• 26.08.2011, 09:18:55
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Rotes Kreuz: Weltweit zwei Millionen Verschwundene

Anlässlich des Internationalen Tages der Verschwundenen startet das Rote Kreuz eine Facebook-Kampagne

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - "Wenn ein Angehöriger stirbt, beginnt
eine Zeit tiefer Trauer, aber irgendwann geht das Leben weiter", sagt
eine bosnische Mutter, die ihren Sohn seit 1995 vermisst. "Wenn ein
Angehöriger einfach verschwindet - das ist eine tägliche Qual. Ich
kann an nichts anderes denken."

Weltweit gelten mehr als zwei Millionen Menschen als verschwunden.
Seit 1966 wurden aus 84 Ländern Fälle von systematisch betriebenem
"Verschwinden lassen" gemeldet. "Unter Verschwinden versteht man die
unbegründete Festnahme von Menschen durch staatliche Organe oder
bewaffnete Kämpfer", erklärt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des
Österreichischen Roten Kreuzes anlässlich des Tages der
Verschwundenen am 30. August. "Oft werden die Verschwundenen
ermordet, in anderen Fällen an einem unbekannten Ort festgehalten.
Jedenfalls ist dieses Vorgehen eine Menschenrechtsverletzung."

Rund um den Globus können sich Menschen, die nichts vom Verbleib
ihrer Angehörigen wissen, an den Suchdienst des Roten Kreuzes wenden.
"Allein das Österreichische Rote Kreuz bearbeitet jährlich mehr als
500 Suchfälle", so Kopetzky. "Viele dieser Anfragen werden von
Flüchtlingen gestellt, die aus Konfliktgebieten stammen und ihre
Kinder oder Eltern suchen."

Nicht nur durch Konflikte, sondern auch durch Naturkatastrophen
werden Angehörige voneinander getrennt. In solchen Fällen unterstützt
das Rote Kreuz die Familien ebenfalls bei der Suche. "Nichts ist so
schlimm, wie nichts zu wissen", sagt eine Tsunami-Überlebende. "Es
ist wie eine Folter, Tag und Nacht."

Das Österreichische Rote Kreuz setzt ein Zeichen gegen das
"Verschwinden lassen" und schafft Bewusstsein für die seelischen
Qualen, denen Menschen ausgesetzt sind, die nichts über den Verbleib
ihrer Angehörigen wissen.
"Dabei kann jeder mitmachen", sagt Kopetzky. "Wir rufen alle
Facebook-User auf, das eigene Profilbild gegen einen leeren
Bilderrahmen auszutauschen. Der leere Rahmen steht stellvertretend
für die Millionen Menschen, die vermisst werden."

weitere Infos unter:
www.roteskreuz.at/missing
www.facebook.com/roteskreuzat

Rückfragehinweis:
Mag. Thomas Marecek,
Österreichisches Rotes Kreuz, Presse- und Medienservice,
Tel.: +43 1 589 00-151, Mobil: +43 664 823 48 02, mailto:[email protected],
http://www.roteskreuz.at

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