- 09.09.2011, 11:21:34
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APA-OTS Politikanalyse: Top-Medienthema: Schüssel-Rücktritt
Innsbruck/Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut
erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich das Top-30 Ranking der
meist genannten Politikerinnen und Politiker in den österreichischen
Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (2. September bis
8. September 2011) nimmt ÖVP-Politiker Wolfgang Schüssel die erste
Position ein. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) belegt den
zweiten Platz, auf Rang drei folgt Bundeskanzler und
SPÖ-Parteivorsitzender Werner Faymann.
Der ehemalige ÖVP-Chef und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (Rang
eins, 1353 Nennungen) legt sein Nationalratsmandat zurück. Schüssel
betont, dass er sich in der Causa Telekom nichts vorzuwerfen habe und
mit gutem Gewissen gehe. Mit seinem Rücktritt aus der Politik will er
die Aufklärung durch die Justiz erleichtern, da vier Minister aus
seiner Regierungszeit im Fokus von Ermittlungen der Justiz stehen.
ÖVP-Clubobmann Karlheinz Kopf (Rang neun, 180 Nennungen) meint,
Schüssel sei Opfer einer "Schmutzkübelkampagne". Vizekanzler Michael
Spindelegger (Rang zwei, 488 Nennungen) bedankt sich bei Schüssel, da
viele seiner Reformen das Land nachhaltig wettbewerbsfähiger gemacht
hätten. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (Rang 17, 104
Nennungen) äußert, Schüssel habe den Mut und Ehrgeiz Reformen
anzupacken und umzusetzen. Kritik an Schüssel und seiner
Kanzlerschaft kam von der Opposition und dem Koalitionspartner SPÖ.
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter (Rang 25, 65 Nennungen) und
seine Partei drängen auf einen parlamentarischen
Untersuchungsausschuss, wobei die Rolle von Wolfgang Schüssel eruiert
werden soll. Der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz (Rang 10, 160
Nennungen) meint zum Abgang Schüssels, dass dieser letztlich
offensichtlich nicht mehr für seine eigene Partei tragbar war.
Bundeskanzler und SPÖ-Parteivorsitzender Werner Faymann (Rang drei,
373 Nennungen) bestätigt, dass der Rücktritt Schüssels ausschließlich
seine Entscheidung war. Ob Schüssel in die Telekom-Affäre verwickelt
ist, darüber will der Bundeskanzler kein Urteil fällen.
Ein weiteres wichtiges Medienthema von Faymann ist die Einführung
einer Vermögenssteuer. Dabei stößt er jedoch auf Widerstand beim
Koalitionspartner ÖVP, erhält aber Unterstützung von Bundespräsident
Heinz Fischer (Rang sechs, 204 Nennungen). Finanzministerien Maria
Fekter (Rang vier, 277 Nennungen) lehnt diese Steuer ab und hält auch
einen Kompromiss nicht für möglich. Zuletzt einigte sich jedoch die
Koalition, eine Experten-Kommission zu installieren.
Unterrichtsministerin Claudia Schmied (Rang fünf, 220 Nennungen)
wollte das neue Lehrerdienstrecht bis Ende 2011 mit der Gewerkschaft
fertig verhandeln, das jedoch nun erst 2012 folgen wird. Die
Neuregelung der Lehrerausbildung, welche eine gemeinsame
Grundausbildung für alle bringen soll, soll bis spätestens 2013
realisiert werden.
Neueinstiege in das aktuelle Top-30 Politikerranking: Markus
Beyrer, IV (Rang 12, 147 Nennungen); Franz Dobusch, SPÖ (Rang 15, 116
Nennungen); Christoph Leitl, WKO (Rang 17, 104 Nennungen); Günther
Platter, ÖVP (Rang 18, 97 Nennungen); Ewald Nowotny, OeNB (Rang 20,
94 Nennungen); Beatrix Karl, ÖVP (Rang 22, 83 Nennungen); Barbara
Prammer, SPÖ (Rang 24, 74 Nennungen); Christian Ragger, FPK (Rang 26,
64 Nennungen); Gabi Burgstaller, SPÖ und Josef Martinz, ÖVP (ex aequo
Rang 27, 62 Nennungen) und Peter Kaiser, SPÖ (Rang 29, 61 Nennungen).
Diese Woche finden sich im Top-30 Ranking elf Politikerinnen und
Politiker der ÖVP und neun der SPÖ. Die FPK stellt drei Akteure, die
FPÖ und die Grünen stellen jeweils einen Akteur. Das BZÖ ist diese
Woche nicht unter den Top-30 vertreten. Außerdem im Ranking:
Bundespräsident Heinz Fischer, IV-Generalsekretär Markus Beyrer,
OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph
Leitl und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Das Top
30-Ranking setzt sich aus sechs Politikerinnen und 24 Politikern
zusammen.
MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz
österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen
Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über den
OTS-Politik-Channel http://www.ots.at/ranking/art/top/politik
kostenlos abrufbar.
Rückfragehinweis:
MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH Julia Wippersberg Leiterin MediaWatch Tel.: +43/1/360 60-5960 mailto: [email protected] http://www.apa-mediawatch.at APA - Austria Presse Agentur Barbara Rauchwarter Unternehmenssprecherin Leiterin Marketing & Kommunikation Tel.: +43/1/360 60-5700 E-Mail: [email protected] http://www.apa.at
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