

Rückfragehinweis:
Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich
Mag. Huberta Heinzel, Presse-Attaché
Tel.: +43 1 516 17/201
mailto:[email protected]

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