• 08.09.2011, 09:10:55
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Umfrage im Auftrag der NÖ Ärztekammer: Elektronische Gesundheitsakte bekommt schlechtes Zeugnis

Ärzteschaft fühlt sich über ELGA schlecht informiert und zweifelt an der Datensicherheit

Wien (OTS) - Eine jüngst von der NÖ Ärztekammer in Auftrag
gegebene Umfrage unter Ärztinnen und Ärzten in Niederösterreich
stellt der "Informationsqualität" durch die Verantwortlichen in
Sachen elektronischer Gesundheitsakte (ELGA) kein gutes Zeugnis aus.
Mit der ELGA sollen zukünftig Befunde und gesundheitsrelevante
Dokumente gespeichert und für Patientinnen und Patienten sowie für
Ärztinnen und Ärzte abrufbar sein. Die Teilnahme an ELGA soll
grundsätzlich für alle Patientinnen und Patienten in Österreich
gelten. Patientinnen und Patienten können aber jederzeit der
Speicherung der Daten widersprechen.
"Von den befragten Ärztinnen und Ärzten fühlen sich nur 42 Prozent
ausreichend über die elektronische Gesundheitsakte informiert. Bei
dieser Frage war kein signifikanter Unterschied zwischen Ärztinnen
und Ärzten aus dem Kassen- bzw. Wahlarztbereich erkennbar", so Dr.
Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer.

Auf Datensicherheit wird überwiegend nicht vertraut

Noch schlechter erscheint das Umfrageergebnis in Bezug auf
Datensicherheit: "Obwohl nach Angaben der Betreibergesellschaft dem
Datenschutz höchste Priorität eingeräumt wird, vertrauen nur 30
Prozent unserer Ärztinnen und Ärzte darauf und geben an, dass sie
ELGA für Datensicher halten", so Präsident Dr. Reisner weiter. "Das
ist aus meiner Sicht durch die von den Befragten als eher schlecht
empfundene Aufklärungsarbeit sicherlich mitbegründet." Auch bei
dieser Frage besteht kein Unterschied zwischen den Ärztinnen und
Ärzten aus dem Kassen- bzw. Wahlarztbereich.

Die Ärztinnen und Ärzte wurden weiters befragt, ob sie den
Patientinnen und Patienten ein "opting-out", also einen Widerspruch
zur Datenspeicherung empfehlen würden. "Das Ergebnis zu dieser Frage
ist aus meiner Sicht bemerkenswert: In Summe würden 36 Prozent, also
ein starkes Drittel der Ärztinnen und Ärzte die Empfehlung zum
opting-out geben. Das erstaunliche daran ist der Unterschied zwischen
Kassenbereich mit 52 Prozent und Wahlarztbereich mit 20 Prozent", so
Präsident Dr. Reisner.

Für Ärztinnen und Ärzte relevante Informationen sind schwer zu
finden

Der Ärztekammerpräsident schließt daraus, dass die Grundstimmung
der Ärzteschaft gegenüber ELGA nicht so schlecht ist, wie sich so
mancher erwartet hat. "Allerdings ist ganz klar, dass man sich
wesentlich mehr Information wünscht. Wer die offizielle Information
der verschiedenen Institutionen durchsieht, findet kaum für Ärztinnen
und Ärzte relevante Informationen, etwa über Zeitplan bzw. wer beim
Betrieb was zu tun hat oder wie der Mehraufwand und die Zusatzkosten
abgegolten werden." In Bezug auf die Datensicherheit erscheint ihm
die Grundeinstellung logisch, weil es keine Systeme dieser Art gibt,
die zu hundert Prozent als datensicher eingestuft werden können.

So erscheint die Einstellung der Mehrheit der Kassenärztinnen und
-ärzte als logisch, aus heutiger Sicht ihren Patientinnen und
Patienten zu empfehlen, einen Widerspruch zur Datensicherung
auszusprechen. "Die Wahlärztinnen und Wahlärzte scheinen sich
überhaupt wenig berufen zu fühlen, abseits ihres Tätigkeitsfeldes
womöglich Aufklärungsarbeit ohne Kostenersatz zu leisten", so
Präsident Dr. Reisner weiter. "Ich würde mir jedenfalls wünschen,
dass in der Angelegenheit ELGA mehr kooperiert und informiert wird.
Ich als Präsident der NÖ Ärztekammer bin sinnvollen
Kooperationsvorschlägen gegenüber immer offen!"

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at

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