- 31.08.2011, 08:05:56
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"Ungehorsam": Kritik von Theologen an Pfarrer-Initiative wird lauter
Wiener Dogmatiker Tück vor "Grenzüberschreitung" - Innsbrucker Dekan Niewiadomski sieht "mediales Dilemma"
Wien-Innsbruck, 31.08.11 (KAP) In die aktuelle Debatte rund um die
Pfarrer-Initiative und ihren "Aufruf zum Ungehorsam" bringen sich
nun auch immer mehr österreichische Theologen mit kritischen
Anfragen und Einwürfen ein. Der Wiener Dogmatik-Professor Jan-Heiner
Tück und der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der
Universität Innsbruck, Jozef Niewiadomski, rufen zu einer
Deeskalation auf, um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden.
Tück fordert in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress" einen
"runden Tisch", Niewiadomski ruft angesichts einer sich medial
verselbständigenden Debatte zu einer Abrüstung der Worte von Seiten
der Pfarrer-Initiative auf.
Konkret empfiehlt Tück zur Deeskalation drei Schritte: Die
Pfarrer-Initiative müsse sich von "konkreten Akten des Ungehorsams"
distanzieren, "um die Grundlage für eine von Vertrauen geprägte
Gesprächssituation mit der Kirchenleitung wiederherzustellen";
außerdem sei der Forderungskatalog "zu entflechten" und zu
sortieren; schließlich empfiehlt Tück einen "runden Tisch", an dem
neben Kardinal Christoph Schönborn und weiteren Vertretern der
Bischofskonferenz sowie der Pfarrer-Initiative auch "bewährte
Mitarbeiter aus der Pastoral sowie Repräsentanten der akademischen
Theologie" miteinander "unter Ausschluss der medialen
Öffentlichkeit" ins Gespräch kommen sollten.
Insgesamt sei der Forderungskatalog der Pfarrer-Initiative laut Tück
"zu eng gefasst, als dass er eine wirksame Erneuerung des Glaubens
fördern könnte". Überrascht zeigt sich Tück darüber, dass der Aufruf
gerade in eine Zeit falle, in der sich etwa die Erzdiözese Wien mit
der Initiative "Apostelgeschichte 2010" auf einen Reformweg bis
hinein in die Pfarrstrukturen begeben hat.
Niewiadomski: "Mediales Dilemma lösen"
Niewiadomski ruft die Pfarrer-Initiative auf, "das Schlagwort des
Ungehorsams aus der Diskussion zu nehmen, damit auch auf den Nimbus
der Rebellen zu verzichten und so die medial verfestigte
Frontenstellung aufzubrechen". Die Geschichte habe sich zu einem
"medialen Topevent" verselbständigt und dränge unter dem Druck der
medialen Logik auf andauernde weitere "Eskalation". So würden
"sowohl die Pfarrer als auch die Bischöfe zu Geiseln in einem
unlösbaren Dilemma", so Niewiadomski gegenüber "Kathpress".
Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) hkl/jop/
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