- 26.08.2011, 11:45:18
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Schulanfang nicht leistbar - Arme Eltern, schlechte Chancen?
Diakonie fordert eine Schule, die sozial nicht ausgrenzt und ruft zur Hilfe am Schulstart auf
Wien (OTS) - "Ein guter Start am Schulanfang wird sich für viele
Kinder heuer nicht ausgehen", warnt der Sozialexperte der Diakonie
Österreich, Martin Schenk. 142 000 Minderjährige sind in Österreich
von Armut betroffen. Das bedeutet unter anderem: Sie müssen in
äußerst beengten Verhältnissen und überbelegten Wohnungen leben. Sie
haben mit großer Wahrscheinlichkeit zu wenig Platz zum Spielen und
Arbeiten, keinen eigenen Schreibtisch.", weist Schenk auf schlechte
Startbedingungen für viele Kinder am Schulanfang hin. "Der eigene
Platz zum Lernen, sich zu Konzentrieren ist ein Faktor, der in den
OECD-Bildungsstudien als wichtiger Indikator für Lernerfolg
beschrieben wird", so Schenk."
"Zunehmend klagen Eltern über die oft nicht mehr leistbaren
Beiträge, die zu Schulbeginn abverlangt werden. Ein einfaches
Startpaket für einen Schulanfänger bestehend aus Schultasche,
Sportbeutel, Heften, verschiedenen Stiften, Handarbeitskoffer,
Malfarben kostet 100 bis 300 Euro", beschreibt Claudia Röthy,
Geschäftsführerin der Stadtdiakonie Wien, die schwierige Situation.
Dazu kommen noch je nach Schulstufe und Schultyp Beiträge wie
Kopierkosten, Milchgeld, Abos für Jugendliteratur, Projekt- und
Wandertage, Elternvereinsbeiträge und vieles mehr.
Zukunft darf nicht von Herkunft abhängen
"Damit Zukunft nicht von der Herkunft abhängt, braucht es
Hilfestellungen am Schulstart genauso wie einen Bildungsweg, der
nicht sozial selektiert, sondern individuell fördert," betont
Sozialexperte Schenk. "Wichtig wäre auch, Schulen in sozial
benachteiligten Bezirken oder Regionen besonders gut auszustatten und
zu fördern, damit sie für alle Einkommensschichten attraktiv
bleiben."
"Eine Schule, die nicht sozial ausgrenzt, ist zentrale
Voraussetzung für Armutsbekämpfung und Aufstiegschancen von Kindern
aus benachteiligten Familien.", so Schenk weiter. "Trotz gut
ausgebauten Sozialstaats sind die Aufstiegschancen von Kindern
unabhängig des sozialen Status ihrer Eltern im europäischen Vergleich
in Österreich unterdurchschnittlich. In Österreich haben wir eine im
europäischen Vergleich geringe Kinderarmut, aber nur
durchschnittliche Werte bei den sozialen Aufstiegschancen von Kindern
aus ärmeren Haushalten. Die Schule hat eine zentrale Verantwortung
dafür, ob die Bildungschancen vom Talent des Kindes oder vom
Einkommen der Eltern abhängen.", zitiert Diakonie-Sozialexperte
Martin Schenk die internationalen Schul- und Armutsstudien. "Das
liegt an der Schulorganisation genauso wie an der
Unterrichtsqualität, genauso wie an der Schulraumarchitektur genauso
wie an der Lehrerausbildung. Das eine ist vom anderen nicht zu
trennen."
Aktion Schulanfang: Schulsachen für Kinder armer Eltern
Zur Akuthilfe für Kinder, deren Eltern sich den Schulstart nicht
leisten können, hat die Stadtdiakonie Wien ein Spendenkonto
eingerichtet. Eltern von Schulkindern in sozialer Not wenden sich an
die Sozialberatungsstelle der Stadtdiakonie Wien. "Alle Schülerinnen
und Schüler sollen gleiche Chancen und Möglichkeiten haben", so
Claudia Röthy abschließend.
Aktion Schulanfang
Stadtdiakonie Wien. Kt.Nr: 207477417, Raiffeisen BLZ 32 000
Rückfragehinweis:
Dr. Roberta Rastl-Kircher
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Diakonie Österreich
Email: [email protected]
Tel.: (+43 1) 409 80 01 14
Mobil: (+43) 664 314 93 95
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