Gesundheitsminister Stöger hintergeht die Bevölkerung und spielt übles Spiel mit der österreichischen Landwirtschaft

Wien (OTS) - Gesundheitsminister Alois Stöger hat die
Verhandlungen zum Ferkelschutzkorb einseitig und hinterrücks platzen lassen. Bei einem konstruktiven Gespräch zwischen Stöger, Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und dem Verband Österreichischer Schweinebauern Ende Juli waren weitere Verhandlungen Anfang September vereinbart worden. Ohne die Bauernvertreter zu informieren, hat Stöger nun in einem Brief an Volksanwalt Peter Kostelka die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Damit hintergeht Stöger die Bevölkerung und Wähler, denen er Verhandlungsbereitschaft vorgespielt hat. Für sein übles Politspiel mit den heimischen Bauern setzt Stöger sogar die Versorgung der Bevölkerung mit österreichischem Fleisch aufs Spiel.

In einem Brief vom 19. August 2011 an Volksanwalt Peter Kostelka erklärt Gesundheitsminister Stöger die Verhandlungen zum Ferkelschutzkorb für gescheitert. Begründet wird der Abbruch mit der Aussage, dass angeblich "in den mittlerweile vergangenen acht Monaten zu keinem Zeitpunkt Vorschläge bzw. ernsthafte Bereitschaft zur Änderung der Haltung/Fixierung von Sauen in Abferkelbuchten" bestanden habe. Dies schreibt Stöger wider besseres Wissen. Denn erst am 26. Juli 2011 hat dazu ein Gipfelgespräch stattgefunden.

Daran nahmen neben Gesundheitsminister Stöger, Landwirtschaftsminister Berlakovich und Branchenvertretern auch heimische Tierschutzorganisationen teil. Die Schweinebauern schlugen vor, die Maximalzeit im Ferkelschutzkorb über ein Drittel - von höchstens 156 Tagen jährlich auf 95 Tage - zu verkürzen. Aufgrund der weitreichenden Kompromissvorschläge wurde mit den Teilnehmern ein weiteres Gespräch für Anfang September vereinbart, um die letzten Details abzuklären. Dies wurde vom Gesundheitsministerium sogar öffentlich erklärt. Nun hintergeht Stöger mit dieser Absage nicht nur seine Verhandlungspartner aus der Landwirtschaft. Er hintergeht auch die Bevölkerung und die Wähler, da er Verhandlungsbereitschaft und seinen Willen zu konstruktiven Lösungen nur vorgegaukelt hat - diesem Letztgespräch erteilt Stöger nun kurz vor Verhandlungsschluss eine Absage.

"Das Vorgehen von Stöger zeigt, dass er nur Scheingespräche geführt hat und mit dem Thema Ferkelschutzkorb nur politisches Kleingeld machen will. Obwohl wir zu weitgehenden Kompromissen bereit gewesen sind, lässt der Gesundheitsminister die Verhandlungen kurz vor Abschluss platzen. Sollte der Ferkelschutzkorb in Österreich völlig verboten werden, stehen zahlreiche Kleinbauern vor dem Ruin", betont Ing. Georg Mayringer, Geschäftsführer vom Verband Österreichischer Schweinebauern.

Ein Verbot des Ferkelschutzkorbs hätte für Österreichs Schweinebauern katastrophale Auswirkungen: Die klein strukturierten Betriebe - ein durchschnittlicher Zuchtbetrieb hält hierzulande rund 50 Muttersauen, in Dänemark 1.200 - hätten im freien europäischen Binnenmarkt keine Überlebenschance. Das Negativbeispiel Schweden -dort ist der Ferkelschutzkorb verboten - führt dies vor Augen: Dort ist seit dem EU-Beitritt 1995 die Zahl der Schweinebauern von 11.000 auf 1.200 gesunken. Die Eigenversorgung mit schwedischen Schweinefleisch ist von 100 auf 76 Prozent geschrumpft (in Österreich beträgt sie derzeit noch 100 Prozent), um dort den Bedarf zu decken muss Schweinefleisch aus dem EU-Ausland importiert werden - aus Ländern, in denen der Ferkelschutzkorb erlaubt ist.

Neben der Existenzvernichtung tausender Schweinebauern würde ein totales Verbot des Ferkelschutzkorbes auch den Tierschutz konterkarieren: Bei einer Abschaffung würden jährlich bis zu 500.000 Babyferkel qualvoll erdrückt - der Ferkelschutzkorb schützt somit die kleinen Ferkel, zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen dies eindeutig.

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