Restitution: Leopold Museum zu Ausgleich in der Causa Mayländer bereit

Wien (OTS) - Das Leopold Museum ist nach längeren Vorbehalten bereit, sich in der Restitutions-Causa um den 1941 ermordeten Sammler Karl Mayländer zu vergleichen. Das bestätigen die Stiftungsvorstände Elisabeth und Diethard Leopold und der neue Direktor Tobias Natter in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe. Die Schiele-Blätter wurden von einer Lebensgefährtin Mayländers verkauft, deren Berechtigung angezweifelt wird. Kürzlich restituierte die Albertina Exponate aus der Sammlung.

Diethard Leopold bestreitet nach wie vor die Restitutionswürdigkeit: "Ich stehe zu allen meinen Aussagen und halte das nach meinem eigenen Urteil nicht für einen Restitutionsfall." Als Institution sei man gleichwohl bereit, in Gespräche einzutreten und zu "schauen, ob wir zu einem guten Ausgleich kommen".

Leopold kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Albertina: "Es ist schade, dass die Erinnerung an den Sammler Karl Mayländer in der Albertina de facto ausgelöscht ist. Das kann nicht der Sinn einer ernsthaften Restitution sein, dass man die Erinnerung an einen jüdischen Sammler auslöscht. Wir bemühen uns, zu einem Vergleich zu kommen, in dem die Erinnerung bleibt." Natter: "Im Fall Wally haben zehn Jahre lang nur die Anwälte gesprochen, das finde ich als Kunsthistoriker schade. Es geht nicht nur um Geld, auch um das Thema der jüdischen Sammler. Es wurde hier ein guter Weg eingeschlagen, fair auch für alle unmittelbar Betroffenen. Die unmittelbaren Nachkommen dieser Sammler sind ja schon fast alle tot."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0001