• 07.09.2011, 12:22:47
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Mitterlehner/Berlakovich: "Ressourcen effizienter nutzen"

Neue Studie über Ressourcenverbrauch in Österreich in den vergangenen 50 Jahren: Österreicher verbrauchen täglich 66 Kilogramm natürliches Material

Wien (OTS/BMWFJ) - Jeder Österreicher verbraucht im Schnitt pro
Tag 66 Kilogramm natürliche Ressourcen. Das ergibt eine Studie des
Lebensministeriums und das Wirtschaftsministeriums, mit der erstmals
die Ressourcennutzung in Österreich von 1960 bis 2008 untersucht
wurde. "Der sparsame und effiziente Umgang mit natürlichen Ressourcen
ist eine der Schlüsselstrategien für eine nachhaltige Entwicklung
unserer Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Wir müssen unsere
Ressourcen daher noch effizienter nutzen, auch um unabhängiger von
Importen zu werden", begründen Wirtschaftsminister Reinhold
Mitterlehner und Umweltminister Niki Berlakovich den Fokus ihrer
Ressorts auf das Thema.

Pro Kopf und Jahr kommt man derzeit auf einen Verbrauch von 24 Tonnen
an Materialien wie fossile Energieträger, Biomasse, Metalle und
nicht-metallische Mineralstoffe. Die Hälfte davon entfällt auf
Baurohstoffe wie Sand und Kies. Insgesamt ist der Verbrauch an
Materialien in den vergangenen 50 Jahren von 114 auf 197 Millionen
Tonnen im Jahr gestiegen. Die mengenmäßig größte Bedeutung haben
nicht-metallische Mineralstoffe (62 Prozent), gefolgt von Biomasse
(22 Prozent), fossilen Energieträgern (12 Prozent) und Metallen (4
Prozent).

Die Importabhängigkeit ist gestiegen

Bei der Deckung des österreichischen Ressourcenbedarfs spielt die
Inlandsentnahme - Bergbau sowie Land- und Forstwirtschaft - die
wichtigste Rolle. Importe gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung:
2008 wurden 88 Millionen Tonnen importiert. Das ist etwa sechsmal
mehr als noch im Jahr 1960. Besonders angewiesen ist Österreich auf
Importe fossiler Energieträger und Waren aus metallischen Rohstoffen.
Eine starke Importabhängigkeit besteht in Österreich wie in der
gesamten EU auch bei sogenannten kritischen oder seltenen Rohstoffen,
die besonders in Zukunftstechnologien zur Anwendung kommen.

Natürliche Ressourcen werden bereits effizienter genutzt

"Wie die Materialflussrechnung in der Studie ergab, werden Ressourcen
jetzt um 146 Prozent oder den Faktor 2,5 effizienter eingesetzt als
noch vor 50 Jahren", betonen Berlakovich und Mitterlehner. "Es konnte
also mehr ökonomischer Output mit der gleichen Menge Ressourcen
erwirtschaftet werden." So wurden vor 50 Jahren für die Herstellung
einer Tonne Stahl noch rund 50 Kilogramm an Feuerfestprodukten
benötigt. Heute sind es weniger als fünf Kilogramm. "Das zeigt, dass
Österreichs Unternehmen schon sehr viel getan haben, um Rohstoffe
effizienter einzusetzen", sagt Mitterlehner im Hinblick auf die
erfolgreichen Bemühungen der Unternehmen. "Die Zukunft Europas liegt
nicht nur in den Ressourcen allein, sondern in deren Einsatz und vor
allem in der Effizienz und Nachhaltigkeit deren Einsatzes. Ein
gedankenloser Umgang mit Ressourcen ist hintanzustellen, und es gilt,
gemeinsam mit der Wirtschaft bestehende Pläne weiter auszubauen um
die beste Nutzung bestehender Ressourcen zu gewährleisten", betont
auch Berlakovich.

Rohstoffplan des Wirtschaftsministeriums als
Best-Practice-Beispiel

Das Wirtschaftsministerium hat im Vorjahr den "Österreichischen
Rohstoffplan" herausgegeben, der die Vorkommen an natürlichen
Ressourcen für die nächsten Jahrzehnte berechnet. Dieser Rohstoffplan
setzt bereits jetzt die Empfehlungen der von der Europäischen
Kommission herausgegebenen Mitteilung "Raw Materials Initiative" um
und wird europaweit als Best Practice Beispiel anerkannt.

Österreichischen Ressourceneffizienz-Aktionsplan (REAP) kommt
im Herbst 2011

Um den Verbrauch natürlicher Ressourcen in Österreich zu reduzieren
und die Ressourceneffizienz weiter zu verbessern, planen das
Lebensministerium und das Wirtschaftsministerium für den Herbst 2011
die Vorlage eines nationalen Ressourceneffizienz Aktionsplans (REAP).
Dieser Aktionsplan wird seit Ende 2009 unter Einbindung wichtiger
Stakeholder aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und anderer
Akteure vorbereitet und schlägt Ziele, Aktionsfelder und Maßnahmen
zur Steigerung der österreichischen Ressourceneffizienz vor.

Österreich als europäischer Vorreiter in Sachen
Ressourceneffizienzpolitik

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einem politischen
Fahrplan (Roadmap) für ein ressourceneffizientes Europa, der
voraussichtlich bis Herbst vorliegen wird. Ein "Ressourcenschonendes
Europa" ist eine der sieben Leitinitiativen der Strategie "Europa
2020" und stellt das Thema Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz
ins Zentrum der europäischen Umwelt- und Wirtschaftspolitik.
Österreich reagiert auf die stark wachsende Bedeutung des Themas
Ressourcenschonung mit der vorliegenden Publikation
"Ressourcennutzung in Österreich - Bericht 2011" sowie mit dem
ebenfalls für Herbst vorgesehenen österreichischen
Ressourceneffizienz-Aktionsplan (REAP).

Die Publikationen "Ressourcennutzung in Österreich (Bericht 2011)"
und "Ressourcendaten - Verbesserung des statistischen Datenmaterials
im Bereich natürlicher Ressourcen" sind ab sofort auf
www.lebensministerium.at und
http://www.bmwfj.gv.at/EnergieUndBergbau/PublikationenBergbau/Seiten/
default.aspx verfügbar.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Pressesprecher des Bundesministers:
   Stefan Ratzenberger
   Tel.: +43 (01) 71100-6703 / Mobil: +43 664 826 78 97
   mailto:[email protected]
   www.lebensministerium.at> 
   
   Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecherin des Bundesministers:
   Mag. Waltraud Kaserer
   Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
   mailto:[email protected]
   http://www.bmwfj.gv.at

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