Rudolf Fischer in NEWS: "Hochegger hat Telekom Millionen gebracht"

Ex-Telekom-Vorstand erklärt wie Postenbesetzungen, Gesetze und Ausschreibungen durch Lobbying beeinflusst wurden.

Wien (OTS) - In der Telekom-Affäre erklärt der frühere Festnetz-Vorstand der Telekom, Rudolf Fischer, in einem Exklusivinterview mit dem Nachrichtenmagazin NEWS, dass der Einsatz von Peter Hochegger als Lobbyist der Telekom "Millionen gebracht" hatte. "Alles, wofür wir Peter Hochegger beschäftigt hatten, war im Interesse des Unternehmens im Sinne einer Akquisition, der Vermeidung von Risken oder der Aufarbeitung von Themen wie das Beamtendienstrecht", sagt Fischer im Interview mit NEWS, das in der aktuellen Ausgabe morgen erscheint. Hochegger hatte laut Fischer im Sinne der Telekom die Besetzung von regulatorisch wichtigen Posten ebenso beeinflusst wie die Umsetzung von Telekom-Verordnungen un d öffentliche Ausschreibungen.

Jene 16 Projekten mit einem Volumen von ca. Neun Millionen Euro, deren Gegenleistung die Telekom heute bezweifelt, bezeichnet der frühere Telekom-Festnetzvorstand im Gespräch mit NEWS als "teilweise sehr erfolgreich". Auch die Beeinflussung der Universaldienstverordnjung, die im Einflussbereich des damaligen Infrastrukturministers Hubert Gorbach gelegen hatte, sei ein Lobying-Ziel gewesen und habe der Telekom im Endeffekt rund zehn Millionen Euro gebracht. Zu den laut Hochegger-Buchhaltung getätigten Zahlungen an Gorbach erklärte Fischer in NEWS: "Wenn es solche Zahlungen von Hochegger gab, muss Hochegger das aufklären. Ich hatte damit nichts zu tun." Auch von Geldflüssen an das BZÖ "höre ich zum ersten Mal", so Fischer im NEWS-Gespräch.

Die Höhe der Honorare an Hochegger sieht Fischer als angemessen:
"Man vereinbart ein Ziel und ein Honorar, das sich am Aufwand und Nutzen für das Unternehmen orientiert", so der frühere Festnetz-Vorstand in NEWS. Zur konkreten Umsetzung erklärte er:
"Einzelmaßnahmen sind Sache der Agentur. Natürlich muss alles streng legal und erlaubt sein", so Fischer im NEWS-Interview. Einzige Ausnahme sei "die Zahlung von 500.000 Euro für den Banker, der uns 2004 mit Aktienkäufen den Kurs auf über 11,70 Euro gebracht hatte", gewesen. "Mit der Konsequenz muss ich leben. Ich kann nur versuchen zu zeigen, dass es mir Leid tut, in dem ich den finanziellen Schaden gut mache", sagt Fischer in NEWS.

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