Befragung von SchülerInnen und Eltern: Lernlust und Schulfrust beim Schulbeginn

Überparteiliche Initiative "LehrerInnen fürs Bildungsvolksbegehren" fordert: Kein Kind darf beschämt werden!

Wien (OTS) - Anlässlich des bevorstehenden Schulbeginns hat der überparteiliche Zusammenschluss "LehrerInnen fürs Bildungsvolksbegehren" heute eine neue Market-Umfrage über "Gefühle und Wünsche" von Eltern und SchülerInnen bezüglich des neuen Schuljahres präsentiert. Dabei zeigt sich vor allem, dass sich SchülerInnen einen spannenden und interessanten Unterricht ohne Langeweile und Eltern motivierte, sozial kompetente Kinder wünschen. Als Gründe für die Nicht-Erfüllung dieser Wünsche führen SchülerInnen in einem hohen Ausmaß "LehrerInnen" an, "die nur ihren Stoff durchbringen wollen, denen egal ist was wir SchülerInnen wolle und die übermäßigen Druck machen". Eltern bemängeln, dass LehrerInnen ihre Kinder nicht ausreichend individuell fördern.

Für Daniel Landau, Georg Neuhauser und Heidi Schrodt von den "LehrerInnen fürs Bildungsvolksbegehren" unterstreicht dieses Ergebnis die Reformbedürftigkeit des Schulsystems nur allzu deutlich. Das österreichische Schulsystem stellt für den Unterricht keine geeigneten Rahmenbedingungen für einen abwechslungsreichen, interessanten, spannenden und individuellen Unterricht bereit.

"Allzu oft zerbricht kindliche Neugier und die Schul-Lust an der Angst vor Bloßstellung", betont der Lehrer und Bildungsombudsmann Daniel Landau. "Solche Erfahrungen lassen Menschen verstummen und führen zu Lernunwillen und Versagensängsten. Ein erfolgreicher Bildungsprozess gelingt nur gelingt, wenn alle Beteiligten auf gleicher Augenhöhe miteinander umgehen und wenn physische und psychische Integrität absoluten Vorrang haben. Das gilt vor allem für die kleinsten!" Daher fordert Landau, dass der Grundsatz 'Kein Kind darf beschämt werden!' in den "Zielparagraphen" im §2 im österreichischen Schulorganisationsgesetz (SCHOG) verankert wird -wie in skandinavischen Schulsystemen üblich. Landau: "In Österreich wird das Menschenrecht auf Bildung durch das Schulsystem missachtet."

"Ich sehe vor allem in der LehrerInnenausbildung einen zentralen Schlüssel zur Steigerung der Unterrichtsqualität. Wir brauchen eine Ausbildung, die an modernen pädagogischen Erkenntnissen orientiert ist", so Georg Neuhauser der in der LehrerInnenfortbildung tätig ist. Weiters führt Neuhauser aus, dass "sich LehrerInnen auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können sollen. Dazu braucht es flächendeckende Unterstützungssysteme, wie etwa den Ausbau der psychosozialen Versorgung an Schulen."

Heidi Schrodt, Bildungsexpertin und Vorsitzende "Bildung Grenzenlos", weist darauf hin, dass Österreich eines der sozial selektivsten Bildungssysteme der Welt hat: "Zahlreiche Studien zeigen, dass die frühe Trennung der Kinder nach Schultypen zu sozialer Benachteiligung in Hinblick auf Bildungschancen führt. Jene, die sich weiterhin für eine Trennung ab 10 Jahren stark machen, wollen dieses ungerechte und ökonomisch unvernünftige System beibehalten. Das Beharren von Teilen der ÖVP auf der frühen Selektion hat weit reichende Folgen, die sich vor allem in den Ballungszentren negativ auswirken. Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir weiterhin schlechte PISA-Resultate erhalten. Wir hoffen, dass sich in der LehrerInnengewerkschaft die Reformkräfte durchsetzen um die ideologischen Barrieren endlich zu überwinden."

Die Umfrage "Auslotung der Gefühle und Wünsche von Eltern und SchülerInnen zum Schuljahr 2011/12" wurde am 30.August und 1. September vom Market-Institut durchgeführt. Insgesamt wurden 451 Eltern und 401 SchülerInnen mittels Online-Fragebögen befragt. 54% der befragten SchülerInnen wünschen sich einen "guten Unterricht ohne Langeweile" und 34% pochen auf "LehrerInnen, die sich für uns SchülerInnen Zeit nehmen". Als Gründe die für Nichterfüllung dieser Wünsche nennen 53% der SchülerInnen "LehrerInnen, die nur ihren Stoff durchbringen wollen, denen egal ist, was wir SchülerInnen wollen" -bei SchülerInnen über 15 steigt dieser Wert sogar auf 69%. 36% bemängeln "LehrerInnen, die übermäßigen Druck ausüben". 62% der befragten Eltern wiederum wünschen sich, dass "mein Kind gerne zur Schule geht". 39% geben an, dass sie sich neben dem Stoff auch die Vermittlung "sozialer Kompetenz" erwarten. Als Hindernisse nennen die Eltern vor allem, dass LehrerInnen die Kinder "nicht genügend individuell fördern".

Das Volksbegehren Bildungsinitiative will den Stillstand in der österreichischen Bildungspolitik aufbrechen. Es liegt vom 3.November bis 10.November 2011 auf Gemeindeämtern und Magistratischen Bezirksämtern zur Unterschrift auf.

Die Statements können von MedienvertreterInnen auch unter www.o-ton.at im Originalton heruntergeladen werden.

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