MAG ELF Referat für Pflege- und Adoptivkinder zieht um

Mehr Platz für die Schulung neuer Pflegeltern und neue Bewohner im Julius Tandler Familienzentrum

Wien (OTS) - Die MAG ELF zieht nun mit den letzten
MitarbeiterInnen aus dem geschichtsträchtigen Julius Tandler Familienzentrum aus und übersiedelt in neue Räumlichkeiten ebenfalls im 9. Bezirk. Das ehemalige Julius-Tandler-Familienzentrum wird nach der Renovierung weiterhin Kindern zur Verfügung stehen. Es entsteht ein neuer Kindergarten mit acht Gruppen und zwei Bewegungsräumen.

Künftig stehen dem Referat für Pflege- und Adoptiveltern der MAGELF in der Schlagergasse 9 in Wien Alsergrund auf vier Stockwerken helle, freundliche und barrierefrei erreichbare Räume für die Schulung und das Coaching von Pflege- und Adoptiveltern zur Verfügung. "Wiener Pflegeeltern brauchen, um sich gut vorbereitet ihre neue Aufgabe stellen zu können, eine gute Einschulung, Weiterbildung und laufende Betreuung. Im neuen Haus können wir den neuen Eltern die besten Bedingungen bieten", freut sich Kinder- und Jugendstadtrat Christian Oxonitsch.

Vorbereitung auf die neue Aufgabe

Im Erdgeschoß stehen Schulungsräume für die Pflegeelternausbildung zur Verfügung. Heuer gab es bereits fünf Kurse mit je 19 TeilnehmerInnen. Weitere fünf Kurse sind für Herbst bereits in Vorbereitung. Für aktive Pflegeeltern gibt es jedes Jahr ein dickes Fortbildungsprogramm, aus dem gewählt werden kann. 2010 fanden fast 130 Kinder ein zweites Zuhause in einer Pflegefamilie. Rund 1500 Wiener Kinder und Jugendliche leben derzeit in Pflegefamilien, davon fast 700 Kinder in den Bundesländern.

Pflegeeltern werden bei Bedarf von zwei Psychologinnen gecoacht. Sie beobachten Besuchskontakte und unterstützen SozialarbeiterInnen in der Bewertung der Beziehungen der Kinder. Die Psychologinnen sind auch in der Fortbildung der Pflegeeltern aktiv.

Unterstützung für Krisenpflegeeltern

Auch das Krisenpflegeteam ist übersiedelt. Vier Sozialarbeiterinnen suchen bei Bedarf rasch Krisenpflegeeltern für Babys und Kleinkinder. 45 Krisenpflegefamilien stehen derzeit für diese herausfordernde Aufgabe zur Verfügung. Sie betreuen die Kinder bis zu acht Wochen. Die Sozialarbeiterinnen begleiten während dieser Zeit die Besuchskontakte zu den leiblichen Eltern und unterstützen die Krisenpflegefamilien. Von rund 200 Säuglingen und Kleinkindern, die im Laufe des Jahres in Krisenpflegefamilien vermittelt werden, kann fast die Hälfte wieder in den Haushalt der Eltern zurückkehren. Die übrigen Kinder benötigten eine Folgeunterbringung in Pflegefamilien.

Das Tandler-Familienzentrum wird weiterhin von Kindern belebt

Das nach Professor Julius Tandler, der 1920 Amtsführender Stadtrat für das Wohlfahrts- und Gesundheitswesen im roten Wien wurde, benannte Julius-Tandler-Familienzentrum wurde am 18.Juni 1925 eröffnet. Tandler sah es als Verpflichtung der Gesellschaft allen Hilfsbedürftigen Hilfe zu gewähren. Für ihn war Fürsorge die Erfüllung eines ethischen Vertrages innerhalb der Gesellschaft. Unter seiner Federführung erfolgte ein rasanter Ausbau des Fürsorge- und Gesundheitswesens. Der Neubau einer Kinderübernahmestelle in der Lustkandlgasse war einer der Meilensteine seines Wirkens. Die Kinderübernahmesstelle galt als die vorbildlichste Einrichtung Europas und wurde das "Juwel der modernen Kinderfürsorge" genannt. Charlotte Bühler wurde von Tandler mit der Leitung der psychologischen Arbeit betraut. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde die Kinderübernahmsstelle 1998 endgültig geschlossen. Zuletzt war in dem denkmalgeschützten Gebäude in der Lustkandlgasse das Referat für Adoptiv- und Pflegekinder untergebracht.

Nach aufwendiger Renovierung des im Secessionsstil gestalteten Gebäudes soll es auch in Zukunft Wiens Kindern zur Verfügung stehen. Die Wiener Kindergärten werden einen Kindergarten mit acht Kindergartengruppen im Tandler-Familienzentrum führen. Neben großzügigen Gruppenräumen werden auch zwei Bewegungsräume zur Verfügung stehen. "Die Philosophie Julius Tandlers lebt nicht nur in diesem Haus, sondern in ganz Wien weiter", betont Oxonitsch abschließend.

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