- 15.09.2011, 11:20:54
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LehrerInnen schließen sich Forderung nach Bildungsgipfel an
Konstruktiver Dialog unter Einbeziehung der SchulpartnerInnen höchst an der Zeit
Wien (OTS) - Die Initiative "LehrerInnen für's
Bildungsvolksbegehren" begrüßt und unterstützt mit Nachdruck die
Forderung von Hannes Androsch nach einem längst überfälligen
Bildungsgipfel, welcher aus der Sackgasse einer über viele Jahrzehnte
geführten und durch ideologische Scheuklappen eingeengten
Scheindiskussion führen muss.
Es ist hoch an der Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger
an ihre Verantwortung gegenüber ihren WählerInnen und vor allem
gegenüber den Kindern und Jugendlichen in diesem Land erinnert
werden: Nicht um kurzfristige und kurzsichtige Machtkämpfe darf es
gehen, sondern um die Umsetzung der ohnehin schon längst auf dem
Tisch liegenden Erkenntnisse einer zeitgemäßen Pädagogik in Form
eines großen Wurfs. Vieles, was solch einen für Österreich großen
Wurf ausmachen würde, ist in anderen Ländern schon erfolgreich
erprobt und wird in der täglichen Praxis gelebt: Eine der
gesellschaftlichen Realität entsprechende flächendeckende Versorgung
mit Ganztagsschulen, eine Abschaffung der für den weiteren
Bildungsweg so entscheidenden, im Alter von 9 1/2 Jahren viel zu früh
ansetzenden Selektion, gezielte (Sprach-)Förderungsmaßnahmen lange
vor dem Eintritt in die Grundschule, eine Reform der
LehrerInnenausbildung, eine Aufwertung der ElementarpädagogInnen
u.v.m.
"Das österreichische Bildungssystem befindet sich seit Jahrzehnten
in Geiselhaft von Blockierern - mit den allseits bekannten Resultaten
in internationalen Vergleichen" so Daniel Landau von der Initiative
"LehrerInnen für's Bildungsvolksbegehren". "Trotz dieser für eines
der reichsten Länder der Welt beschämenden Leistungsbilanz verwenden
maßgebliche Gruppen noch immer ihre ganze Energie dafür, die
überkommenen Strukturen zu verteidigen und so dafür zu sorgen, dass
sich nicht nur nichts ändert, sondern dass Österreich und sein
Kapital für die Zukunft - die Jugend unseres Landes - immer weiter
hinter Nationen mit modernen Bildungssystemen zurückfällt", führt
Landau weiter aus. Auch der kürzlich veröffentlichte OECD-Bericht
"Bildung auf einen Blick 2011" beweist, dass die
Chancenungerechtigkeit ein Charakteristikum des derzeitigen
österreichischen Bildungssystems ist:
- Der Prozentsatz an leistungsschwachen SchülerInnen mit
sozioökonomisch ungünstigem Hintergrund ist beispielsweise in
Österreich annähernd vier Mal so groß wie in Finnland (8,2 % vs. 2,2
%) und fast doppelt so groß wie im OECD-Durchschnitt (dieser beträgt
4,4 %).
- Der Vergleich der Prozentsätze jener SchülerInnen, die trotz
eines sozioökonomisch ungünstigen Hintergrunds zu den am besten
abschneidenden gehören, spricht ebenfalls eine deutliche Sprache: 4,9
% in Österreich, 11,4 % in Finnland.
Woran es in der Diskussionskultur im Bildungsbereich mangelt,
zeigen die Ereignisse der letzten Tage: Wenn jemand wie
Caritas-Präsident Franz Küberl es wagt, als Nicht-Pädagoge auf diese
nachweislichen Ungerechtigkeiten hinzuweisen, wird er vom Chef der
AHS-LehrerInnnengewerkschaft in dessen Blog - zwar nicht mit
Argumenten, sondern mit primitiven Wortspielen mit dem Namen des
Präsidenten -reflexartig in die Schranken gewiesen. Dieses Verhalten
lässt befürchten, dass insbesondere die AHS-LehrerInnengewerkschaft
kein Interesse an einem zukunftsorientierten Bildungsgipfel haben
dürfte.
"Die Initiative "LehrerInnen für's Bildungsvolksbegehren" verwahrt
sich aufs Entschiedenste gegen ein derart respektloses, jeden
konstruktiven Dialog verhinderndes Verhalten eines gewählten
LehrerInnenvertreters, mit dem er seinen Berufsstand diskreditiert.
Für einen nationalen Schulterschluss wird es notwendig sein, dieses
Sandkistenniveau zu verlassen und bei dem geforderten Bildungsgipfel
die vernünftigen, lösungsorientierten Kräfte aus allen Bereichen der
Gesellschaft und insbesondere der Schulpartnerschaft, also nicht nur
LehrerInnen, sondern auch Eltern und SchülerInnen, an einen Tisch zu
bringen" so Erwin Greiner, Mitglied der Initiative.
Rückfragehinweis:
Initiative "LehrerInnen für's Bildungsvolksbegehren" Erwin Greiner Mobil: 0664/8269200 [email protected] Daniel Landau Mobil: 0676/6765676 [email protected] http://www.vbbi.at/
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