- 09.09.2011, 04:00:33
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Mensdorff-Pouilly in ÖSTERREICH: "Es ist nicht lustig, das Oberschwein zu sein."
Lobbyist wehrt sich gegen Vorwürfe: "Weise Bestechungsvorwürfe zurück. Ich teile nicht - außer mit dem Staat."
Wien (OTS) - Der umstrittene Lobbyist Alfons Mensdorff-Poilly
wehrt sich im ÖSTERREICH-Interview (Freitag-Ausgabe) gegen Vorwürfe
unsauberer Geschäfts-Methoden. In launigen Worten bestreitet er die
Anschuldigungen. Mensdorff: "Ich kann jeden einzelnen Punkt
widerlegen, da ist nirgends etwas schief."
Zu Vorwürfen dubioser Geldflüsse ohne nachvollziehbare Leistungen
sagt Mensdorff: "Das ist völliger Quatsch. Nur mal ein abstraktes
Beispiel: Wenn mir jemand - Hausnummer - eine Million dafür bieten
würde, dass ich mich eine Stunde mit ihm unterhalte - dann würde ich
mir vielleicht denken: Schön blöd ist der, aber ich würd's machen.
Würden Sie doch auch. Strafbar wäre nur, wenn ich dann einen Teil
dieses Geldes verwenden würde, jemanden zu bestechen.
Und davon könne bei ihm keine Rede sein. Mensdorff: "Das weise ich
entschieden zurück. Ein völlig haltloser Vorwurf. Dafür wäre ich
schon viel zu egoistisch. Ich teile nicht, außer mit dem Staat. Von
Telekom bis OMV - alle Honorare habe ich völlig korrekt versteuert."
Auch an seinen Jagdgesellschaften, an denen beispielsweise
ÖIAG-Chef und Telekom-Aufsichtsrat Markus Beyrer teilgenommen hatte,
sei nichts auszusetzen. Mensdorff: "Der arme Beyrer tut mir wirklich
leid. Vor ein paar Jahren war er, damals Generalsekretär der
Industriellenvereinigung, einmal zur Jagd bei mir. Als Freund. Na
und? Hätte ich sagen sollen: Weg mit dir, vielleicht wirst du mal
Telekom-Aufsichtsrat? Das ist doch alles lächerlich." Und: "Ich darf
wohl nicht mal mehr den Kaplan oder Pfarrer aus meinem Ort zum Essen
einladen - der könnte ja mal Papst werden."
Mensdorff zeigt sich unglücklich über seien Rolle in der
Öffentlichkeit: "Lustig ist das nicht. Wenn die Medien einen dauernd
als Oberschwein hinzustellen und versuchen, die Justiz auf diese
Weise zu beeinflussen."
Überraschend kann sich der reiche Lobbyist Mensdorff mit einer
Reichensteuer anfreunden (und steht hier wohl im Widerspruch zu
seiner Ehefrau Maria Rauch-Kallat). Mensdorff: "Wenn sie
zweckgebunden wäre, etwa für die Bildung der Jugend, würde sich dem
wohl kaum jemand verschließen."
Rückfragehinweis:
ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
mailto:[email protected]
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