Kabarettist nützt Lücke im Österreichischen Namensrecht

Der Weg zum Wunschnamen

Wien (OTS) - An dieser Frage kommt wohl kein heiratswilliges Paar vorbei: Welchen Nachnamen wollen die beiden künftig tragen: Den der Frau? Den des Mannes? Wie sollen die Kinder heißen? Soll es einen gemeinsamen Familiennamen geben? ...

Den Wenigsten ist bekannt, dass es noch eine weitere Variante gibt: Nämlich einen völlig neuen Namen zu beantragen. Gleich einem Wunschkennzeichen beim Auto kann der Name unter Entrichtung eines Entgeltes erworben werden. Für den Fall, dass der ursprüngliche Namen anstößig oder sozial benachteiligend ist, übernimmt der Staat die Kosten der Änderung. Nicht eingerechnet sind Zeit und Geld für weitere Amtswege und Dokumente.

Der Arzt und Kabarettist Ronny Tekal (vormals Teutscher) hat sich mit seiner Frau dieser Möglichkeit bedient: Tekal ist ein Kunstname, ein Akronym, das sich aus den ersten zwei bzw. drei Buchstaben der Ursprungsnamen (Teutscher und Kalkhofer) zusammensetzt. "Dieser Schritt hat in unserem Umfeld großes Interesse geweckt und Verwirrung gestiftet, zumal davon ausgegangen wird, dass Nachnamen wenn schon nicht gott-gegeben, dann doch zumindest amts-gegeben sind", so der Kabarettist.

Im Prinzip ist jeder Name erlaubt, sofern er bereits im Österreichischen Namensregister aufscheint und es dadurch zu keinen Verwechslungen kommen kann. Insofern sind alle Namen, von Wittgenstein über Farkas bis hin zu Habsburg im Bereich des Möglichen. "Wir wollten jedoch einen Namen wählen, in dem sich die Herkunftsnamen wiederfinden", wie Ronny Tekal erklärt.
Nun wird der Name konsequenter Weise auch im Rahmen der künstlerischen Tätigkeit geändert. Aus dem Medizin-Kabarettduo Peter & Teutscher wird mit dem neuen Programm "Patientenflüsterer" (Start Oktober 2011) nun Peter & Tekal. "Dass vorübergehend auch Teutscher mit Bindestrich angehängt ist, dient als kleine Hilfestellung für die Fans," ergänzt der Kabarett-Partner Norbert Peter.

Den Schritt begründet Ronny Tekal damit, auch auf der Bühne authentisch bleiben zu wollen. Bereits beim vergangenen Programm "Nachtdienst" trug der Mediziner offiziell schon den neuen Namen. "Rein rechtlich hätte das Publikum daher gar nicht über die Pointen von Ronny Teutscher lachen dürfen", schmunzelt der Kabarettdoktor.

Tekal nützt heute seinen Bekanntheitsgrad in Kabarettkreisen:
"Diese Möglichkeit im Namensrecht ist viel zu wenig publik und wird auch nur auf nachdrückliches Anfragen beim Amt preisgegeben. Ich halte dies aber für eine höchst kreative und den heutigen gesellschaftlichen Ansprüchen durchaus gerecht werdende Variante, die für alle Paare zumindest andenkenswert ist."

Premiere neues Programm "Patientenflüsterer" am 3. Oktober im Orpheum Wien.

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