- 12.09.2011, 19:58:14
- /
- OTS0230 OTW0230
"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zusatz-Milliarde bringt den Unis Entlastung" (von Norbert Swoboda)
Ausgabe vom 13.09.2011
Graz (OTS) - Es war ein kräftiges Zeichen, das
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle setzte: Er kündigte eine
zusätzliche Uni-Milliarde für die nächste Budgetperiode an. Beifall
gab es von den Unis und den politischen Gegnern.
Allerdings: Auf Budgetjahre bezogen, hat damit Töchterle bei
Finanzministerin Maria Fekter gerade erreicht, dass die dringlichsten
Nöte behoben werden. 300 Millionen Euro pro Jahr entsprechen der
Inflationsabgeltung. Ohne diese Zusatzmittel müssten die
Universitäten ihren Betrieb zurückfahren.
Aber immerhin - dem parteilosen Minister hatte man zwischenzeitlich
nicht einmal einen solchen Ergänzungsbetrag zugetraut.
Die ÖVP konnte damit - ohne Berge zu versetzen - einen Minister
stützen, der auf einem ÖVP-Ticket sitzt. Und zugleich - wenige Wochen
vor dem Bildungsvolksbegehren - wenigstens in Uni-Fragen zeigen, dass
man nicht nur blockiert, sondern gestalten will.
Freilich ist allen Beteiligten klar: Verbessern wird diese
Uni-Milliarde die Situation nicht. Weiterhin werden Rankings die
heimischen Hochschulen fernab von der Spitze sehen, weiterhin werden
die Unis mit einem unkontrollierten Zustrom an Maturanten zu kämpfen
haben.
Sowohl diesem als auch jenem Problem - Studienzugang und Finanzsorgen
- will Töchterle mit Studiengebühren beikommen. Die einzelnen Unis
sollen bis maximal 500 Euro pro Semester einheben können, so sein
erneuter Vorstoß.
Inhaltlich hat der Minister zweifelsohne recht. Solche Zustände wie
in Österreich gibt es nirgends, und diese Zustände haben uns auch
nirgendwohin gebracht.
Aber was bedeutet das der österreichischen Polit-Landschaft schon?
Die SPÖ wie die Grünen beharren weiter darauf, dass dem
Generaldirektorskind das Studium ebenso bedingungslos geschenkt wird
wie dem Kind eines Hilfsarbeiters. Sollen sich die Studenten halt
durchs überfüllte Studium raufen. Verantwortlich gemacht wird dann
eben der ÖVP-Minister.
Begeisterung ist also fehl am Platz. Nüchtern betrachtet führen diese
Vorstöße und Streitereien nur zu einem Herumdoktern am System, das
teils überlastet und international wenig konkurrenzfähig ist.
Zwar kann man da und dort noch eine Effizienzsteigerung erreichen.
Aber für die Zukunft eines industrialisierten Landes, das auf Köpfe
angewiesen ist, muss sich Österreich zu einem zusätzlichen
Bauchaufschwung bereitfinden. Sowohl der Staat als auch jeder
Einzelne.****
Rückfragehinweis:
Kleine Zeitung, Redaktionssekretariat, Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047, mailto:[email protected], http://www.kleinezeitung.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKZ






