Architekturwettbewerb für Sanierung und Erweiterung der Universität für angewandte Kunst Wien EU-weit ausgeschrieben

International beachtetes städtebauliches Zeichen für die zentrale Bedeutung von künstlerischer Bildung in einem lebendigen urbanen Umfeld soll gesetzt werden.

Wien (OTS) - Nach mehrjährigen Vorarbeiten, wie Raumbedarfsanalysen, Standortabklärungen und Raumfunktionsplanungen startet diese Woche, ein EU-weit ausgeschriebener Architekturwettbewerb zur Sanierung und Erweiterung der Universität für angewandte Kunst Wien am Standort Oskar Kokoschka Platz.

Bereits im Jahr 2001 wurde im Rahmen einer vom damaligen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Auftrag gegebene Studie festgehalten, dass die Angewandte "insgesamt über wesentlich zu geringe Flächen verfügt, um ihre Funktion im vorgesehenen Umfang zu erfüllen."

Im Jahr 2007 wurde in einer in Zusammenhang mit der Leistungsvereinbarung abgeschlossenen gemeinsamen Erklärung zwischen dem Wissenschaftsministerium und der Universität für angewandte Kunst vereinbart, dass aufgrund des festgestellten zusätzlichen Raumbedarfes nach Klärung der Standortfrage und Erstellung eines Raum- und Funktionsprogramms ein Architekturwettbewerb durchzuführen sei.

Nachdem mehrere Optionen - von einem Neubau auf der Donauplatte bis zur Adaptierung bestehender Objekte analysiert wurden, fiel schließlich die Entscheidung zu Gunsten einer insbesondere sicherheitstechnischen Sanierung des aus den 1960er Jahren stammenden Schwanzer-Trakts der Angewandten in Verbindung mit einer räumlichen Erweiterung am Standort Oskar Kokoschka Platz.

Diese Lösung macht zwar in einer immer mehr von Büro-, Geschäfts-und Hotelnutzungen dominierten Innenstadt stadtplanerischen Sinn und ist auch ökonomisch am vertretbarsten, sie ist aber auch gleichzeitig die architektonisch und städtebaulich schwierigste und anspruchsvollste Variante.

Die Universität für angewandte Kunst, gegründet 1867, ist nicht nur eine traditionsreiche Institution, die wesentlichen Anteil an der Entwicklung der künstlerischen und intellektuellen Identität Wiens und Österreichs hatte (zahlreiche Vertreter der Wiener Werkstätte und der Sezession studierten und/oder unterrichteten an der damaligen Kunstgewerbeschule, die Ideen des Bauhaus wurden an dieser Institution vorbereitet, in den 1960er und 1970er Jahren wirkte die Angewandte weit über die Grenzen Österreichs hinaus als europäische Wegbereiterin des Erfolgs der Videokunst), die Angewandte ist heute eine der weltweit wichtigsten Kunstuniversitäten mit einem breiten inhaltlichen Spektrum und übernimmt die Vorreiterrolle für viele neue Entwicklungsfelder wie transmediale und transdisziplinäre Kunst, Art&Science, Social Design, künstlerische Forschung etc. Und gerade im Lichte einer architektonischen Erweiterung ist natürlich von Bedeutung dass das Architekturinstitut der Angewandten nach Einschätzung vieler internationaler Proponenten zu den fünf wichtigsten ArchitekturInstituten weltweit zählt.

Die Angewandte als programmatisch international ausgerichtete Bildungseinrichtung für Architektur, Kunst, Design, Restaurierung und Kunstwissenschaften sieht es daher als ihre Verpflichtung an, mit diesem aktuellen Projekt den Studierenden und Lehrenden bessere Arbeitsmöglichkeiten und der Stadt ein international beachtetes städtebauliches Zeichen für die zentrale Bedeutung von künstlerischer Bildung in einem lebendigen urbanen Umfeld zu geben.
Das Projekt stellt aber über diesen Anspruch hinaus eine große Herausforderung dar, weil die Rahmenbedingungen hinsichtlich der räumlichen Begrenztheit, dem Wunsch nach möglichst hoher Flächenausbeute, der Bebauungsvorschiften und nicht zuletzt denkmalschützerischer Auflagen besonders eng sind.

Es wird daher ein EU-weit ausgeschriebenes zweistufiges Verfahren (Wettbewerb) geben, in dessen erster Phase Planer aufgefordert sind, ihre Leistungen auf dem Gebiet der architektonischen Gestaltung anhand von Referenzprojekten darzulegen (einzureichen). Die fristgerecht eingereichten Bewerbungsunterlagen (Referenzprojekte) werden von einer unabhängigen und weisungsfreien Auswahlkommission anhand von definierten Auswahlkriterien beurteilt, und so die Teilnehmer an der eigentlichen Wettbewerbsstufe ermittelt. In der zweiten Phase (Wettbewerbsstufe) haben die fünfzehn Wettbewerbsteilnehmer, die für die Wettbewerbsstufe ausgewählt worden sind, je eine Wettbewerbsarbeit einzureichen.
Mit der Entscheidung über ein Sieger-Projekt ist im Februar 2012 zu rechnen.

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