• 02.09.2011, 11:03:18
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Befragung von SchülerInnen und Eltern: Lernlust und Schulfrust beim Schulbeginn

Überparteiliche Initiative "LehrerInnen fürs Bildungsvolksbegehren" fordert: Kein Kind darf beschämt werden!

Wien (OTS) - Anlässlich des bevorstehenden Schulbeginns hat der
überparteiliche Zusammenschluss "LehrerInnen fürs
Bildungsvolksbegehren" heute eine neue Market-Umfrage über "Gefühle
und Wünsche" von Eltern und SchülerInnen bezüglich des neuen
Schuljahres präsentiert. Dabei zeigt sich vor allem, dass sich
SchülerInnen einen spannenden und interessanten Unterricht ohne
Langeweile und Eltern motivierte, sozial kompetente Kinder wünschen.
Als Gründe für die Nicht-Erfüllung dieser Wünsche führen SchülerInnen
in einem hohen Ausmaß "LehrerInnen" an, "die nur ihren Stoff
durchbringen wollen, denen egal ist was wir SchülerInnen wolle und
die übermäßigen Druck machen". Eltern bemängeln, dass LehrerInnen
ihre Kinder nicht ausreichend individuell fördern.

Für Daniel Landau, Georg Neuhauser und Heidi Schrodt von den
"LehrerInnen fürs Bildungsvolksbegehren" unterstreicht dieses
Ergebnis die Reformbedürftigkeit des Schulsystems nur allzu deutlich.
Das österreichische Schulsystem stellt für den Unterricht keine
geeigneten Rahmenbedingungen für einen abwechslungsreichen,
interessanten, spannenden und individuellen Unterricht bereit.

"Allzu oft zerbricht kindliche Neugier und die Schul-Lust an der
Angst vor Bloßstellung", betont der Lehrer und Bildungsombudsmann
Daniel Landau. "Solche Erfahrungen lassen Menschen verstummen und
führen zu Lernunwillen und Versagensängsten. Ein erfolgreicher
Bildungsprozess gelingt nur gelingt, wenn alle Beteiligten auf
gleicher Augenhöhe miteinander umgehen und wenn physische und
psychische Integrität absoluten Vorrang haben. Das gilt vor allem für
die kleinsten!" Daher fordert Landau, dass der Grundsatz 'Kein Kind
darf beschämt werden!' in den "Zielparagraphen" im §2 im
österreichischen Schulorganisationsgesetz (SCHOG) verankert wird -
wie in skandinavischen Schulsystemen üblich. Landau: "In Österreich
wird das Menschenrecht auf Bildung durch das Schulsystem missachtet."

"Ich sehe vor allem in der LehrerInnenausbildung einen zentralen
Schlüssel zur Steigerung der Unterrichtsqualität. Wir brauchen eine
Ausbildung, die an modernen pädagogischen Erkenntnissen orientiert
ist", so Georg Neuhauser der in der LehrerInnenfortbildung tätig ist.
Weiters führt Neuhauser aus, dass "sich LehrerInnen auf ihre
pädagogische Arbeit konzentrieren können sollen. Dazu braucht es
flächendeckende Unterstützungssysteme, wie etwa den Ausbau der
psychosozialen Versorgung an Schulen."

Heidi Schrodt, Bildungsexpertin und Vorsitzende "Bildung
Grenzenlos", weist darauf hin, dass Österreich eines der sozial
selektivsten Bildungssysteme der Welt hat: "Zahlreiche Studien
zeigen, dass die frühe Trennung der Kinder nach Schultypen zu
sozialer Benachteiligung in Hinblick auf Bildungschancen führt. Jene,
die sich weiterhin für eine Trennung ab 10 Jahren stark machen,
wollen dieses ungerechte und ökonomisch unvernünftige System
beibehalten. Das Beharren von Teilen der ÖVP auf der frühen Selektion
hat weit reichende Folgen, die sich vor allem in den Ballungszentren
negativ auswirken. Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir
weiterhin schlechte PISA-Resultate erhalten. Wir hoffen, dass sich in
der LehrerInnengewerkschaft die Reformkräfte durchsetzen um die
ideologischen Barrieren endlich zu überwinden."

Die Umfrage "Auslotung der Gefühle und Wünsche von Eltern und
SchülerInnen zum Schuljahr 2011/12" wurde am 30.August und 1.
September vom Market-Institut durchgeführt. Insgesamt wurden 451
Eltern und 401 SchülerInnen mittels Online-Fragebögen befragt. 54%
der befragten SchülerInnen wünschen sich einen "guten Unterricht ohne
Langeweile" und 34% pochen auf "LehrerInnen, die sich für uns
SchülerInnen Zeit nehmen". Als Gründe die für Nichterfüllung dieser
Wünsche nennen 53% der SchülerInnen "LehrerInnen, die nur ihren Stoff
durchbringen wollen, denen egal ist, was wir SchülerInnen wollen" -
bei SchülerInnen über 15 steigt dieser Wert sogar auf 69%. 36%
bemängeln "LehrerInnen, die übermäßigen Druck ausüben". 62% der
befragten Eltern wiederum wünschen sich, dass "mein Kind gerne zur
Schule geht". 39% geben an, dass sie sich neben dem Stoff auch die
Vermittlung "sozialer Kompetenz" erwarten. Als Hindernisse nennen die
Eltern vor allem, dass LehrerInnen die Kinder "nicht genügend
individuell fördern".

Das Volksbegehren Bildungsinitiative will den Stillstand in der
österreichischen Bildungspolitik aufbrechen. Es liegt vom 3.November
bis 10.November 2011 auf Gemeindeämtern und Magistratischen
Bezirksämtern zur Unterschrift auf.

Die Statements können von MedienvertreterInnen auch unter
www.o-ton.at im Originalton heruntergeladen werden.

Rückfragehinweis:

Volksbegehren Bildungsinitiative (VBBI)
   Mag.a Theresa Aigner, Pressereferentin
   Tel.: 01/3100740-24
   Mobil: 0680/3208960
   mailto:[email protected]
   http://www.vbbi.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BFZ

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