GLOBAL 2000 fordert verpflichtendes Bio-Angebot auf Österreichs Schulbuffets

Schüler täglich mit Pestizidbelastung konfrontiert

Wien (OTS) - Am kommenden Montag beginnt für Österreichs Kinder und Jugendliche
wieder der Schulalltag - und damit wohl auch der oftmalige Gang zum Schulbuffet. Neben Jausenbroten wird den Schülern dort oft Obst als gesunde Alternative angeboten. An sich ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch kommt ein Großteil dieses Obstes aus konventionellem Anbau, wo Pestizide zur Schädlingsbekämpfung angewendet werden.

Für die Schüler bedeutet dies die Möglichkeit einer zusätzlichen Belastung durch chemisch-synthetische Pestizide. Pestizidrückstände in Lebensmitteln können Allergien, Entwicklungsstörungen und Krebs auslösen. "Wir haben im vergangenen Jahr Schüler aus mehreren Wiener Schulen auf solche Pestizidrückstände im Körper getestet - und fanden eine Belastung durch Organophosphate. Diese greifen in den körpereigenen Hormonhaushalt ein, und Kinder und Jugendliche sind dieser Gefahr besonders ausgeliefert. Das ist einfach unverantwortlich", erklärt Sven Hergovich, Campaigner bei GLOBAL 2000.

Die vorgeschriebenen Grenzwerte für Pestizide werden auch im konventionellen Anbau meist nicht überschritten, doch diese Grenzwerte werden auf Basis der Belastung eines durchschnittlichen Erwachsenen, der etwa 60 Kilogramm wiegt, berechnet. "Das bedeutet, dass die Belastung für Kinder unter Umständen doch zu hoch sein könnte. Diese Gefahr könnte durch ein striktes Angebot von Bioprodukten einfach vermieden werden", betont Hergovich.

Zu Beginn des vergangenen Schuljahres startete eine von GLOBAL 2000 unterstützte SchülerInnen-Initiative für Bio im Schulbuffet. Es wurden Unterschriften gesammelt, um die zuständige Ministerin Claudia Schmied zum Handeln zu bewegen. Doch seither hat sich nichts geändert: "Die Gesundheit von Österreichs Jugend ist anscheinend kein Anliegen der Regierung", betont Hergovich: "Kinder sollen Obst und Gemüse essen, und es ist wichtig, dass sie es täglich angeboten bekommen. Sie haben jedoch ein Anrecht darauf, dass es sich hierbei um Produkte aus bestem Anbau handelt."

Natürlich sind Schulbuffets nicht die einzige Pestizidquelle für die Schüler und Schülerinnen - diejenigen, die jedoch kein Jausenbrot von zuhause mitnehmen, sind auf das Buffet angewiesen. Schüler dürfen während der Unterrichtszeit das Gebäude teilweise nicht verlassen, das Buffet stellt in diesem Fall also die einzige Essensquelle dar. Das Bildungsministerium hat zwar eine Empfehlung zu Angebot aus biologischer Herkunft an die Schulen ausgegeben, dies geht Hergovich jedoch nicht weit genug: "Kindern und Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, sich selbst für Bio zu entscheiden, zu nehmen, sondern sie gleichzeitig bewusst das Risiko von Gesundheitsschäden eingehen zu lassen, darf nicht nur durch eine Empfehlung aufgehalten werden. In Österreichs Schulen müssen Bioprodukte bei den Buffets verpflichtender Standard werden", fordert er.

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